Wer oft in die Sauna geht, könnte weniger an Demenz leiden.

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Saunagänge könnten uns vor Demenz schützen
12/20/2016

Saunagänge könnten uns vor Demenz schützen

Regelmäßiges Saunieren stärkt offenbar nicht nur das Immunsystem. Finnischen Forschern zufolge kann es auch Demenz vorbeugen.

Entspannte Muskeln, befreite Atemwege, gestärkte Immunabwehr: Die

körperlichen Auswirkungen eines Saunaganges

sind vielfältig. Nun gesellt sich eine neue positive Wirkungsweise zu den bereits bekannten.Finnische Forscher der University of Eastern Finland haben herausgefunden, dass häufiges Schwitzen in der Sauna, das Risiko an

Demenz

zu erkranken, deutlich verringern kann. Der Effekt konnte nur bei Männern nachgewiesen werden.

Für die Untersuchung unter der Leitung von Tanjaniina Laukkanen baten die Wissenschafter 2.315 gesunde Männer im Alter zwischen 42 und 60 Jahren in die

Schwitzkammer

. Dabei wurden die Probanden in drei Gruppen unterteilt. Eine Gruppe ging im Untersuchungszeitraum von 20 Jahren wöchentlich saunieren, die andere zwei bis drei Mal pro Woche und Gruppe 3 besuchte vier bis sieben Mal das Heißluftbad.

Nach Ende des Experiments untersuchten die Forscher den Gesundheitszustand der Studienteilnehmer und zogen Bilanz. Es zeigte sich: Je häufiger die Männer die Sauna besuchten, desto niedriger war ihr Risiko an Demenz (Überbegriff für verschiedene degenerative und nichtdegenerative Erkrankungen des Gehirns) zu erkranken. So reduzierte sich bei Männern, die vier bis sieben Mal pro Woche saunierten das Risiko um 66 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit an Alzheimer, der häufigsten Form von Demenz, zu erkranken, wurde um 65 Prozent gesenkt.

Je öfter und je länger, umso besser

Dass Schwitzkuren nicht nur einen wellnessartigen Effekt haben, sondern sich auch in punkto kardiovaskulärer Gesundheit auszahlen, konnte Laukkanen bereits 2015 im Zuge einer anderen großangelegten Langzeitstudie nachweisen. Dafür wurden ebenfalls Männer im Alter zwischen 42 und 60 Jahren im Schnitt über 20 Jahre lang beobachtet. Die Forscher fanden dabei heraus, dass mit der steigenden Zahl der wöchentlichen Schwitzkuren das Todesrisiko insgesamt abnahm. Es reduzierte sich für die Männer vor allem die Gefahr, an einer Erkrankung des Herzens oder der Gefäße zu sterben.

In der aktuellen Studie geht das Forscherteam davon aus, dass es einen Zusammenhang zwischen der Wirkung des Saunierens auf das Herz-Kreislauf-System und das Gehirn gibt. Auch der Entspannungseffekt der Sauna könnte sich förderlich auswirken. Um diesen Annahmen nachzugehen und den Zusammenhang zu erforschen, seien den Wissenschaftern zufolge jedoch Folgestudien nötig.

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