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Wellness
01/18/2019

Petersilie als Hausmittel: Ärztinnen schlagen nach Magazin-Artikel Alarm

In einer Zeitschrift wird das Kraut als menstruationsfördernd gepriesen. Dafür gebe es keinerlei Belege, mahnen Gynäkologinnen.

"Unverantwortlich", "unwissenschaftlich", "keinesfalls empfehlenswert": Mit diesen Worten haben Medizinerinnen auf einen Artikel der Frauenzeitschrift Marie Claire reagiert.

In diesem wird Petersilie als menstruationsförderndes Hausmittel beschrieben, berichtet unter anderem der Independent. Dem Artikel zufolge, in welchem unterschiedliche Methoden zur Einleitung der Periode besprochen werden, heißt es, dass Petersilie "die Regelblutung ankurbeln" könne. Das Küchenkraut würde das Bindegewebe des Gebärmutterhalses weich und dehnbar machen und hormonelle Schwankungen, die möglicherweise das Eintreten der Periode verzögern, ausgleichen.

Petersilie sei daher als Emmenagogum anzusehen, also als pflanzliche Arznei, die den Eintritt der Monatsblutung anregt. Zugeführt könne diese entweder oral, durch Petersilien-Tee, oder vaginal, durch das Einführen des Krautes, werden.

"Es gibt keine Belege dafür"

Ärztinnen schlagen nun Alarm und warnen eindringlich vor dem Einführen der Pflanze in die Scheide.

Gynäkologin Shazia Malik sagte im Interview mit dem Independent: "Es gibt keine Belege dafür, dass eine Frau davon profitieren könnte. Es besteht ein eindeutiges Risiko eines erheblichen Schadens und es gibt auch Berichte über damit in Verbindung stehende Todesfälle."

Im August war eine Frau in Argentinien an einem septischen Schock gestorben, nachdem sie offenbar Petersilie verwendet hatte, um eine Abtreibung einzuleiten. "Ich würde Frauen eindringlich dazu auffordern, nichts in ihre Scheide einzuführen, es sei denn, sie haben vorher ärztlichen Rat dazu eingeholt", warnt Malik daher.

Dieser Warnung schließt sich auch Frauenärztin Sheila Newman an: "Das wird von Frauenärzten nicht empfohlen. Es gibt nur wenige Dinge, die in die Vagina eingeführt werden sollten. Gemüse gehört normalerweise nicht dazu." Zwar gebe es Möglichkeiten, den Menstruationszyklus zu beeinflussen – diese sollten aber "unbedingt mit einem Frauenarzt besprochen werden".

Tödliches Risiko

Zusätzlich zu dem derzeit kursierenden Gerücht, Petersilie könne Perioden auslösen, wird das Kraut von nicht vertrauenswürdigen Quellen immer wieder als Methode zur Herbeiführung von Abtreibungen angeführt. Eine Empfehlung, die mitunter ein tödliches Risiko für die betroffenen Frauen birgt.

Newman betont, dass es "keinerlei solche Praktiken" gebe, die "auf wissenschaftlichen Beweisen basieren". Und weiter: "Wir haben sichere und effektive Möglichkeiten, um ungewollte Schwangerschaften zu beenden."

Der Artikel und der betreffende Absatz über Petersilie war zum Zeitpunkt der Erstellung des Artikels online auf marieclaire.co.uk nach wie vor abrufbar.

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