Wellness 17.03.2018

Macht das Eheleben doch nicht dick?

Bildnummer. 860491500 Hochzeit, Ehering, Paar - Partnerschaft, Verheiratet, Braut, Hand, Natur, Trauung, Ring, Generation Y, Ju… © Bild: Getty Images/iStockphoto/Halfpoint/iStockphoto

Bisher hatte man angenommen, dass die Ehe Extra-Kilos auf den Hüften bedingt. Forscher der Harvard University haben Gegenteiliges herausgefunden.

Eine glückliche Ehe kann so einiges bewirken. Das haben Forscher in den vergangenen Jahren mehrfach belegt. Demnach leben zufriedene Ehepaare länger, auch die Herzgesundheit profitiert. Auf die Figur wirkt sich der Ehealltag allerdings eher negativ aus. So belegten Untersuchungen in der Vergangenheit, dass die Eheschließung Extra-Kilos bedingtvor allem bei Männern. Eine Trennung oder Scheidung bei älteren Frauen kann sich wiederum positiv auf den Gesundheitszustand auswirken.

Eine aktuelle Studie aus dem Fachblatt Health Psychology stellt das Image der Ehe wieder her, zumindest teilweise. Die zentrale Erkenntnis eines Forscherteams der Harvard University: Je besser die Ehe eines Menschen läuft, desto geringer ist die Gefahr der Gewichtszunahme. Folglich reduziert sich auch das Risiko zu einem späteren Zeitpunkt im Leben an Übergewicht zu leiden, so das Fazit der Wissenschafter rund um den Epidemiologen Ying Chen. "Die Untersuchung legt nahe, dass eine unterstützende Ehe mit einem gesünderen Körper in der Lebensmitte in Verbindung steht", erklärte Chen gegenüber dem Magazin Time.

Gute Ehe, schlankere Linie

Im Zuge der Studie wurden über 2.600 verheiratete oder in einer Langzeitbeziehung lebende Menschen zur Qualität ihrer Partnerschaft befragt. In einem zweiten Schritt wurde das Gewicht der Teilnehmer über einen Zeitraum von neun Jahren beobachtet. Personen, die sich von ihrem Partner geliebt und unterstützt fühlten, nahmen in diesem Zeitraum weniger zu – im Vergleich zu Teilnehmern, die in ihrer Partnerschaft weniger zufrieden waren. Die Gewichtszunahme sank mit steigender Ehezufriedenheit deutlich, während der Effekt in die entgegengesetzte Richtung weitaus weniger signifikant war. Chen führt dies darauf zurück, dass sich ein Großteil der unglücklichen Studienteilnehmer im Laufe des Erhebungszeitraums möglicherweise getrennt hätte und die entsprechenden Daten keinen Eingang in die Studie fanden. Denkbar sei auch, dass unzufriedene Eheleute sich über die Jahre an diesen Zustand angepasst und entsprechende Bewältigungsmechanismen entwickelt hätten, die den Einfluss ihrer Gefühlslage auf ihr Verhalten mindern.

Alles in allem die neuen Erkenntnisse Chen zufolge erneut belegen, dass sich gute soziale Bindungen jedenfalls förderlich auf Gesundheit und Wohlbefinden auswirken.

( kurier.at , pama ) Erstellt am 17.03.2018