Wellness 08.02.2018

Heißer Tee fördert Speiseröhrenkrebs

Symbolbild. © Bild: Getty Images/iStockphoto/pecaphoto77/iStockphoto

Das Heißgetränk begünstigt in Kombination mit Rauchen und Alkoholkonsum die Entstehung der Krebsart, berichten chinesische Forscher.

Chinesische Wissenschafter der Peking University School of Public Health haben den Zusammenhang zwischen heißem Tee und Speiseröhrenkrebs (Ösophaguskarzinom) untersucht. Bisher kamen Forscher diesbezüglich zu widersprüchlichen Ergebnissen. Im Zuge der aktuellen Untersuchung entschied man sich dazu, weitere beeinflussende Faktoren des Lebenswandels zu berücksichtigen.

Die Forscher, die im Fachblatt Annals of Internal Medicine publiziert wurde, untersuchte über einen Zeitraum von neun Jahren hinweg 450.000 Menschen zwischen 30 und 79 Jahren. Die Forscher wiesen die Probanden an, die durchschnittliche Temperatur ihres Tees zu notieren und Angaben zu weiteren Aspekten ihres Lebensstils zu machen. Menschen, die bereits vor Beginn der Studie an Krebs litten oder ihren Teekonsum während der Untersuchung einschränkten, wurden bei der Analyse der Daten ausgeschlossen.

Ungesunde Kombi-Wirkung

In Summe erkrankten 1.731 Menschen im Laufe des Untersuchungszeitraums an Speiseröhrenkrebs. Jene Studienteilnehmer, die weniger als einmal pro Woche Tee tranken und weniger als 15 Gramm Alkohol täglich konsumierten, wiesen ein weitaus geringeres Erkrankungsrisiko auf.

Personen, die täglich heißen Tee und mehr als 15 Gramm Alkohol zu sich nahmen, wiesen ein fünffach erhöhtes Risiko für Krebs der Speiseröhre auf. Auch Rauchen scheint in Kombination mit Teetrinken das Risiko zu erhöhen: Personen, die regelmäßig zur Zigarette griffen und heißen Tee konsumierten, erkrankten doppelt so oft.

Jun Lv, Professor an der Abteilung für Epidemiologie und Biostatistik der Peking University School of Public Health und Studienleiter, erklärte im Interview mit der Zeitschrift Time: "Es ist wichtig, heißen Tee zu meiden, wenn man starker Raucher ist oder exzessive Mengen Alkohol trinkt, um Speiseröhrenkrebs vorzubeugen." Lv betonte auch, dass dem Rauch- und Trinkstopp naturgemäß die größte Bedeutung bei der Krebsvorsorge zukäme. Wer auf ein Zuviel an Alkohol und Zigaretten verzichtet, könne demnach nicht nur unbesorgt heißen Tee trinken, sondern auch auf eine gute Gesundheit hoffen.

Ösophaguskarzinom

Laut der Initiative "Krebs im Fokus" von der Österreichischen Gesellschaft für Hämatologie & Medizinische Onkologie (OeGHO) ist "Speiseröhrenkrebs eine Erkrankung, bei der Krebszellen im Gewebe der Speiseröhre gefunden werden". Die genauen Ursachen von Speiseröhrenkrebs seien bisher nicht vollständig geklärt. Einige Faktoren könnten das Risiko, an Speiseröhrenkrebs zu erkranken, jedoch deutlich erhöhen, wie zum Beispiel: hochprozentiger Alkohol, Rauchen, sehr heiße Speisen und Getränke sowie sehr scharf gewürzte Speisen.

In Österreich erkranken jedes Jahr etwa 350 Menschen neu an Speiseröhrenkrebs. Das Ösophaguskarzinom gilt somit als seltener Tumor, der vor allem bei 50- bis 70-Jährigen auftritt. Männer sind etwa viermal häufiger betroffen als Frauen und erkranken im Durchschnitt etwas früher (mit 64 Jahren). In einigen Ländern und Regionen tritt Speiseröhrenkrebs besonders häufig auf, zum Beispiel in Nordchina, im Nordiran, in Turkmenistan, in Südafrika, in Chile und Calvados (französisches Département in der Normandie).

( kurier.at , pama ) Erstellt am 08.02.2018