Wellness
11.04.2017

Forscher tüfteln an Super-Sonnencreme

Wissenschafter wollen den "Code" des Sonnenschutzes knacken und ein Produkt entwickeln, das die Haut länger vor dem Sonnenbrand bewahrt.

Die Haut vergisst nichts - und jeder Sonnenbrand erhöht das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken.

Es gilt: Nur wer richtig eingecremt ist, ist ausreichend geschützt. Die EU empfiehlt zwei Milligramm pro Quadratzentimeter Haut. Auf die gesamte Hautoberfläche hochgerechnet entspricht das sechs Teelöffeln: einer für das Gesicht, einer für die Arme, einer für den Oberkörper, einer für den Rücken sowie je einer für jedes Bein. Doch einmal einschmieren reicht nicht, denn durch Schwitzen, Bewegung oder Baden wird die Schutzschicht dünner, der Schutzeffekt lässt ebenfalls mit der Zeit nach.

Super-Sonnencreme in Planung

Derzeit gibt es bereits eine Reihe von Sonnenschutzprodukten am Markt, die sich in der Art der Filter, der Höhe des Schutzfaktors und ihre Zusammensetzung voneinander unterscheiden. Britische Forscher wollen das Sortiment um eine "Super-Sonnencreme" erweitern, die herkömmliche Produkte in puncto Langlebigkeit in den Schatten stellen soll.

"Sonnenschutzmittel gibt es bereits seit Jahrzehnten, also könnte man meinen, dass wir alles darüber wissen, tun wir aber gar nicht", erklärte Vasilios Stavros, Chemie-Professor an der britischen University of Warwick, kürzlich bei einer Tagung der American Chemical Society in San Francisco.

Im Zuge der Analyse gängiger Inhaltsstoffe von Sonnencremes, sogenannte chemische UV-Filter, fand man heraus, dass nicht nur die Zerstörung der chemischen Filter einen Langzeitschutz verhindert, auch die Tatsache, dass ein Teil der Filter-­Moleküle unter Lichteinstrahlung in einen angeregten Zustand entritt und somit keine weitere UV-Strahlung abfangen kann, sei laut Stavros ein Problem.

"Wenn wir verstehen, wie die Moleküle der Sonnencreme das Licht absorbieren, können wir sie so manipulieren, dass sie noch mehr aufnehmen Energie und dabei nicht zerfallen", so Stavros weiter. So könne letztendlich eine Sonnencreme entstehen, bei der nicht nachgeschmiert werden muss. Basierend auf den neuen Erkenntnissen sollen à la longue Moleküle für die Lichtabsorption hergestellt werden, die in einer Creme enthalten bei einmaligem Auftragen den ganzen Tag vor Sonne und Sonnenbrand schützen.

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