Wellness
30.03.2017

Ähnliche Effekte: Vollbad statt Workout?

Ein Bad in der heißen Wanne soll ähnliche Effekte wie ein schweißtreibendes Training bringen. Das ergab nun eine britische Studie.

Die Untersuchung, die im Fachblatt Temperature veröffentlicht wurde, ergab, dass ein einstündiges Vollbad entzündungshemmend und positiv auf den Blutzuckerspiegel wirkt. Die Effekte seien mit jenen eines einstündigen Workouts vergleichbar, fassen die Forscher der britischen Loughborough University ihre Erkenntnisse zusammen. Das berichtet unter anderem die Huffington Post.

Passive Wärme

Die Erklärung dafür liegt Studienautor Steve Faulkner zufolge in der Wirkungsweise passiver, also von außen zugeführter, Wärme. "Aktivitäten wie ein Vollbad oder ein Saunagang könnten Menschen, die nicht regelmäßig Sport treiben können, zu gesundheitlichen Vorteilen verhelfen", erklärt Faulkner in einem Artikel für die Wissenschaftsplattform The Conversation.

Für die Erhebung wurden 14 schlanke und übergewichtige Männer untersucht. Die Probanden wurden zufällig einer Sport-Gruppe (Radfahren) oder einer Bad-Gruppe (40 Grad Celsius) zugeteilt. Beide Aktivitäten dauerten eine Stunde lang. Gemessen wurde die Kalorienverbrauch und der Anstieg des Blutzuckerspiegels in den 24 Stunden nach dem Bad bzw. Workout.

In puncto Kalorienverbrauch gab es einen klaren Sieger: den Sport. Allerdings verbrannten die Teilnehmer der Bad-Gruppe immerhin in etwa so viele Kalorien (140) wie bei einem halbstündigen Spaziergang.

Blutzucker effektiv reguliert

Die Forscher entdeckten zudem, dass der Blutzuckerspiegel der badenden Probanden in den 24 Stunden nach dem Vollbad nach dem Essen weniger stark anstieg. Im Schnitt waren die Blutzuckerhöchstwerte der Teilnehmer um zehn Prozent geringer als jene der Sportler. Auch die Entzündungswerte im Körper gingen durch die Hitzeeinwirkung des Wassers - wie auch durch die sportliche Betätigung - messbar zurück.

Folglich könne man annehmen, dass Behandlungen, bei der die Temperatur des Körpergewebes künstlich erhöht wird (Therapeutische Hyperthermie), bei der Blutzuckerregulierung eine Rolle spielen könnten. Dies sei vor allem für Diabetes-Patienten und Menschen mit Stoffwechselerkrankungen relevant. Die entzündungshemmende Wirkung der Bäder könnte außerdem Menschen mit chronischen Entzündungen helfen.

Da die Studienerkenntnisse aufgrund der kleinen, rein männlichen Stichprobe in ihrer Aussagekraft stark eingeschränkt sind, seien jedoch Folgestudien notwendig, um das Potenzial derartiger Behandlungsmöglichkeiten auszuloten.

Gut für Hirn und Herz

Entspannte Muskeln, befreite Atemwege, gestärkte Immunabwehr: Die körperlichen Auswirkungen eines Saunaganges, einer Form der Therapeutischen Hyperthermie, sind vielfältig. Finnische Forscher der University of Eastern Finland fanden 2016 heraus, dass häufiges Schwitzen in der Sauna, das Risiko an Demenz zu erkranken, deutlich verringern kann (mehr dazu hier).

Dass Schwitzkuren nicht nur einen wellnessartigen Effekt haben, sondern sich auch in puncto kardiovaskulärer Gesundheit auszahlen, konnte bereits 2015 im Zuge einer anderen großangelegten Langzeitstudie nachweisen werden. Für die männlichen Probanden reduzierte sich die Gefahr, an einer Erkrankung des Herzens oder der Gefäße zu sterben.