Weinstein: Top-Designerin sieht Schuld in sexy Outfits

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Foto: AP/Rick Maiman Harvey Weinstein und Designerin Donna Karan.

Die Modedesignerin tätigte am Rande eine Preisverleihung einige verstörende Aussagen über den Skandal rund um den Filmproduzenten.

Die Missbrauchs-Vorwürfe gegen Harvey Weinstein gehen derzeit um die Welt. Auch Hollywood-Größen wie Angelina Jolie und Gwyneth Paltrow haben nun erstmals über ihre negativen Erfahrungen mit dem Filmproduzenten gesprochen. Ausgerechnet Donna Karan, eine der berühmtesten Designerinnen der Welt, hat den 65-Jährigen nun in einem Interview mit der Daily Mail verteidigt.

Frauen fragen selbst nach Ärger

Ihrer Meinung nach müssten sich einige Frauen fragen, wie sie sich in der Öffentlichkeit präsentieren. "Nach was fragen wir? Fragen wir danach? Indem wir all unsere Sinnlichkeit und all unsere Sexualität präsentieren?", sagte Karan am Rande der CinéFashion Film Awards in Los Angeles. Bereits bei der Erziehung der Kinder müsse es darum gehen, wie sie sich anziehen und tanzen.

"Ich denke nicht, dass es nur Harvey Weinstein ist. Ich denke, dass wir auf ein Problem blicken, das noch viel tiefer geht", fügte die US-Modemacherin hinzu. Es gehe darum, wie sich Frauen kleiden und was sie mit ihren Äußerlichkeiten auslösen würden. "Nach was fragen sie? Ärger".

Auf Twitter meldete sich daraufhin US-Starkoch Anthony Bourdain zu Wort, der eine Donna Karan-Kampagne postete, auf der eine junge Frau mit Strapsen zu sehen ist. "An Donna Karan. Wieviele 17-Jährige hast du so eingekleidet, damit sie, laut deinen Worten, 'danach fragen'?", schrieb er darunter.

Für wie viel Unmut Donna Karan mit diesen scheinbar wenig durchdachten Aussagen sorgte, realisierte sie bereits kurze Zeit später. Nur wenige Stunden nach dem Interview ließ sie über ihren Pressesprecher eine offizielle Aussendung machen. "Die Sätze wurden aus dem Kontext gerissen und repräsentieren nicht, wie ich über die derzeitige Situation mit Harvey Weinstein denke", hieß es darin.

"Ich bin der Meinung, dass sexuelle Belästigung nicht akzeptabel ist und dass dieses Problem ein für alle Mal angesprochen werden muss – unabhängig vom Individuum. Ich entschuldige mich bei allen, die sich dadurch angegriffen gefühlt haben und bei jenen, die schon einmal Opfer waren."

(Kurier / mz) Erstellt am
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