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Werbeaufsicht eingeschaltet
03/07/2017

Saint Laurent: Kritik für "erniedrigende" Posen

Viele finden, dass die Werbung Magersucht verharmlost - und pornografische Anklänge hat.

Eine neue Werbekampagne des Modehauses Saint Laurent mit auffallend dünnen Models in "erniedrigenden" Posen sorgt derzeit in Frankreich für Empörung. Bei seiner Behörde seien rund 50 Beschwerden gegen die beiden Werbeplakate eingegangen, sagte der Chef der französischen Werbeaufsicht (ARPP), Stephane Martin. Das Modehaus habe die geltenden Regeln "eindeutig" verletzt.

"Aufruf zur Vergewaltigung"

Eines der in ganz Paris hängenden Plakate zeigt ein auf dem Boden liegendes Model im Pelzmantel mit weit geöffneten Beinen in Netzstrümpfen. Auf dem zweiten Plakat beugt sich ein mit einem Body bekleidetes Model auf Stöckelschuhen mit Gummirollen über einen Hocker, das Gesäß weit nach oben gestreckt.

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Einige Kritiker sähen in den beiden Bildern einen "Aufruf zur Vergewaltigung", andere eine Verherrlichung der Magersucht, sagte Martin. Er fügte hinzu, er wisse nicht, ob Saint Laurents Kundinnen gerne mit derartigen Bildern in Verbindung gebracht würden. Eine ähnliche Art der Modewerbung mit pornografischen Anklängen "hatten wir vor zehn Jahren schon einmal", sagte er. "Dass das jetzt wiederkommt, ist nicht hinnehmbar".

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Die ARPP untersagt alle "abwertenden oder demütigenden Darstellungen von Menschen" in der Werbung. Die Behörde kann von den Verantwortlichen verlangen, derartige Kampagnen zurückzuziehen oder zu ändern. Nach Angaben von Martin ist für Freitag ein Treffen mit dem Modehaus geplant, danach werde seine Behörde über das weitere Vorgehen entscheiden. Von Saint Laurent war zunächst kein Kommentar zu bekommen.

Vor rund zwei Jahren hatte die britische Werbeaufsicht (ASA) schon einmal ein Foto von Saint Laurent mit einem Magermodel verboten. Sie befand damals, das sich auf dem Schwarz-Weiß-Foto auf dem Boden räkelnde Model sei "ungesund untergewichtig" und das Werbefoto daher "unverantwortlich".

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