Style
14.01.2019

Instagram-Trend: Frauen zeigen stolz ihre grauen Haare

Der Account grombre feiert den Verzicht auf Haarfarben - und die Liebe zu sich selbst.

"Ich fühle mich viel selbstbewusster, seitdem ich beschlossen habe, mein Grau scheinen zu lassen", schreibt eine Fraue auf dem Instagram-Account @grombre. Sie ist nur eine von vielen, die es leid sind, sich ihren Haaransatz vom Friseur nachfärben zu lassen oder mit Produkten für den Heimgebrauch zu kaschieren. "Ich habe meine Haare vor einiger Zeit gefärbt und habe es sofort bereut. Es war, als hätte ich meine Identität weggewaschen."

"Fühle mich, wie ich selbst"

Über 65.000 Follower hat der Account bereits - und beweist damit, dass graue Haare vom Image des gesellschaftlichen Tabus endlich abkommen. Bei Männern wird das langsame Ergrauen nicht nur akzeptiert, sondern sogar als sexy empfunden. Bei Frauen passierte bislang das Gegenteil: Wer seine grauen Haare zeigte, galt als ungepflegt und nachlässig.

Grombre-Gründerin Martha Truslow Smith zeigt mit ihrer Sammlung von Fotos, die ihr ergraute Frauen aus aller Welt zukommen lassen, wie schön der Verzicht auf Haarfarben sein kann. "Es hat 20 Jahre gebraucht, damit ich mich endlich wohl mit den Haaren fühle, die mir Gott geschenkt hat", schreibt eine Frau. "Ich bin so stolz, dass diese silbernen Locken aus meinem Kopf wachsen."

Während graue Haare gemeinhin als Alterserscheinung gelten, ist es nicht ungewöhnlich, dass bei manchen die ersten silbernen Strähnen bereits in der Pubertät auftreten. "Ich habe es als etwas gesehen, wofür ich mich schämen musste", erzählt eine junge Frau von ihren Erfahrungen in der Schule, als Mitschüler sich schockiert von ihren grauen Haaren zeigten.

Sie fing schließlich an, sich die Ansätze zu färben. "Im Dezember 2015 hatte ich einen Moment, in dem ich über die Wichtigkeit von Authentizität nachdachte." Sie habe realisiert, dass sie es selbst nicht zu 100 Prozent war. "Ich habe beschlossen, mit der Haarfarbe aufzuhören und die Wahrheit ans Licht kommen zu lassen. Seit Jahren habe ich mich nicht mehr so wie ich selbst gefühlt, wie jetzt."