Style 06.11.2017

Zara: Hilferuf von Mitarbeitern auf Etiketten

People exit and walk past a fashion retailer Zara branch in an Istanbul upscale neighbourhood, Friday, Nov. 3, 2017. Shoppers at… © Bild: AP/Lefteris Pitarakis

Türkische Angestellte wollen sich die fehlenden Auszahlungen ihrer Gehälter nicht länger gefallen lassen.

In einer Zara-Filiale haben Kunden besorgniserregende Entdeckungen gemacht. Wie unter anderem Business of Fashion berichtet, wurden Nachrichten an den Etiketten von Kleidungsstücken gefunden. "Ich habe diesen Artikel, den Sie kaufen werden, hergestellt, aber wurde nicht dafür bezahlt", ist auf diesen zu lesen. Offenbar wurden Mitarbeiter der türkischen Produktionsstätte nicht bezahlt und sahen als einzige Möglichkeit, mittels Etiketten-Infos auf die Missstände aufmerksam zu machen.

Drei Monate Lohn fehlen

Die Nachrichten sollen Druck auf Zara-Kunden ausüben und diese dazu bringen, sich bei der Zentrale des spanischen Modeherstellers zu beschweren. Laut Associated Press wurde die Produktionsstätte von Bravo Tekstil in Istanbul, die unter anderem Zara und Mango beliefert, über Nacht geschlossen. Den Angestellten fehlen die Löhne der letzten drei Monate und auch eine Abfindung wurde nicht ausbezahlt.

Auf Anfrage von Refinery 29 sagte ein Sprecher der Inditex-Gruppe, zu der Zara gehört: " Inditex hat all seine vertraglichen Verpflichtungen mit Bravo Textil [sic] eingehalten und arbeitet derzeit daran, einen Hilfsfond für die betroffenen Mitarbeiter einzurichten, die von dem betrügerischen Verschwinden des Besitzers der Produktionsstätte betroffen sind."

Auf diese Weise sollen nicht ausbezahlte Gehälter endlich fließen und nicht konsumierte Urlaubstage verrechnet werden.

Dass Etiketten dazu genutzt werden, um Nachrichten zu verbreiten, ist nicht neu. Bereits 2014 machte die britische Billigmode-Kette Primark Schlagzeilen, weil Mitarbeiter Hilferufe in die Kleidung genäht hatten.

( kurier.at , mz ) Erstellt am 06.11.2017