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04/18/2021

Körpersprache der Königsfamilie auf Prinz Philips Beerdigung spricht Bände

Der Gemahl der britischen Königin war am 9. April im Alter von 99 Jahren gestorben. Am Samstag fand in Windsor sein Begräbnis statt.

Mit einer bewegenden Trauerfeier hat die britische Königsfamilie am Samstag Abschied vom Ehemann von Queen Elizabeth II. (94) genommen. Wegen der Corona-Pandemie fand die Zeremonie auf Schloss Windsor nur im kleinsten Kreis mit 30 Gästen statt - doch landesweit nahmen die Menschen Anteil.

An allen Orten des Königreichs hielten sie zu einer Schweigeminute inne. Prinz Philip war am 9. April im Alter von 99 Jahren gestorben. Der Sarg mit den sterblichen Überresten des Ehemanns der britischen Königin Elizabeth II. wurde während einer Trauerfeier in die königliche Gruft hinabgelassen.

Vielsagende Gesten bei der Königin, Charles und Harry

Die Trauerfeier bot viele intime und berührende Momente. Der wohl bewegendste: Die Queen musste in der St.Georgs-Kapelle, in der der Gottesdienst stattfand, alleine sitzen. Sehr gefasst und mit gesenktem Haupt, offensichtlich Lied- und Redetexte verfolgend, saß sie in der ersten Reihe. Die Corona-Regeln machten es notwendig, dass die Monarchin Abstand zu ihrer Familie hielt.

Den Trauermarsch begleitete sie zuvor in ihrer Staatslimousine. Die britische Autorin und Körpersprache-Expertin Judi James beobachtete das Verhalten der Königsfamilie während der Zeremonie.

Die Queen habe beim Betreten der Kapelle mit einem kurzen Zögern hineinzugehen "Bestärkung" gesucht, meint James. "Die Königin sorgte für die denkwürdigsten Momente in der Kapelle, weil sie alleine und mit so tief gesenktem Kopf saß, dass ihr Gesicht vollständig von ihrem Hut verdeckt war", analysierte die Körpersprache-Expertin in der britischen Zeitung The Daily Mail. "Es gab einen Moment, in dem sie innehielt und sich umdrehte, bevor sie die Kapelle betrat. Es sah sehr ergreifend aus, fast als könnte sie es nicht ertragen, alleine hineinzugehen. Sie drehte sich um, um sich zu versichern, dass ihre Gruppe hinter ihr ist."

Sohn und Thronfolger Prinz Charles wirkte sehr ergriffen, als er dem Sarg seines Vaters folgte: "Es war Charles, der am offensten Anzeichen von Kummer zeigte. Seine Augen waren gerötet und tränenerfüllt", so James.

Prinz Harry habe hingegen ein Gefühl von "Tapferkeit" ausgestrahlt; seine Selbstsicherheit habe aber mit jedem Schritt, den er sich Kapelle näherte, nachgelassen. "Während William geradeaus schaute und der Anwesenheit seines Bruders keine Aufmerksamkeit schenkte, versuchte Harry, sich selbst zu beruhigen, was auf ein gewisses Maß an unterdrückter Angst hinwies." Harry habe demnach "an seiner Weste gezupft" und in der Kapelle mit den Schultern gerollt - eine Geste, die bedeuten kann, dass man sich bereit macht und versucht, das eigene Selbstvertrauen zu stärken.

Für Aufsehen sorgte im Trauermarsch, dass Philips Enkel Prinz William und der aus den USA angereiste Prinz Harry nicht nebeneinander gingen - zwischen den Brüdern schritt, leicht versetzt, ihr Cousin Peter Phillips, Sohn von Queen-Tochter Prinzessin Anne. Auf den letzten Metern in der Kirche ging William dann eine Reihe vor Harry. Nach dem Gottesdienst verließen die Brüder gemeinsam mit Williams Ehefrau Catherine die Kirche.

Vielfach wurde vor der Beerdigung über eine mögliche Aussöhnung der Familie spekuliert. Körpersprache-Expertin James vermutet, dass diese auch gelungen sein könnte: "In einem gut koordinierten, aber auch relativ natürlich aussehenden Moment trat Harry hinter William und Kate, um sich ihnen anzuschließen, ging zwischen ihnen hin und her und unterhielt sich mit beiden", erklärt sie. "Nach ein paar Sekunden (...) ließ Kate die Brüder allein gehen und sich unterhalten. Es sah eher nach einem echten Moment der Einheit aus, als nach etwas, das für die Kameras inszeniert wurde."

Die Gruft in der Kapelle ist nicht die letzte Ruhestätte Philips. Nach dem Tod der Queen wird der Prinzgemahl an die Seite seiner Frau umgebettet, für die ein Grab in der kleinen König-Georg-VI.-Gedenkkapelle vorgesehen ist. Dort ruhen die engsten Angehörigen der Königin: Ihr Vater Georg VI., ihre Mutter und ihre Schwester Margaret. Wie die königliche Familie den Trauertag verbrachte, wurde nicht bekanntgegeben. Aber klar ist: An diesem Sonntag endet die Trauerzeit. Schon bald steht ein weiterer wichtiger Termin an, auch wenn wegen der Corona-Regeln ebenfalls keine Feier möglich ist - die Queen wird am Mittwoch 95. Es ist ihr erster Geburtstag ohne ihren Gatten seit ihrer Hochzeit 1947.

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