Stars
04.12.2018

Kein Diplomat mehr: Schwere Zeiten für Boris Becker

Becker hat nicht nur mit seiner Scheidung zu kämpfen, jetzt wurde auch noch sein Insolvenzverfahren auf unbestimmte Zeit verlängert.

Der Ex-Tennisstar (51) war am Montag nicht zur Gerichtsverhandlung seines Insolvenzverfahrens erschienen. Weder der 51-Jährige, noch seine Anwälte waren beim Termin in London zugegen.

Tennisstar verpasst Gerichtstermin

Beckers Abwesenheit rechtfertigte dessen deutscher Anwalt der Deutschen Presse-Agentur so, dass sein Mandant "niemals ordnungsgemäß zu dem Gerichtstermin geladen" worden sei. Bei der Anhörung im Verhandlungssaal sollte es um die Frage gehen, ob sich Becker weiter darauf beruft, aufgrund seines diplomatischen Status' von seinen Gläubigern nicht belangt werden zu können.

Diplomat oder nicht Diplomat, das ist hier die Frage

Während des Verfahrens im Sommer hätte Becker plötzlich erklärt, dass er als Attaché für Sport, Kultur und humanitäre Angelegenheiten der Zentralafrikanischen Republik den Diplomatenstatus genieße. Von Anfang an habe es Zweifel daran gegeben, ob diese Argumentation vor dem Gesetz standhalten werde. Der Botschafter der Zentralafrikanischen Republik in Brüssel bestätigte zwar, dass Becker ein offizieller Diplomat seines Landes sei. Der Außenminister des Landes, Charles Armel Douban, bestritt dies hingegen. Er beschrieb Beckers Rolle als "inoffizielle Position" und sagte weiter, dass der Pass des ehemaligen Tennisstars eine "Fälschung" sei, so der Spiegel.

Den Anwälten seiner Gläubiger hatte Becker vor dem Termin eine Email geschrieben. Anwalt Tony Beswetherick zufolge stand in der Nachricht, dass Becker "finanziell nicht in der Lage" sei, sich weiter auf seine diplomatische Immunität zu berufen.

Insolvenzverfahren auf unbestimmte Zeit verlängert

Der Richter beschloss aufgrund von Nichterscheinen Beckers Insolvenzverfahren auf unbestimmte Zeit zu verlängern, wie die britische Nachrichtenagentur PA berichtete.

In den Verhandlungen der letzten Monate ging es vor allem darum, wie lange die Insolvenz des ehemaligen Tennis-Stars gelten soll. Schon im letzten Jahr erklärte der Londoner High Court Becker auf Antrag der Privatbank Arbuthnot Latham & Co. für insolvent. Mehr als elf Millionen Euro forderte die Bank vom Ex-Tennisstar. Infolgedessen meldeten sich immer mehr Gläubiger – unter ihnen der Schweizer Geschäftsmann Hans-Dieter Cleven, dem Becker angeblich um die 40 Millionen Euro schulde, so das deutsche Blatt.

Becker soll Vermögen verheimlicht haben

Ein Insolvenzverfahren in Großbritannien läuft so ab, dass ein Konkursverwalter Zutritt auf das Vermögen des Betroffenen erhält – und Teile davon verkaufen kann. Nach einem Jahr endet das Verfahren und der Betroffene ist schuldenfrei. Weigert sich der Schuldner, mit dem Konkursverwalter zusammenzuarbeiten, kann die Insolvenz verlängert werden, bis der Verwalter eine Übersicht über die Besitzverhältnisse gemacht hat.

Das scheint bei Becker nun der Fall zu sein. Seine Insolvenz hätte ursprünglich am 21. Juni enden sollen. Im Mai beantragte Mark Ford, Insolvenzvertreter, die Frist zu verlängern. Becker habe ihm Informationen über seine Vermögenswerte vorenthalten. Ford fehlten unter anderem Informationen zu Immobilien in Deutschland und Anteilen an drei Autohäusern. Auch einige Trophäen des ehemaligen Tennisstars seien verschwunden.

Becker: Verfahren sei eine "Farce"

Becker schaffte es im Juni, den Verkauf von Gegenständen im Wert von etwa 224.000 Euro zu verhindern. Seine persönlichen Gegenstände (darunter etwa Pokal-Nachbildungen, eine Goldene Kamera und ein Bambi) rettete er mit einer einstweiligen Verfügung vor der Versteigerung. Nun könnte sich das Blatt aber wenden.

Der ehemalige Tennis-Star bezeichnete das Gerichtsverfahren in den letzten Monaten immer wieder als "Farce". Er habe seine Schulden beglichen und sei nicht pleite. Grund für die Ansprüche der Bank seien Wucherzinsen, die diese von ihm "weder rechtskräftig noch rechtswirksam" verlange.

Lilly Becker: "Bin maßlos enttäuscht"

Obendrein rechnete nun auch noch Beckers Ex-Frau Lilly mit der Tennislegende im TV ab: "2018 war die schlimmste Zeit meiner 42 Lebensjahre. Momentan sind Boris Becker und Lilly Becker keine Freunde. Weil der Mann mich so maßlos enttäuscht hat", erzählte sie in der Jahresrückblicksshow "2018! Menschen, Bilder, Emotionen".

Zumindest gegen Cleven konnte Becker nun einen Sieg vor Gericht erwirken. Im Juni 2017 hatte der Unternehmer in der Berufung eine Teilsumme von 10 Millionen Franken (rund 8,8 Millionen Euro) von Becker verlangt. Die Forderung wurde aber schon damals vom Gericht abgewiesen, da Cleven das Darlehen nicht fristgerecht gekündigt haben soll. Nun hat Becker den Prozess gegen seinen ehemaligen Geschäftspartner gewonnen, der nun die Gerichtskosten und Beckers Anwaltskosten übernehmen muss.