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Harry und Meghan kurz davor, die ganze Wahrheit zu sagen

Schlussendlich hielten die beiden den Namen geheim - bis heute.

08/26/2021, 11:04 AM

Es war eines der meistbeachteten Interviews dieses Jahren: Als der britische Prinz Harry und seine Frau Herzogin Meghan im MĂ€rz US-Starmoderatorin Oprah Winfrey ihr Herz ausschĂŒtteten, war die Aufregung weltweit groß. In dem TV-GesprĂ€ch hatte Harry unter anderem erzĂ€hlt, dass sein Vater Charles ihm den Geldhahn zugedreht und zeitweise seine Anrufe nicht mehr entgegengenommen hatte. Zudem berichtete er ĂŒber sein gespanntes VerhĂ€ltnis zu seinem Bruder. Meghan sagte, wĂ€hrend ihrer ersten Schwangerschaft habe es im Königshaus mit Blick auf ihr ungeborenes Kind "Sorgen und GesprĂ€che" darĂŒber gegeben, "wie dunkel seine Haut sein mag, wenn er geboren ist".

Die Reaktionen auf das Interview hĂ€tten unterschiedlicher nicht sein können: SĂ€ngerin BeyoncĂ© bedankte sich bei Meghan fĂŒr deren Mut. "Wir alle sind gestĂ€rkt und inspiriert von Dir", schrieb sie auf ihrer Webseite.

Palast-Strategie: Abwarten und Tee trinken

Auch die frĂŒhere First Lady Michelle Obama stĂ€rkte Markle den RĂŒcken. In Großbritannien waren solche Stimmen kaum zu hören, aus dem Palast kamen höchstens Verteidigungsbotschaften - auf eine öffentliche Diskussion ĂŒber Rassismus und Diskriminierung wartete man vergeblich. Wer die rassistischen Aussagen getĂ€tigt haben soll, ist bis heute unklar. Harry und Meghan sollen vor dem Interview aber ĂŒberlegt haben, den Namen zu nennen, behaupten Omid Scobie und Carolyn Durand, die Autoren der nicht autorisierten Biografie "Finding Freedom" in ihrer aktualisieren Neufassung. Schlussendlich entschieden sie sich dagegen, um der betreffenden Person nicht zu schaden. Lediglich die Queen und ihren mittlerweile verstorbenen Ehemann Prinz Philip nahmen sie in Schutz.

Die Schweige-Strategie des Palastes empfinden Scobie und Durand laut Page Six als fragwĂŒrdig. "Sie scheinen das GefĂŒhl zu haben, dass sich das Problem in Luft auflöst, wenn es ignoriert wird, aber inzwischen hĂ€tten wissen mĂŒssen, dass das so nicht funktioniert, zitiert das Magazin die Autoren. Meghan soll das Interview jedenfalls als "kathartisch" und "befreiend" empfunden haben. Die Queen habe es ĂŒbrigens nicht gesehen, heißt es in "Finding Freedom".

Der Unterschied in der Wahrnehmung der Erlebnisse von Meghan und Harry auf beiden Seiten des Atlantiks dĂŒrfte vielfĂ€ltige GrĂŒnde haben. Auffallend ist dabei vor allem, dass die Zeiten des royalen Aufruhrs in die Zeit der grĂ¶ĂŸten Rassismus-Debatte in den USA seit Jahrzehnten fielen. Der gewaltsame Tod des Afroamerikaners George Floyd im Mai 2020 fĂŒhrte zu einer Sensibilisierung bezĂŒglich alltĂ€glicher und struktureller Diskriminierung. So auch bei der Behandlung der US-Amerikanerin Meghan in Teilen der britischen Presse, deren Berichte vielfach als rassistisch wahrgenommen wurden. Meghans Mutter ist Schwarz.

Zudem sind Vorbehalte gegen das britische Königshaus als ewig gestrige Institution in den Vereinigten Staaten, die ihren UnabhĂ€ngigkeitskrieg gegen das Vereinigte Königreich fĂŒhrten, weit verbreitet. Das ist fĂŒr viele ein weiterer Grund, sich auf die Seite derer zu schlagen, die Windsor den RĂŒcken zudrehen und Amerika als modernere Heimat bevorzugen. In Kalifornien kommen Meghan und Harry gut an, sie wirken locker und zugleich bescheiden.

Die Namenswahl ihrer im Juni geborenen Tochter Lili war schließlich von manchen als Friedensangebot Richtung London gedeutet worden. Allerdings gab es Unstimmigkeiten darĂŒber, ob die Queen, die ebenfalls von Vertrauten "Lilibet" genannt wird, rechtzeitig gefragt wurde.

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