WM-Barometer: Tendenz steigend

SWITZERLAND ALPINE SKIING WORLD CUP
Foto: APA/PETER KLAUNZER

Von verlässlichen Stars, aufstrebenden Jungen und frustrierten Medaillengewinnern

Das letzte Weltcup-Wochenende vor der WM ist Geschichte. Sogar eine mit einem Happy End: In Kitzbühel und Marburg verbuchte das rot-weiß-rote Team dank Marcel Hirscher, Matthias Mayer, Hannes Reichelt, Anna Fenninger und Kathrin Zettel fünf Podestplätze. Gute Voraussetzungen für die alpinen Festspiele, die am 4. Februar in Schladming beginnen.

27 ÖSV-Athleten werden am Mittwoch offiziell für die Titelkämpfe nominiert, knapp ein Drittel davon hat auch seriöse Medaillenchancen. Bevor es in der Steiermark ernst wird, wirft der KURIER einen Blick auf das WM-Barometer:

+ Kärntner Aufsteiger

SUPER-G DER HERREN IN KITZBÜHEL: SIEGEREHRUNG Foto: APA/K.S.C./EXPA/JOHANN GRODER Matthias Mayer ist einer der Aufsteiger des Jahres Matthias Mayer (22) und Max Franz (23) haben beim Weltcup-Wochenende in Kitzbühel bewiesen, dass man nicht zwangsläufig ein Routinier sein muss, um auf der Streif Erfolg zu haben.

Der fünfte Abfahrtsrang von Max Franz nur 56 Tage nach seinem schweren Ski-Unfall in Beaver Creek war fast ebenso sensationell wie der zweite Super-G-Platz von Matthias Mayer, der nach einer rätselhaften Bakterieninfektion im vergangenen Sommer sogar im Rollstuhl sitzen musste und den WM-Winter schon abgehakt hatte.

+ Auferstandene Routiniers

SLALOM DER HERREN IN KITZBÜHEL: RAICH (AUT) Foto: APA/HANS KLAUS TECHT Benjamin Raich hat sich zurückgemeldet Vor einigen Monaten war ob der ausbleibenden Erfolge hinter manch einer vorgehaltenen Hand schon über einen Rücktritt von Benjamin Raich gemunkelt worden. Doch mit dem fünften Platz im Slalom von Kitzbühel hat der 34-jährige Pitztaler seine Zweifler zum Schweigen gebracht.

Auch Nicole Hosp (29), die zuletzt lange mit Form und Selbstvertrauen haderte, fand in Marburg (Platz sieben) den Weg zurück in die Top Ten.

+ Unersättliche Sieger

SLALOM DER HERREN IN KITZBÜHEL: HIRSCHER (AUT)/NEU Foto: APA/HANS KLAUS TECHT Hält Marcel Hirschers Fürm bis zur WM Können Tina Maze (die bisher 396.650 Euro und damit mehr Preisgeld kassierte als jeder Mann), Marcel Hirscher (316.889 Euro), Lindsey Vonn und Ted Ligety ihre Hochform konservieren?

Diese Frage wertet die WM noch auf, und das in einer Sportart, von der es heißt, dass man sich nicht auf den Tag X hintimen könne, wie das in der Leichtathletik und im Schwimmen üblich ist.

+ Steigende Vorfreude

SLALOM DER HERREN IN KITZBÜHEL: ZUSCHAUER, HIRSCHE Foto: APA/Robert Parigger Das Zuschauerinteresse ist ungebrochen Mehr als 1,5 Millionen ORF-Seher bei der Hahnenkamm-Abfahrt, 1,172 Millionen beim zweiten Slalom-Durchgang, 906.000 beim Marburger Damen-Slalom. Aber auch der Zustrom vor Ort war imposant. Und das nicht nur in Kitzbühel, wo 42.000 bei der Abfahrt und 21.000 für den Slalom Eintrittskarten lösten.

So strömten in Wengen und Adelboden trotz der schwersten Schweizer Ski-Krise jeweils 30.000 zu den Traditionsrennen. Und in Marburg lockte der Slalom mit der slowenischen Lokalmatadorin Tina Maze 20.000 Neugierige an.

- Hartnäckige Verlierer

Von den Schweizer Ski-Herren, die Österreich jahrelang ein packendes Ski-Ländermatch lieferten, haben nur vier Läufer die Qualifikationskriterien (einmal in den Top Sieben oder drei Mal in den Top 15) erfüllt: Vogel, Küng, Défago und Janka.

- Nachdenkliche WM-Helden

AUSTRIA ALPINE SKIING SCHILD Foto: APA/ROBERT PARIGGER Marlies Schild ist in Schladming nur Zuschauerin In Garmisch-Partenkirchen hatten die Medaillengewinner Elisabeth Görgl, Marlies Schild und Philipp Schörghofer Grund zur Freude. Eine Woche vor der WM sieht das anders aus. Österreichs Slalom-Königin wird sich nach ihrem Innenbandriss von der Couch aus ansehen müssen, wer in ihre Fußstapfen tritt.

Auch Elisabeth Görgl, die vor zwei Jahren nach Abfahrts- und Super-G-Gold noch freudig ihren WM-Song trällerte, schlägt dieser Tage leisere Töne an. Die Suche nach der richtigen WM-Form gestaltet sich nach ihren Knieoperationen im Sommer schwieriger als erwartet. Und Philipp Schörghofer, der Bronzemedaillen- gewinner von Garmisch (Riesenslalom), hat in dieser Saison nach Wetterpech und Krankheit gar erst 2100 Euro Preisgeld verdient.

(KURIER) Erstellt am
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