Sport | Wintersport
27.01.2013

Hirscher-Show am Ganslernhang

Marcel Hirscher feiert nach einem starken zweiten Lauf seinen fünften Saisonsieg. Raich wird Fünfter.

Am Freitag war er noch kränklich daheim auf der Couch gelegen. Doch 48 Stunden später profitierte Marcel Hirscher von seinem g’sunden Selbstvertrauen. Dank des 23-Jährigen wurde in Kitzbühel nicht nur die norwegische Hymne (für Super-G-Sieger Aksel Lund Svindal), die italienische (für Abfahrtssieger Dominik Paris), die kroatische (für Kombi-Sieger Ivica Kostelic), sondern nach sieben Jahren endlich auch wieder die österreichische gespielt.

"Da hielt es unter den Zehntausenden Zuschauern selbst "Terminator" Arnold Schwarzenegger nicht mehr auf seinem Sitz.

Hirscher gewann zum ersten Mal den Slalom am Hahnenkamm. Nachdem ihn eine Woche zuvor sein deutscher Freund (und Trainingspartner) Felix Neureuther besiegen hatte können, drehte Hirscher am Ganslernhang vor 25.000 Augenzeugen den Spieß um.

Wieder einmal nahm er vor dem zweiten Lauf eine Materialkorrektur vor. Wieder einmal schien er Bodenwellen zu ignorieren. Und wieder einmal wurde Hirschers Mut zum Risiko belohnt.

Im Gegensatz zum Halbzeit-Besten Stefano Gross zeigte Hirscher keine Nerven. „Doch glaubt nicht, dass ich eine Maschine bin. Mir können genauso Fehler passieren.Auch bei einer WM.“

Hirschers Konstanz wird langsam unheimlich. In der Disziplin, in der es die meisten Ausfälle gibt (allein gestern 32), fiel der Salzburger vor der Heim-WM kein einziges Mal um. Ja ihm gelang im zweiten Lauf als drittletzter Starter noch eine Laufbestzeit, die bis dahin der wiedererstarkte Benjamin Raich gehalten hatte.

Der erste Lauf war vom französischen Trainer der Italiener gesteckt worden. Jack Theolier musste für Ante Kostelic einspringen, nachdem FIS-Weltcup-Direktor Günter Hujara in respektlosem Ton dem Trainervater von Ivica Kostelic die Kurssetzung entzogen hatte.

Hirschers Triumph in Kitzbühel

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Winner Hirscher of Austria reacts after the second

Winner Hirscher of Austria hits the protection fen

SLALOM DER HERREN IN KITZBÜHEL: ZUSCHAUER

SLALOM DER HERREN IN KITZBÜHEL: ZUSCHAUER

Hirscher of Austria skis during the second run of

Neureuther of Germany skis during the second run o

Spectators wave German and Bavarian flags before t

Raich of Austria reacts after the second run of th

AUSTRIA ALPINE SKIING WORLD CUP

Herbst of Austria skis away after failing during t

SLALOM DER HERREN IN KITZBÜHEL: PRANGER (AUT)

Paris of Italy finishes after competing in the men

ABFAHRT DER HERREN IN KITZBÜHEL: PARIS (ITA)

ABFAHRT DER HERREN IN KITZBÜHEL: PARIS (ITA)

AUSTRIA ALPINE SKIING WORLD CUP

ABFAHRT DER HERREN IN KITZBÜHEL: REICHELT (AUT)

Franz of Austria reacts after competing in the men

Kroell of Austria is airborne as he competes in th

Streitberger of Austria is airborne as he competes

Svindal of Norway is airborne as he competes in th

Kostelic-Konter

Kostelic Junior („No comment“) zog eine beeindruckende Antwort auf der Piste vor. Der Kroate, 33, wurde nicht nur Slalom-Dritter. Der fleißigste Rennläufer des Weltcups gewann darüber hinaus (nach Addition der Abfahrts- und Slalomresultate) auch noch die mit 50.000 Euro dotierte Hahnenkamm-Kombination. Eine Traditionswertung, die es trotz Protesten von Kitzbühel und ÖSV-Boss Peter Schröcksnadel in dieser Form nicht mehr geben wird. Was was auch Kostelic, der die Kitzbüheler Kombination bereits zum vierten Mal in Serie für sich entschied, sehr bedauert.

Ich werde in ein, zwei Jahren nicht mehr fahren. Und den Herrn Hujara wird es in ein paar Jahren auch nicht mehr geben.Umso so trauriger wäre es für den Skisport, wenn die nächsten Generationen um diesen Bewerb gebracht werden.“ Neben Kostelic saßen bei der Pressekonferenz Hirscher und Neureuther. Die beiden nickten. „Wir schließen uns den berührenden Worten von Ivica an.“ Das letzte Wort aber wird wie so oft Direktor Hujara habe

Marcel Hirschers Weltcup-Karriere

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GERMANY ALPINE SKIING WORLD CUP

Marcel Hirscher

ALPINE SKI-WM IN VAL D'ISERE: SUPER-KOMBINATION DE

FRANCE SKI ALPINE WORLD CUP

FRANCE SKI ALPINE WORLD CUP

FRANCE ALPINE SKIING WORLD CUP MENS

VERABSCHIEDUNG DER OLYMPIA-MANNSCHAFT DURCH BP FIS

Hirscher of Austria sprays champagne on podium nex

FRANCE ALPINE SKIING WORLD CHAMPIONSHIPS

hirscher-000_APA_ANTONIO BAT.jpg

Winner Hirscher of Austria reacts after the second

AUSTRIA ALPINE SKIING WORLD CHAMPIONSHIPS

GERMANY ALPINE SKIING WORLD CUP

Hirscher of Austria clears a gate during his first

Pos. Name Land Gesamt Rückstand 1. Lauf 2. Lauf
1. Marcel Hirscher AUT 1:44,34 50,83 53,51
2. Felix Neureuther GER 1:45,11 0,77 51,21 53,9
3. Ivica Kostelic CRO 1:45,27 0,93 51,26 54,01
4. Giuliano Razzoli ITA 1:45,35 1,01 50,72 54,63
5. Benjamin Raich AUT 1:45,63 1,29 52,02 53,61
6. Patrick Thaler ITA 1:45,76 1,42 51,03 54,73
7. Fritz Dopfer GER 1:45,80 1,46 51,22 54,58
8. Andre Myhrer SWE 1:45,91 1,57 51,6 54,31
9. Manfred Pranger AUT 1:45,92 1,58 51,63 54,29
10. Jens Byggmark SWE 1:45,95 1,61 50,96 54,99
11. Stefano Gross ITA 1:45,98 1,64 50,65 55,33
12. Mattias Hargin SWE 1:46,00 1,66 51,95 54,05
13. Markus Larsson SWE 1:46,02 1,68 51,48 54,54
14. Michael Janyk CAN 1:46,15 1,81 51,71 54,44
15. Alexis Pinturault FRA 1:46,27 1,93 51,5 54,77
16. Akira Sasaki JPN 1:46,50 2,16 52,29 54,21
17. Henrik Kristoffersen NOR 1:46,52 2,18 52,33 54,19
18. Alexander Choroschilow RUS 1:46,61 2,27 51,86 54,75
19. Victor Muffat Jeandet FRA 1:46,80 2,46 51,92 54,88
20. Thomas Mermillod Blondin FRA 1:47,23 2,89 52,43 54,8
21. David Chodounsky USA 1:47,28 2,94 51,78 55,5
22. Steven Theolier FRA 1:47,49 3,15 52,06 55,43
23. Marc Gini SUI 1:47,66 3,32 51,79 55,87
24. Santeri Paloniemi FIN 1:48,14 3,8 51,93 56,21
25. Axel Bäck SWE 1:48,63 4,29 51,25 57,38
26. Markus Vogel SUI * 1:55,56 11,22 51,24 01:04,3

* Keine Weltcuppunkte wegen zu großen Rückstands

Ausgeschieden im 1. Durchgang u.a.: Mario Matt, Wolfgang Hörl, Joachim Puchner (alle AUT), Jean-Baptiste Grange (FRA), Mitja Valencic (SLO), Naoki Yuasa (JPN), Cristian Deville (ITA), Ted Ligety (USA), Manfred Mölgg (ITA)Ausgeschieden im 2. Durchgang: Manuel Feller (AUT), Reinfried Herbst (AUT), Steve Missillier (FRA), Leif Kristian Haugen (NOR)

Die unglaubliche Serie des Marcel Hirscher

Marcel Hirscher hat mit dem ersten Slalom-Sieg in Kitzbühel eine beeindruckende Serie fortgesetzt. Der Österreicher ist in seinen bisher 14 Saisonrennen zwölf Mal auf das Podest gefahren, davon in allen sieben klassischen Slaloms, von denen er vier gewonnen hat. Auch beim zum Slalom-Weltcup zählenden City-Event in München war Hirscher Zweiter geworden.

"Ausreißer" sind lediglich der 32. Platz bei Hirschers einzigem Super-G-Auftritt im Dezember in Beaver Creek sowie Rang 16 im Riesentorlauf von Adelboden, wo er 23-jährige aber bis zu seinem späten Fehler auf dem Weg zum klaren Sieg vor Ted Ligety gewesen war.

Die bisherigen Saison-Ergebnisse von Marcel Hirscher:

Jahr und Datum Rennen Platzierung
2012
28.10. Sölden, RTL 3.
11.11. Levi, Slalom 2.
1.12. Beaver Creek, Super-G 32.
2.12. Beaver Creek, RTL 2.
8.12. Val d'Isere, Slalom 3.
9.12. Val d'Isere, RTL 1.
16.12. Alta Badia, RTL 2.
18.12. Madonna di Campiglio, Slalom 1.
2013
1. 1. München, City Event, Slalom 2.
6. 1. Zagreb, Slalom 1.
12. 1. Adelboden, RTL 16.
13. 1. Adelboden, Slalom 1.
20. 1. Wengen, Slalom 2.
27. 1. Kitzbühel, Slalom 1.

Ich probiere nicht, cool zu sein

Sie sind erstmals Kitzbühel-Sieger. Wie fühlt sich das an? Hirscher: Geil. Ich habe immer von diesem Tamtam um Kitzbühel gesprochen, damit ich die Bedeutung persönlich wegschieben kann von mir. Jetzt ist es umso schöner. Wenn du ein Großer sein möchtest, solltest du es ein Mal gewonnen haben.

Wieder Vollgas im zweiten Durchgang. Was macht Sie da so stark? Es ist immer dasselbe. Einer haut einen guten Lauf runter und dann bleibt mir nur noch alles oder nichts. Da muss ich einen Schalter umlegen. Bei weniger großen oder schweren Sachen fahre ich eher mit Zurückhaltung.

Und was macht Sie da so cool? Coolness oder nicht kann man besser von außen beurteilen. Ich bin der Marcel und ich probiere nicht, cool zu sein. Vielleicht ist es das, was einen cool macht.

Wie schwer war es, diesen Slalom zu gewinnen? Sehr schwierig, wegen der Bedingungen. Ich musste zwischen den Durchgängen Ski wechseln. Ich musste 100 Prozent geben und mein persönliches Maximum bringen.

Sogar Arnold Schwarzenegger ist aufgesprungen, als Sie im Ziel waren. Freut einen das? Das freut mich irrsinnig. Ich dachte, er ist eher auf Speed und Adrenalin fokussiert. Das ist schon eine riesige Wertschätzung gegenüber unseren Sport. Er ist doch der bekannteste Österreicher momentan.

Mit diesem Sieg ist der ganze WM-Druck wieder da, oder? Ich habe nun schon sehr oft die Gelegenheit bekommen, mein Können unter Beweis zu stellen. Im Slalom ist mir das sieben Mal in Folge gelungen. Dennoch sollte für jeden begreifbar sein, warum ich kein Schweizer Uhrwerk oder ein Computerprogramm bin. Auch ich bin menschlich und kann Fehler machen. Vielleicht passieren diese genau bei der WM und dann darf man nicht enttäuscht sein und auf mir rumhacken. Im Skisport ist generell nichts erzwingbar.

Ivica Kostelic bedauert den Wegfall der klassischen Kitz-Kombi. Ihre Meinung? Ich glaube, Tradition sollte im modernen Skisport erhalten bleiben. Ivica hatte recht mit seinen berührenden Worten. Es wäre sehr schade, diese Kombination zu streichen. Ich würde es bedauern, wenn ich nicht mehr aktiv bin und dennoch hätten Funktionäre diese klassische Kombi auf ewige Zeiten zerstört.

Sie fahren vor der WM noch in Moskau. Was erhoffen Sie und wie geht es dann weiter? Ich versuche, in Moskau ein paar Runden weiter zu kommen, das wäre sehr wichtig. Dann werde ich mich erholen, aber nicht allzu lange, sondern mich gescheit auf die WM vorbereiten. Ich freue mich, dass ich nun wieder einmal trainieren kann.

Ist für Sie der WM-Teambewerb ein Thema? Grundsätzlich sind mehrere WM-Bewerbe angedacht. Aber wie so oft bei WM's werden Dinge spontan entschieden. Mir würde es Spaß machen. In allen anderen Sportarten werden Teambewerbe hoch geschätzt und haben zurecht einen hohen Stellenwert. Nur im Skisport ist der Teambewerb ins Lächerliche gezogen worden, auch von den Athleten. Das verstehe ich nicht. Die Besten sollten antreten, damit kriegt der Bewerb seine Wertigkeit.

Svindal sagt, Sie sind sein härtester Konkurrent im Weltcup. Denken Sie an die Gesamtwertung? Danke, Aksel. Vermutlich ist's die Wahrheit. Ich habe jetzt über tausend Punkte, das ist nicht so schlecht für die Jahreszeit.

Kostelic gewann zum vierten Mal in Folge Kitz-Kombi

Ivica Kostelic hat zum vierten Mal in Folge die klassische Kitzbühel-Kombination gewonnen und sich vor dem Franzosen Alexis Pinturault erneut zum Hahnenkamm-Sieger gekürt. Nach den Plätzen 30 in der Samstag-Abfahrt und drei im Spezial-Slalom am Sonntag war der Kroate einmal mehr nicht zu schlagen, er kassierte dafür 50.000 Euro Preisgeld. Bester Österreicher wurde Romed Baumann als Vierter (+5,53 Sek.).

Obwohl sein Vater Ante als Slalom-Kurssetzer ausgebootet worden war, lag Kostelic lag schon nach dem erstem Durchgang vor Pinturault in Führung. Von den Österreichern fiel Joachim Puchner im ersten und der aussichtsreich im Rennen liegende Hannes Reichelt im zweiten Slalom-Durchgang aus. Matthias Mayer wurde Siebenter.

Vermutlich hat Kostelic damit auch die letzte mit Punkten belohnte Version dieser seit 1931 bestehenden Kombination gewonnen. "Ich hatte Glück. Als ich hörte, dass Benni Raich führt, bin ich sehr weich gefahren, denn das tut er auch", erklärte Kostelic Platz drei im Slalom. Als vierfacher Hahnenkamm-Sieger in Serie brach er natürlich eine Lanze für die Kitz-Kombi.

"Schade, dass es sie nicht mehr geben soll. Ich bin in zwei Jahren weg, Günter Hujara (FIS-Renndirektor, Anm.) auch irgendwann. Diese klassische Kombi hat uns alle überlebt. Wir sollten das nicht wegen einer momentanen Tendenz zerstören", forderte Kostelic. "Wir müssen auch auf die Geschichte achten."

1. Ivica Kostelic CRO 03:45,80
2. Alexis Pinturault FRA 03:47,06
3. Thomas Mermillod Blondin FRA 03:48,00
4. Romed Baumann AUT 03:51,33
5. Aksel Lund Svindal NOR 03:51,55
6. Kjetil Jansrud NOR 03:51,63
7. Matthias Mayer AUT 03:54,34
8. Andreas Romar FIN 03:55,00
9. Maciej Bydlinski GER 03:55,99
10. Carlo Janka SUI 03:57,23