Gehen die ÖSV-Skistars leer aus? Die letzten Fragen des Winters
Darf Julia Scheib am Ende des Winters auf den Sieg im Riesentorlauf-Weltcup anstoßen?
Das Olympische Feuer ist erloschen – und damit köchelt traditionell auch die Begeisterung für den Wintersport nur mehr auf Sparflamme.
Dabei ist die Saison noch lange nicht Schnee von gestern, für österreichische Athleten steht nach den Winterspielen sogar noch einiges auf dem Spiel.
- Ski Alpin: Julia Scheib jagt die Kugel
Nach der Enttäuschung bei Olympia (nur vier Alpinmedaillen) liegt es an Julia Scheib, die Ehre der Skination zu retten und eine Weltcupsaison ohne Kristallkugel zu verhindern.
Die Steirerin nimmt die letzten zwei Riesentorläufe mit 89 Punkten Vorsprung auf Camille Rast (SUI) in Angriff und hat gute Chancen, nach zehn Jahren (Eva-Maria Brem) diese Disziplinen-Kugel wieder nach Österreich holen.
Die Olympischen Spiele endeten für Topfavoritin Julia Scheib mit einer Enttäuschung
Ein Fragezeichen bleibt: Welche Spuren hat der große olympische Dämpfer bei Scheib (Rang vier nach vielen Patzern) hinterlassen? Sie selbst stellt jedenfalls die Riesentorlauf-Kugel über eine Olympiamedaille.
Rein rechnerisch ist auch im Herren-Super-G noch ein österreichischer Gesamtsieg möglich: Allerdings bräuchten Vincent Kriechmayr (2.), Stefan Babinsky (3.) und Raphael Haaser (4.) schon ein mittelgroßes Ski-Wunder, um Leader Marco Odermatt abzufangen. Der Schweizer liegt vor den letzten drei Super-Gs mehr als 150 Zähler voran.
Aussichtslos erscheint – wieder einmal – der prestigeträchtige Kampf um den Nationencup. Österreich hat 629 Punkte Rückstand auf die Schweiz.
Den österreichischen Skispringern winkt wie in den letzten vier Saisonen der Sieg im Nationencup
- Skispringen: Österreicher behaupten die Lufthoheit
Nach dem Dreifachsieg (Daniel Tschofenig vor Jan Hörl und Stefan Kraft) in der letzten Weltcupsaison wurden die ÖSV-Überflieger in diesem Winter auf ein Normalmaß gestutzt.
Im Gesamtweltcup wird voraussichtlich kein Österreicher in den Top 3 landen. Dafür sollte sich das Team von Andreas Widhölzl zum fünften Mal in Folge den Nationencup sichern: Die Österreicher liegen 827 Punkte vor den Slowenen.
- Nordische Kombination: Lamparter vor dem Mega-Coup
143 Zähler Vorsprung für die letzten drei Weltcupbewerbe – da sollte eigentlich nichts mehr schiefgehen. Zumal Johannes Lamparter – wie er nicht zuletzt bei den Winterspielen unter Beweis stellte – in diesem Winter die Konstanz und Verlässlichkeit in Person ist.
Kombinierer Johannes Lamparter feierte in diesem Winter bereits fünf Weltcupsiege
Für den Tiroler wäre es bereits der zweite Triumph im Gesamtweltcup, und Johannes Lamparter könnte sogar noch einen weiteren großen Coup landen: Ein Sieg fehlt ihm noch auf den österreichischen Kombinierer-Rekordmann Felix Gottwald (23 Weltcupsiege).
Dazu winkt der Mannschaft von Christoph Bieler der Erfolg im Nationencup. Die Österreicher liegen mehr als 700 Punkte vor den Deutschen.
- Snowboard: Der Herr Karl ist parallel auf Erfolgskurs
Zum Abschluss seiner Karriere könnte Snowboarder Benjamin Karl noch auf allen Ebenen abräumen. Der Doppel-Olympiasieger führt aktuell im Parallel-Riesentorlauf-Weltcup, im Gesamtweltcup trennen den 40-Jährigen vor den letzten sechs Rennen 40 Zähler von Rang eins.
- Rodeln: Gemeinsam in der Erfolgsspur
Vor den letzten zwei Saisonrennen nehmen die österreichischen Rodler Kurs Richtung Gesamtweltcupsieg: Selina Egle und Lara Kipp sind im Doppelsitzer praktisch nicht mehr einzuholen.
Lisa Schulte geht im Einsitzer als Führende ins Finale, Jonas Müller hat nur einen Punkt Rückstand auf den Deutschen Felix Loch.
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