Keine Spitzenplatzierung für ÖSV in Lahti

Der Deutsche Eric Frenzel machte einen Riesenschritt Richtung Gesamt-Weltcupsieg. © Bild: APA/PEKKA SIPOLA

Beim Sieg des Deutschen Eric Frenzel wird Christoph Bieler als bester Österreicher Achter.

Eric Frenzel steht vor dem Gesamt-Weltcupsieg in der Nordischen Kombination. Der deutsche Einzel-Weltmeister von der Großschanze holte am Freitag in Lahti schon seinen fünften Saisonsieg und gewann letztlich sicher mit 10,1 Sekunden Vorsprung auf den Japaner Akito Watabe sowie 12,9 vor dessen Landsmann Taihei Kato. Mit Rang vier untermauerte Yoshito Watabe das sehr starke Mannschaftsergebnis der Japaner.

Frenzel baute damit in der Gesamtwertung seinen Vorsprung auf den Franzosen Jason Lamy Chappuis, der am Freitag nur 16. wurde, auf bereits 186 Punkte aus. Da nur noch zwei Bewerbe auf dem Programm stehen, ist ihm die große Kristallkugel kaum noch zu nehmen. Es wäre die erste für einen Deutschen seit Ronny Ackermann (2007/08).

Nur einer in den Top Ten

Österreichs bester Mann wurde Christoph Bieler als Achter, 39,6 Sekunden hinter dem Sieger. Der 35-jährige Tiroler war schon nach dem Sprung als Sechster bester ÖSV-Athlet gewesen. Mit den Team-Sprint-Vize-Weltmeistern Willi Denifl und Bernhard Gruber auf den Rängen 12 und 14 sowie Lukas Klapfer (15.) kamen vier ÖSV-Athleten in die Top 15. Mario Seidl (23.) und Tomaz Druml (30.) holten ebenfalls noch Weltcup-Punkte, die Philipp Orter als 32. ebenso wie Tobias Kammerlander (43.) verpasste.

Für den zweifachen Vize-Weltmeister Bernhard Gruber (Einzel Großschanze und Team-Sprint) war diesmal nach einem eher verhauten Sprung auf 116,5 m nicht mehr möglich. "Mir kommt irgendwie vor, dass ich das Springen verlernt habe. Ich habe kein Gefühl auf der Schanze. Ich möchte einfach befreit springen, weil ich bei der WM so erfolgreich war. Es taugt mir überhaupt nicht, dass ich mich im Springen so plagen muss. Im Langlauf fühle ich mich aber wohl", so Gruber. Der 30-jährige Salzburger ging mit 1:14 Minuten Rückstand auf Sprung-Sieger Haavard Klemetsen als 14. in die Loipe, am Ende reichte es gesamt zu keiner Platzverbesserung.

Bieler war mit dem Resultat zwar zufrieden, ärgerte sich aber auch über einen suboptimalen Sprung. "Ich bin im Nachhinein total happy mit Platz acht, weil ich leider den Sprung ein bisschen verhaut habe. Ich habe gezeigt, dass ich nach der WM noch gut in Form bin. Ich freu mich schon auf die restlichen Bewerbe", sagte Bieler, der bis zum Saisonabschluss noch mit einem Podestplatz liebäugelt.

Endstand nach Sprung und 10 km Langlauf
1. Eric Frenzel GER 24:48,2 4/16 *
2. Akito Watabe JPN 10,1 8/8
3. Taihai Kato JPN 12,9 2/25
4. Yoshito Watabe JPN 16,6 3/24
5. Johannes Rydzek GER 26,3 11/6
6. Haavard Klemetsen NOR 29,6 1/34
7. Bryan Fletcher USA 34,4 7/19
8. Christoph Bieler AUT 39,6 6/26
9. Tino Edelmann GER 42,5 5/29
10. Mikko Kokslien NOR 45,3 18/4
12. Wilhelm Denifl AUT 53,8 9/22
14. Bernhard Gruber AUT 57,5 14/13
15. Lukas Klapfer AUT 1:11,1 13/18
23. Mario Seidl AUT 1:49,6 12/36
30. Tomaz Druml AUT 2:18,5 39/12
32. Philipp Orter AUT 2:32,7 33/28
43. Tobias Kammerlander AUT 4:02,4 44/41

* Platzierung im Springen/Langlauf

Stecher neuerlich am rechten Knie operiert

Der WM-Zweite Mario Stecher hat sich am Freitag in Innsbruck im Sanatorium Kettenbrücke einer weiteren Operation am rechten Knie unterziehen müssen. Der zu Wochenbeginn beschlossene Eingriff, bei dem die aufgetretene Instabilität des Kniegelenks durch eine Kreuzbandplastik beseitigt worden ist, verlief laut Angaben des behandelnden Mediziners Gernot Sperner erfolgreich.

"Wie wir schon erwartet haben, war das bereits operierte Kreuzband im rechten Knie sehr stark gedehnt, wodurch das Knie instabil war. Wir haben in dieser Operation das Kreuzband durch Muskelfasern wiederhergestellt und ein Stück aus dem Hüftknochen entnommen, um eine gute Befestigung in den Bohrlöchern zu gewährleisten. Diese Operation gestaltete sich dadurch wesentlich aufwendiger als bei einer normalen Kreuzbandplastik, was sicherlich auch die Rehabilitationsmaßnahme beeinflusst", erklärte Sperner.

Stecher dürfe das Knie für drei Wochen nur teilweise belasten und danach für sechs bis acht Wochen eine Schiene tragen müssen, ehe mit einer gezielten Therapie begonnen werden kann, erläuterte der Arzt. Stecher war nach einer Trainingsverletzung bereits Anfang Jänner am rechten Knie operiert worden, damals hatte man abgelöste Knorpelstücke entfernt. Nur wenige Wochen später holte der 35-Jährige bei der WM im Val di Fiemme im Einzelbewerb von der Normalschanze überraschend Silber.

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© Bild: ap
Erstellt am 08.03.2013