NHL-Play-offs: Wie Michael Raffl für Washington zum Bingo wurde

NHL: Boston Bruins at Washington Capitals
Der Villacher startet mit dem Titelanwärter in der Nacht auf Sonntag gegen Boston ins Play-off.

Wer Michael Raffl kennt, der weiß, wie lustig es in seiner Umgebung sein kann. Für den 32-jährigen Villacher ist immer Kirtag, wenn es die sportliche Ernsthaftigkeit erlaubt. Da ist er derzeit im richtigen Team. Denn die Washington Capitals machen den Eindruck, als würde ihnen das Eishockeyspielen richtig Spaß machen.

Es passt dazu, dass Capitals-Superstar Alexander Owetschkin auch beim Humor ähnlich treffsicher ist. „Weißt du, was ich letzte Nacht gemacht habe?“, rief er kürzlich Raffl im Kabinengang vor einem Spiel zu. „Ich bin zur Tankstelle und habe mir Raffle-Tickets gekauft“, sagte der Russe zu Raffl und schlug kräftig mit ihm ein. Raffle ist in Nordamerika eine Art Bingo.

Glücksspiel

Die Washington Capitals starten in der Nacht auf Sonntag (1 Uhr/live Puls24) gegen die Boston Bruins ins Play-off der National Hockey League.

Raffl war im ersten Moment nach seinem Transfer von Philadelphia zu Washington geschockt, weil er keine Ahnung davon gehabt hatte. „Es war keine einfache Situation. Aber ich denke, dass man alles einmal durchlebt haben muss“, sagte er.

Vertrauen des Coaches

Mittlerweile ist der Wechsel zum Bingo für den Stürmer geworden. Raffl spielt bei Coach Peter Laviolette fast um ein Drittel mehr als in Philadelphia und erhält nicht erst seit seinem sensationellen Premierentreffer zum 2:1 gegen Boston am Dienstag Anerkennung in der US-Hauptstadt. Bei der Generalprobe gegen die Bruins traf er in der Nacht auf Mittwoch drei Sekunden vor dem Ende von der Torlinie aus via Hinterkopf des Torhüters zum umjubelten 2:1. Laviolette ist übrigens jener Coach, der in seiner Zeit Raffl ins Profiteam der Flyers holte. Beim NHL-Debüt des Österreichers war der Coach allerdings schon gefeuert.

Emotional wird die Best-of-seven-Serie gegen Boston aber für Verteidiger-Riese Zdeno Chara, der vor der Saison nach 14 Jahren als Kapitän der Bruins zu den Capitals wechselte. Bei den Spielen in Washington werden 5.000 Zuschauer erlaubt sein.

Kommentare