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Sport Wintersport
01/01/2021

Loitzl, Diethart und Co.: Das wurde aus Österreichs Tournee-Helden

Von 2009 bis 2015 stellte Österreich den Tourneesieger. Vier der Champions haben die Karriere bereits beendet.

von Christoph Geiler

Vor sieben Jahren erlebte das Skispringen eine der größten Sensationen und verblüffendsten Karrieren in der Geschichte dieser Sportart. Als völliger Nobody, der zwei Wochen zuvor noch in den Niederungen des Kontinentalcups herumgekrebst war, gewann Thomas Diethart das Neujahrsspringen in Garmisch, um fünf Tage später in Bischofshofen das Skisprungmärchen mit dem Tournee-Gesamtsieg zu vollenden.

Der „Flachlandadler“, wie der Senkrechtstarter aus dem Tullnerfeld bezeichnet wurde, setzte damals die Erfolgsserie der Österreicher bei der Vierschanzentournee auf ungewöhnliche Weise fort. Von 2009 bis 2015 stellte der ÖSV sieben Mal in Folge den Tourneesieger, und das wirklich Bemerkenswerte daran: Es waren sechs unterschiedliche Gewinner aus dem Kreis der damaligen Superadler.

Was aber machen die Tourneehelden von damals heute?

  • Wolfgang Loitzl (Sieger 2009)

Der Steirer genoss seinerzeit seinen Kurzaufenthalt auf Wolke sieben. Beginnend mit dem ersten Weltcupsieg beim Neujahrsspringen 2009 erlebte Loitzl sechs intensive Wochen, in denen er all seine vier Weltcupsiege feierte und Weltmeister auf der Normalschanze wurde. „Ich war damals wie in Trance“, sagte der Steirer später einmal.

Nach seinem Rücktritt im Jahr 2015 ist es um Wolfgang Loitzl ruhig geworden. Der zweifache Familienvater war seither kaum mehr an einer Schanze zu sehen, in Bad Mitterndorf übernahm er die elterliche Landwirtschaft.

  • Andreas Kofler (2010)

Der Tiroler genießt heute das Leben aus der Vogelperspektive. Kofler, der erst vor eineinhalb Jahren die Laufbahn beendete, arbeitet inzwischen bei der Flugpolizei und ist dort als Spezialist für Überwachungen mit der Wärmebildkamera im Einsatz. Bereits 2007 hatte er seine Ausbildung bei der Polizei begonnen.

„Das ist ein tolles Aufgabengebiet“, sagt der 36-Jährige, der dieser Tage zum zweiten Mal Vater wird. Obwohl Kofler auch die Trainerausbildung absolviert hat, zieht es den Stubaier vorerst nicht zurück an die Schanze.

  • Thomas Morgenstern (2011)

Nach zwei schweren Stürzen in der Saison 2013/’14 beendete der Kärntner bereits im Alter von 27 Jahren seine erfolgreiche Karriere. Im Leben des dreifachen Olympiasiegers ist die Luft noch immer ein wichtiges Element. Der 34-Jährige hat seine Liebe für das Hubschrauberfliegen entdeckt und nimmt auch regelmäßig an Wettkämpfen teil. Der Vater einer Tochter erlebt auch als Pilot sportliche Höhenflüge: 2015 wurde er Heli-Weltmeister in der Juniorenklasse.

  • Gregor Schlierenzauer (2012, 2013)

Als einer von zwei österreichischen Tournee-Gesamtsiegern ist der Tiroler immer noch aktiv. Aktuell erinnert beim Rekordsieger (53 Weltcuperfolge) aber wenig an seine einstigen Höhenflüge bei der Tournee. Der 30-Jährige hat seit sechs Jahren nicht mehr gewonnen und schaffte es heuer nicht ins Tourneeaufgebot. Am Bergisel und in Bischofshofen erhält er seine nächste Chance.

  • Thomas Diethart (2014)

Mit seinen 28 Jahren wäre der Niederösterreicher heute im besten Springeralter. Doch so kometenhaft wie Thomas Diethart seinerzeit im Rampenlicht aufgetaucht war, so rasch verschwand er auch wieder in der Versenkung.

Nach zwei fürchterlichen Stürzen nahm der letzte österreichische Sieger des Neujahrsspringens 2018 Abschied vom Skispringerleben. Inzwischen hat Diethart eine Trainerlaufbahn eingeschlagen und betreut den deutschen Nachwuchs. Seinen Helm von einst trägt heute übrigens Tourneestarter Thomas Lackner.

  • Stefan Kraft (2015)

Mit dem Salzburger endete vor nunmehr sechs Jahren die beeindruckende Erfolgsserie der Österreicher bei der Tournee. Dass der zweifache Gesamtweltcupsieger den Schanzenklassiker erst einmal gewinnen konnte, liegt vor allem am Garmischer Bakken (siehe rechts).

  • Andreas Widhölzl (2000)

Der Tiroler war der erste österreichische Tourneesieger in diesem Jahrtausend und sprang sogar noch an der Seite von Gregor Schlierenzauer. Im April 2020 wurde der 44-Jährige zum Nachfolger von Andreas Felder bestellt und darf nun seine erste Tournee als Chefcoach erleben.

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