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Sport Wintersport
12/31/2020

Langläuferin Teresa Stadlober und ihre Freude an der Qual

Die 27-Jährige startet bei der Tour de Ski, bei der acht Rennen in zehn Tagen warten. Die Norweger boykottieren derweil den Weltcup.

von Christoph Geiler

Man stelle sich vor, der ÖSV hätte nach den ersten Saisonrennen in Sölden all seine Skiläufer aus dem Weltcup zurückgezogen und würde mit der Mannschaft erst wieder bei der Weltmeisterschaft in Cortina d’ Ampezzo auf der Piste auftauchen.

Undenkbar. Nicht auszumalen, was für einen Schrei der Entrüstung so eine Maßnahme auslösen würde.

Im Langlauf ist genau dieses seltsame Szenario eingetreten. Die Norweger, seit Ewigkeiten die Langlaufnation Nummer eins, boykottieren den Weltcup. Seit dem Saisonauftakt in Ruka, wo sieben der acht Rennen mit einem norwegischen Sieg geendet hatten, entsendet der Skiverband keine Athleten mehr zum Weltcup.

Prominente Abwesende

Die Norweger begründen diese Maßnahme mit der Corona-Pandemie und der Sorge vor möglichen Ansteckungen. In Hinblick auf die WM in Oberstdorf (23.2. bis 7.3.) will der Verband kein Risiko eingehen, wahrscheinlich werden die Topstars wie Terese Johaug oder Johannes Klæbo überhaupt erst beim Saisonhöhepunkt wieder am Start stehen.

Fokus WM

Die Konkurrenz könnte jetzt natürlich aufjubeln, da ohne die norwegischen Seriensieger endlich einmal auch für sie Siege, Podestplätze und Preisgeld abfallen. Doch so denkt man im Langlauflager nicht, es herrscht vielmehr die Befürchtung, dass die Öffentlichkeit das Interesse an den Rennen verlieren könnte, wenn ein Saisonhöhepunkt wie die heute beginnende Tour de Ski in Abwesenheit der norwegischen Stars über die Bühne geht.

Für Teresa Stadlober hat sich die Frage eines Startverzichts nie gestellt. Obwohl auch der Fokus der Salzburgerin ist in dieser Saison ganz auf die WM in Oberstdorf gerichtet, aber die Tour de Ski ohne sie? Das ist ein Ding der Unmöglichkeit.

Herausforderung

„Ich bin froh um jedes Rennen, das stattfinden kann“, sagt Teresa Stadlober. Und auf die prestigeträchtige Tour de Ski, so herausfordernd und kräftezehrend sie auch jedes Jahr sein mag, würde die 27-Jährige ohnehin nie verzichten.

Auf viele andere Langläufer wirkt dieses Etappenrennen freilich eher abschreckend. Acht Rennen an drei unterschiedlichen Orten (Val Müstair/CH, Toblach, Val di Fiemme/ITA) warten in den kommenden zehn Tagen auf die Teilnehmer der 15. Auflage der Tour de Ski. Dabei muss gesprintet werden, es gibt Massenstartrennen, Bewerbe in beiden Techniken sowie zum Abschluss der berüchtigte Berglauf über die Skipiste der Alpe Cermis.

Acht Rennen in zehn Tagen

Freitag, 01.01., Sprint Skating Qualifikation 9:15 Uhr, Finale 11:45 Uhr

Samstag, 02.01., Massenstart klassische Technik, 10/15 km 12:30 Uhr/14:45 Uhr

Sonntag, 03.01., Pursuit Skating 15/10 km11:35 Uhr/15:25 Uhr

Dienstag, 05.01., Einzelstart Skating, 10/15 km, 13:00 Uhr/14:45 Uhr

Mittwoch 06.01., Pursuit klassische Technik, 10/15 km, 13:30 Uhr/14:40 Uhr

Freitag 08.01., Massenstart klassische Technik, 15/10 Km, 13:15 Uhr/15:35 Uhr

Samstag 09.01., Sprint klassische Technik, Qualifikation 10:30 Uhr, Finale 13:05,

Sonntag 10.01., Massenstart Final Climb freie Technik, Damen 12:45 Uhr, Herren 15:35 Uhr

 

Die Österreicher

Damen: Teresa Stadlober (S), Lisa Unterweger (ST)

Herren: Michael Föttinger (S), Philipp Leodolter (OÖ), Mika Vermeulen (ST

Medaillenjagd

„Die Tour ist heuer noch fordernder, weil ein Rennen dazugekommen ist“, erklärt Stadlober. Doch genau dieses dichte Programm spielt der Salzburgerin in die Karten. Für Stadlober gilt seit jeher: Je länger ein Rennen dauert, je schwieriger die Loipe, umso besser läuft es für sie. „Das Format der Tour de Ski liegt mir. Hier kann ich meine Stärken ausspielen.“

Es ist kein Zufall, dass die 27-Jährige zwei ihrer drei Podestplätze im Weltcup bei der Tour de Ski eingelaufen hat. Die dritte Top-3-Platzierung war Teresa Stadlober in der vergangenen Saison bei der WM-Generalprobe in Oberstdorf gelungen.

Dort peilt Stadlober jene Medaille an, die ihr bisher noch nicht vergönnt war. Bei den Winterspielen 2018 hatte sie sich auf dem Weg zur sicheren Medaille verlaufen, bei der WM 2019 in Seefeld warf sie eine Erkrankung aus der Bahn. Oberstdorf kommt ihr gerade recht. „Ich muss mir hohe Ziele setzen.“

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