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Sport Wintersport
11/27/2019

Kombinierer-Star Rehrl: "Die Leute erwarten jetzt mehr von mir"

Der Steirer gewann bei der WM in Seefeld drei Medaillen. Für die neue Saison legt er sich die Latte selbst sehr hoch.

von Christoph Geiler

Wenn die Kombinierer-Kollegen Franz-Josef Rehrl reden hören, dann muss ihnen für diesen Winter eigentlich Angst und Bang werden. Ihm seien in der vergangenen Saison „nur wenige richtig gute Sprünge gelungen“, erzählt der Steirer. Er habe nicht immer sein Potenzial abgerufen und überhaupt sehe er auf der Sprungschanze noch viel Luft nach oben. „Das Ende der Fahnenstange ist nicht erreicht.“

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Nur zur Klarstellung: Der Mann, der da vor dem ersten Bewerb am Freitag in Ruka (Finnland) so viel Selbstkritik an den Tag legt, ist dreifacher Medaillengewinner bei der Heim-WM in Seefeld, hat außerdem letzte Saison zwei Weltcupbewerbe gewonnen und zählt zusammen mit Jarl Magnus Riiber (NOR) zu den Überfliegern unter den Kombinierern.

Andererseits zeigt dieses Jammern auf hohem Niveau nur den Ehrgeiz des 26-Jährigen und beweist, dass er sich mit den bisherigen Trophäen und Erfolgen nicht zufrieden geben will. Auch wenn Franz-Josef Rehrl offen zugibt, „dass ich in der letzten Saison schon all das erreicht habe, was ich mir eigentlich für die gesamte Karriere vorgenommen habe.“

Größerer Puffer

Der 26-jährige Steirer hat den Sommer intensiv genutzt, um beim Skispringen noch einmal in andere Sphären vorzudringen. Es reicht ihm nicht mehr, einfach nur als Führender in die Langlaufloipe zu gehen wie bisher, Rehrl will das fortan im Idealfall mit einem komfortableren Vorsprung tun. „Damit ich dann im Langlauf einen größeren Puffer habe. Im letzten Winter habe ich viele Rennen auf den letzten Metern verloren. Wenn ich mehr Vorsprung habe, kann ich Kräfte sparen, die ich dann am Ende brauche“, erklärt Rehrl.

Größere Akzeptanz

Wobei der Steirer längst auch in der Loipe seine Erfolgsspuren zieht. Die Gegnerschaft, die im Kampf um die Spitzenpositionen traditionell die Ellbogen ausfährt und mitunter auch zu unlauteren Mitteln greift, hat inzwischen akzeptiert, dass da immer öfter dieser unbekümmerte Österreicher mit dem Dauergrinser vorne mitmischt. „Früher sind die Konkurrenten einfach über mich drüber gestiegen“, erinnert sich Rehrl. „Nämlich im wahrsten Sinne: Nicht nur einmal ist irgendeiner auf meine Langlaufski getreten und hat mich aus dem Tritt gebracht.“

Solche Mätzchen würde heute kein Rivale mehr wagen. Zum einen weil Franz-Josef Rehrl sich inzwischen in der Loipe sehr wohl auch zu wehren weiß, zum anderen „weil ich jetzt meinen Platz erobert habe und ihn nicht mehr wie früher behaupten muss. Das hat sich im letzten Winter schlagartig geändert. Heute werde ich als Langläufer akzeptiert.“

Größerer Druck

Das ist der verdiente Lohn für seinen kometenhaften Aufstieg, der in drei WM-Bronzemedaillen in Seefeld (Einzel, Teamsprint, Team) und dem dritten Rang im Gesamtweltcup gipfelte. Wenn Rehrl auf der Straße um ein Selfie oder ein Autogramm gebeten wird und er wieder an seine Erfolge des letzten Winters erinnert wird, dann löst das beim Steirer noch immer ein Hochgefühl aus. „Ich spüre eine große Wertschätzung.“

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Zugleich wird Rehrl dann aber auch vor Augen geführt, was die Medaillen und Siege noch mit sich gebracht haben: „Die Latte liegt höher, die Leute erwarten jetzt mehr von mir“, sagt der 26-Jährige und gesteht: „Ich bin deshalb jetzt fast ein bisschen nervöser, als vor Beginn der letzten Saison.“

Zumal Franz-Josef Rehrl inzwischen auch der Leader und große Hoffnungsträger im österreichischen Kombinierer-Team ist. Mario Seidl, der diese Rolle in den letzten Jahren vornehmlich bekleidet hatte, muss nach einem Kreuzbandriss diese Saison auslassen, dazu fehlt beim Auftakt in Ruka auch noch der erkrankte Routinier Bernhard Gruber.

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