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Sport Wintersport
12/02/2019

Der KURIER-Wintercheck: Hurra, wir leben noch!

Rückblick auf das Wintersport-Wochenende: Die stolze Skination darf nach dem ersten Saisonsieg aufatmen.

von Christoph Geiler

Lake Louise, Killington, Lake Placid, Ruka und Östersund - an diesen Orten wurde am Wochenende auf Pisten,  in Loipen, auf Schanzen, am Schießstand und im Eiskanal um Weltcuppunkte gekämpft. Der KURIER macht für Sie noch einmal den Winter-Check und blickt zurück auf die Höhepunkte und Hoppalas des Winter-Wochenendes.

Wer stand im Mittelpunkt? Was fällt in die Rubrik Schnee von gestern? Und über wen wird auch am Montag noch geredet?

Die Durststrecke hat ein Ende

Ein bisschen Unruhe und Nervosität war in den letzten Tagen bereits auszumachen gewesen rund um den Österreichischen Skiverband. In der Skination Nummer eins ist man es nämlich nicht gewohnt, dass der erste Saisonsieg so lange auf sich warten lässt. Und das erklärt auch, warum der Erfolg von Matthias Mayer im Super-G von Lake Louise so überschwänglich bejubelt wurde.

Nach dem Rücktritt von Seriensieger Marcel Hirscher war ja mancherorts bereits das Ende der ÖSV-Dominanz herauf beschworen worden. Insofern müssen der erste Saisonsieg und der dritte Platz von Vincent Kriechmayr für das gesamte österreichische Skiteam wie ein Befreiungsschlag wirken, nachdem es in den ersten drei Herren-Rennen noch zu keinem Podestplatz gereicht hatte.

Shiffrin auf Augenhöhe mit Moser-Pröll

Wer, bitteschön, soll Mikaela Shiffrin auf dem Weg zu ihrem vierten Gesamtweltcupsieg stoppen? Nach vier Saisonrennen hat die US-Amerikanerin schon mehr als doppelt so viele Punkte auf dem Konto (340) als ihre erste Verfolgerin Michelle Gisin (148) aus der Schweiz. Auch wenn die 24-Jährige noch immer auf den ersten Riesentorlauf-Sieg beim Heimrennen in Killington warten muss, ihre Auftritte sind schon wieder kristallkugelverdächtig. In allen vier Saisonrennen landete Shiffrin auf dem Stockerl, bei ihrem Slalomsieg in Killington fuhr sie in einer eigenen Liga und lag 2,29 Sekunden vor der zweitplatzierten Slowakin Petra Vlhova. Mit dem 62. Weltcup-Erfolg zog sie mit Annemarie Moser-Pröll gleich.

 

Ein Kurztrip nach Übersee

Die Reise nach Übersee hätte sich Ricarda Haaser getrost ersparen können. Denn der Riesentorlauf in Killington war für die Tirolerin schon nach wenigen Sekunden wieder vorbei. Anna Veith schaffte es zwar ins Ziel, aber auch die Salzburgerin konnte sich in ihrem ersten Rennen nach dem Kreuzbandriss nicht für den zweiten Durchgang qualifizieren. Bleibt zu hoffen, dass Haaser und Veith die Trainingstage in Nordamerika genützt haben, um für die Europa-Rennen in Fahrt zu kommen.

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Neue Rangordnung im Eiskanal

Bis vor kurzem war Jonas Müller nur Eiskanal-Insidern und echten Liebhabern des Pratzelns ein Begriff. Mittlerweile ist der Kunstbahnrodler mit dem Allerweltsnamen aber eine große Nummer geworden. Seit seinem überraschenden WM-Titel im Sprint in der vergangenen Saison befindet sich der Bludenzer in der Erfolgsspur und stellt die Rodel-Hierarchie auf den Kopf.

Den Auftakt-Erfolg vor einer Woche beim Weltcup auf der Hausbahn in Igls konnte man noch auf den Heimvorteil zurückführen, der Triumph in Lake Placid war nun aber die Meisterprüfung für den 22-Jährigen. Auf der schwierigsten Bahn im Weltcup bewies der Vorarlberger, dass er die hohe Kunst des Kunstbahnrodelns perfekt beherrscht. In dieser Verfassung ist Jonas Müller sogar der Sieg im Gesamtweltcup zuzutrauen.

Der Raubzug von Riiber

Müsste man den perfekten Nordischen Kombinierer erfinden, er würde wohl wie Jarl Magnus Riieber aussehen. Der Norweger ist nicht nur ein König der Lüfte, er läuft auch in der Loipe regelmäßig zur Hochform auf. Schon in der vergangenen Saison war der 22-Jährige eine Klasse für sich und gewann souverän die große Kristallkugel, in diesem Winter schwebt und läuft Riiber aber noch einmal in anderen Sphären. Der Jungstar gewann die ersten drei Saisonbewerbe in Ruka und dürfte auf dem Weg zum Gesamtweltcupsieg nur schwer zu stoppen sein. Wohl auch nicht vom Steirer Franz-Josef Rehrl, der mit den Rängen 7, 7, 4 aufzeigen konnte,

Verstoß gegen die Kleider-Ordnung

Wie man sich kleidet, so fliegt man. So, oder so ähnlich, lautet ein Sprichwort, das man sich rund um die Schanzentische dieser Welt erzählt. Das Skispringen hat sich in den vergangenen Jahren regelrecht zu einer Materialschlacht entwickelt, die Nationen liefern sich nicht nur einen erbitterten Wettstreit um Meter und Haltungsnoten, es geht nicht zuletzt auch um die Fragen: Wer hat die besten Anzüge, wer besitzt die besten Schuhe?

Im Lager der Norweger dürfte der Weltcup in Ruka für gemischte Gefühle gesorgt haben. Zwar gewann Daniel Andre Tande auch den zweiten Saisonbewerb, allerdings wurden mit Marius Lindvik, Robert Johansson und Johan Andre Forfang gleich drei Norweger wegen Verstößen gegen die Materialregeln disqualifiziert. Profiteure dieser Malheurs waren vor allem die Österreicher: Philipp Aschenwald (2.), Stefan Kraft (4.), Daniel Huber (5.) und Jan Hörl (9.) sorgten für eine der besten Teamleistungen seit langem und bescherten Österreich damit die Lufthoheit in der Nationenwertung.

Ein Salut auf die Biathletinnen

Es kommt nicht allzu oft  vor, dass die österreichischen Biathletinnen  einmal ihren männlichen Kollegen den Rang ablaufen, aber bei den Sprintbewerben in Östersund hielten die ÖSV-Damen die rot-weiß-roten Fahnen hoch. Katharina Innerhofer gelang mit  Rang sieben ein Auftakt nach Maß, dabei überzeugte die Pinzgauerin  am Schießstand (eine Strafrunde). Lisa-Theresa Hauser zeigte  mit dem 14. Platz auf. Schon am Samstag hatten Innerhofer und Julia Schwaiger maßgeblichen Anteil am fünften Platz der Österreicher in der Mixed-Staffel - so gut hatte sie noch nie ein österreichisches Team in diesem Bewerb präsentiert.

Ein Achtungserfolg im Abseits

Wer sich in Österreich für den Langlaufsport entscheidet, der hat es von Natur aus schwer. Die vielen Doping-Affären seit 2002 machen es den Sportlern nicht einfacher. Insofern können die Leistungen von Teresa Stadlober nicht hoch genug eingeschätzt werden. Die Salzburgerin ließ sich weder durch die Vorkomnisse bei der Heim-WM in Seefeld (Operation Aderlass rund um Max Hauke und Dominik Baldauf),  noch durch eine langwierige Verletzung in der Vorbereitung bremsen und ließ beim Saisonauftakt in Ruka mit Rang 16 aufhorchen. Damit war Stadlober die vierbeste Nicht-Skandinavierin.

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