Eishockey, Vienna Capitals - Suedtirol Bozen

Der 23-jährige Benjamin Nissner wurde zum Führungsspieler in Wien

© DIENER / Philipp Schalber / DIENER / Philipp Schalber

Sport Wintersport
04/09/2021

Analyse: Warum die Vienna Capitals dennoch gewonnen haben

Die Wiener können trotz des Semifinal-Ausscheidens gegen die Südtiroler positiv auf die Saison zurückblicken.

von Peter Karlik

Sichtlich niedergeschlagen waren die Spieler der Vienna Capitals nach dem Ausscheiden im Semifinale gegen den HCB Südtirol. „Das wird noch einige Tage andauern“, sagt Capitals-Manager und Vizepräsident Franz Kalla am Tag nach dem 2:3 in der Verlängerung, das die 2:4-Niederlage in der Best-of-seven-Serie bedeutete. „Gegen die Enttäuschung gibt es nur ein Rezept: Arbeiten“, sagt Kalla. Zu tun gib es viel, wenn auf der Basis, die in dieser Saison geschaffen wurde, der Erfolg der kommenden Jahre gebaut werden soll. Seit dem Titel 2017 kamen die Capitals immer ins Semifinale. Was zeichnet den Klub aus?

Der Wiener Weg

Das Verpassen des Finalduells mit dem KAC kann heuer nicht als Misserfolg angesehen werden. Denn die Wiener haben wie kein zweites österreichisches Team in der ICE Hockey League ihre Legionärszahl um 50 Prozent reduziert. Durchschnittlich waren es nur sechs Imports. Weil der Klub in dieser Saison kein Farmteam stellte, war es auch leichter, die Top-Talente wie Wraneschitz, Piff, Antal, Artner, Pallierer und Preiser öfter bei den Profis spielen zu lassen. In der kommenden Spielzeit planen die Wiener wieder mit einem Farmteam.

Den Weg der jungen Wiener will Manager Kalla nicht verlassen: „Wir werden sicher nicht dauerhaft mit drei Legionären spielen. Es wird auch eine Frage sein, welche Spieler zu halten sind.“ Wien ist bekannt dafür, keine großen Gehaltssprünge zu machen. Der Abschied von Topscorer Ty Loney ist daher schon sicher. Der Amerikaner hat ein finanziell lukratives Angebot aus der Liga und das Interesse bei Klubs in Skandinavien geweckt. Der KAC ist aus den Verhandlungen ausgestiegen. Nissner (23) und Wukovits (24) wurden zu echten Führungsspielern. Das wird kosten.

Die Kultur

Dass die Capitals Stammgast in den Top vier sind, liegt auch an der Trainerauswahl. Spätestens mit der Verpflichtung von Serge Aubin 2016 hat sich in Wien intern eine Wettkampfkultur entwickelt. Misha Donskov vom NHL-Partnerklub Las Vegas riet den Wienern damals, den internen Konkurrenzkampf hoch zu halten. Das Training ist seither auf einem höheren Niveau, was sich in den Spielen auswirkt. Dave Cameron hat das weitergeführt und verbessert, weil er Verletzte immer durch Nachwuchsspieler ersetzte. Trotz der vielen Ausfälle gab es heuer in den Kaderlisten auf den Spielberichten keine Leerzeile. Aber Cameron fordert von den Youngsters auch: "Sie haben gezeigt, dass sie in der Liga spielen können. Aber jetzt geht es darum, ob sie nur in der Liga spielen wollen, oder ob sie Top-Spieler werden möchten. Dafür müssen sie den nächsten Schritt machen."

Der Rückhalt

Aber der Trainer ist immer nur so gut wie das Management dahinter. Auch nach mehreren Niederlagen in Folge wurde in Wien niemand nervös. Das Trio aus Präsident Hans Schmid, Manager Franz Kalla und Trainer Dave Cameron ist stimmig. Eine Verlängerung des Vertrages von Cameron wäre also keine Überraschung, sagt doch Cameron vor dem Semifinale: "Ich liebe es, für diesen Klub und in dieser Stadt zu arbeiten."

Einziger negativer Punkt ist, dass die Wiener durch die schwachen Leistungen in der Zwischenrunde Rang drei an Salzburg verloren haben. Deshalb sind jetzt die Salzburger und nicht die Wiener für die Champions Hockey League qualifiziert.

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