2018 kam Las Vegas bis ins Finale um den Stanley Cup

© APA/AFP/GETTY IMAGES/Christian Petersen / Christian Petersen

Sport Wintersport
02/19/2019

Wie Las Vegas zum Jackpot für die Vienna Capitals wird

Die Wiener wollen von der Kooperation mit dem NHL-Klub profitieren. Wie der Kontakt zustande kam und was Las Vegas davon hat.

von Peter Karlik

Am Dienstag, 18 Uhr, ging von den Servern in Las Vergas und Wien gleichzeitig eine Presseaussendung in die Eishockey-Welt hinaus, die für Beachtung sorgte.

„Vegas Golden Knights and Vienna Capitals enter into collaborative Partnership“ steht im Titel. Der Stanley-Cup-Finalist und Wien?

Ja, tatsächlich haben es die Vienna Capitals geschafft, eine offizielle Partnerschaft mit einem der besten Klubs der Welt einzugehen. „Ich bin schon ein bisschen stolz darauf, dass wir das zustande gebracht haben“, sagt Manager Franz Kalla im KURIER-Gespräch. Seit dem Herbst arbeitete der 51-Jährige daran, im Dezember war er selbst in Las Vegas. „Sie haben mich auf eine Auswärtsreise mitgenommen und mir alle Abläufe gezeigt. Es ist beeindruckend, welchen Aufwand sie betreiben, um Fehler zu minimieren.“

Die Entstehung

Seit dem Sommer 2017 gibt es eine lose Bindung zwischen den beiden Vereinen. Ex-Caps-Trainer Serge Aubin lud damals seinen Freund Misha Donskov nach Wien ein. Dieser ist Sportdirektor von Las Vegas und war im August 2017 sogar mit den Caps auf dem Eis. Weil der Kontakt nie abriss und die Knights im Herbst 2018 einen Platz für den wegen Dopings gesperrten Starverteidiger Nate Schmidt suchten, erinnerte sich Donskov an Wien und schickte Schmidt während der 20 Spiele langen Sperre zu den Capitals. Schmidt konnte alle Trainingsmöglichkeiten nutzen.

Während er in Wien war, unterschrieb er einen mit 35,7 Millionen Dollar dotierten Sechsjahresvertrag (31,5 Millionen Euro) für Las Vegas und scherzte: „Sie wissen, wie gut es mir hier gefällt. Ich habe ihnen gesagt, “macht mir ein gutes Angebot, sonst verlasse ich Wien nicht mehr’“. Schmidt war also der zweite aus Las Vegas, der sich von der Professionalität der Vienna Capitals ein Bild machte. „Nate war in dieser Sache ein Botschafter für uns“, sagt Kalla.

Doch wie ist der Inhalt der Kooperation und was hat Las Vegas davon?

„Es ist ein Unterschied, ob du Informationen wegen des persönlichen Kontakts bekommst, oder weil du offizieller Kooperationspartner bist. Wir bekommen einen Blick hinter die Kulissen, was die Abläufe im sportlichen Bereich und im Entertainment betrifft“, erklärt Kalla. Es werden also Capitals-Mitarbeiter in Las Vegas hospitieren können. „Was sie im Entertainment machen, sehen wir auf YouTube. Aber wie und warum sie es machen, können wir so erfahren“, sagt Kalla. Natürlich können die Wiener auch vom sportlichen Wissen in Nevada profitieren, hat der Klub doch 20 Scouts mit tausenden Berichten über alle möglichen Spieler auf dem Markt.

Spieler parken

Auf der anderen Seite kann Las Vegas profitieren, wenn der Klub einen jungen Spieler verpflichtet hat, der für die NHL noch nicht bereit ist und daher in Wien geparkt werden soll. Ähnlich wie bei Super-Talent Auston Matthews. Der Amerikaner holte sich in Zürich Profi-Erfahrung unterschrieb dann in Toronto und ist jetzt einer der Stars bei den Maple Leafs. Sollte es in der NHL wieder mal einen Gehälterstreit und keine Saison geben, dann würden wohl manche Stars gerne nach Wien kommen. Ähnliche Kooperationen gibt es neben Zürich auch in Berlin (gleicher Eigentümer wie Los Angeles) und früher in Mannheim (Toronto).

Ob es auch einmal zu einem Gastspiel der Knights kommen wird? „Darüber wurde kein Wort gesprochen. Aber das ist definitiv etwas, von dem man träumen darf“, sagt Kalla. Die Gegenwart für die Capitals heißt aber: Fehervar, Freitag-Gegner der Wiener in der EBEL.

Vegas Golden Knights

Gründung

Das Team wurde am 22. Juni 2016 gegründet und nahm  2017/’18 erstmals an der NHL teil. Es ist das erste  NHL-Team im Wüstenstaat Nevada

Klubfarben

sind  Gold, Stahlgrau, Rot und Schwarz.

Erfolge

Gleich in ihrer ersten Saison zogen die Knights bis ins Finale um den Stanley Cup ein, wo sie gegen die Washington Capitals in fünf Spielen 1:4 verloren.6,5 Millionen  US-Dollar verdient Paul Stastny pro Saison. Der 33-jährige Sohn der slowakischen Legende Peter Stastny ist der Star  des Teams.

Arena

17.500 Fans fasst  die T-Mobile-Arena in  Paradise nahe Las Vegas, die ab 2014 erbaut und 2016 eröffnet wurde. In der ersten Saison haben die Knights über 13.000 Saisonkarten verkauft.

Die Show der Knights im Play-off

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