© APA/AFP/DIMITAR DILKOFF

Sport
12/05/2020

Warum sich Abfahrerin Mirjam Puchner freiwillig das Bein brechen ließ

Die 28-Jährige entschloss sich wegen chronischer Schmerzen im Unterschenkel zu diesem Schritt. Beim Weltcup in St.Moritz will sie wieder durchstarten.

von Christoph Geiler

Wenn Mirjam Puchner von ihrem langen Leidensweg erzählt, dann tut das schon beim bloßen Hinhören weh. Vor knapp vier Jahren hatte sich die Salzburgerin bei der WM in St. Moritz Schien- und Wadenbein gebrochen, und seit damals waren die Schmerzen und körperlichen Beschwerden fast ein ständiger Begleiter.

„Das Wadenbein hat immer größere Probleme gemacht“, berichtet die Speedspezialistin aus dem Pongau. Irgendwann brachte sie ihr operiertes rechtes Bein kaum noch in den engen Skischuh hinein. „Das Gewebe war gereizt, es gab Entzündungen, ich hatte Hämatome“, sagt Puchner. „Immer mit Schmerzen aufwachen und Skifahren – in der letzten Saison habe ich gemerkt: Es geht so einfach nicht mehr weiter, das macht keine Freude mehr.“

Richtige Entscheidung

Mirjam Puchner und ihre Ärzte entschlossen sich daher im Frühjahr zu einem Schritt, der sich sehr drastisch und vor allem extrem schmerzhaft anhört. Ihr Wadenbein, das seit dem Sturz im Februar 2017 nie mehr richtig zusammengewachsen war und die ganzen Schmerzen und Probleme verursachte, wurde noch einmal gebrochen. „Man hat das Wadenbein durchgeschnitten und es mit einer Platte und Schrauben dann wieder fixiert“, erzählt die zweifache Weltcupsiegerin.

Heute weiß Mirjam Puchner, dass diese Operation die richtige Entscheidung war. Ihr Unterschenkel ist jetzt endlich stabil, die Schmerzen sind verschwunden und das Skifahren bereitet ihr wieder eine Freude. „Ich höre jetzt nicht mehr ständig auf den Fuß, sondern denke nur mehr ans Skifahren“, sagt die 28-Jährige.

Unter diesen Voraussetzungen fährt sich’s definitiv leichter, meint sie vor ihrem persönlichen Saisonauftakt an diesem Wochenende in St. Moritz, wo zwei Super-G-Rennen geplant sind (Samstag und Sonntag, jeweils 11.30 Uhr/live ORF1).

Milder Covid-Verlauf

In dieser Disziplin war ihr im verkorksten vergangenen Winter ihr einziges Top-Ten-Ergebnis gelungen. Nach dem fünften Platz beim Auftakt in Lake Louise schaffte es Mirjam Puchner wegen ihrer gesundheitlichen Probleme nur noch einmal unter die ersten 20. „Im Nachhinein war das auch kein Wunder. So kann man nicht frei Skifahren.“

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Jetzt hat sie seit Langem wieder einmal eine perfekte Vorbereitung hinter sich, die nur durch eine zehntägige Corona-Quarantäne unterbrochen wurde. Wie viele ihrer Kolleginnen aus dem ÖSV-Abfahrtsteam wurde auch Puchner im November positiv auf Covid-19 getestet, im Gegensatz zur Steirerin Tamara Tippler, die immer noch unter den Folgen der Erkrankung leidet, und der Tirolerin Stephanie Venier hatte Puchner aber einen milden Verlauf.

Gute Erinnerungen

Mit der Abfahrtspiste im Oberengadin, auf der sie sich 2017 so schwer verletzt hatte, verbindet Mirjam Puchner übrigens nicht nur negative Erinnerungen. „Ich habe hier ein Jahr vorher auch meinen ersten Weltcupsieg gefeiert. Man kann also nicht sagen, dass ich St. Moritz nicht gerne mag. Auch wenn mich die Verletzung bis zuletzt begleitet hat.“

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