Nach Grabhers Sieg: Große und gescheiterte Österreicher-Comebacks

Erster Major-Sieg seit 2023 für Grabher
Julia Grabher zog bei den Australian Open in die 2. Runde ein. Nach Verletzungsproblemen ist sie endgültig zurück. Welche ÖTV-Stars lieferten ganz große Comebacks, welche nicht?

Nun ist sie endgültig zurück. Julia Grabher hat erstmals seit den French Open 2023 wieder ein Hauptbewerb-Match bei einem Grand Slam gewonnen.

In Melbourne schlug sie die Italienerin Elisabetta Cocciaretto, die erst am Wochenende in Hobart ihren ersten WTA-Titel gefeiert hatte, mit 7:5, 2:6, 6:4

Im Vorjahr kam Grabher langsam wieder auf Touren. „Dass sie wieder in die Top 100 kam, ist beachtlich, weil sie praktisch ein ganzes Jahr weg war“, sagt ihr Trainer Günter Bresnik. Nachdem die Vorarlbergerin auf dem Sprung in die Top 50 war, bremste sie eine Handgelenksverletzung - eine Operation im September 2023 war unumgänglich. 

Grabher probierte ein Comeback im Frühjahr darauf, ein Knochenmarksödem in der Hand zwang sie zu einer neuerlichen  Pause. Nun wandert sie zumindest wieder in die Top 80. Nicht allen ÖTV-Stars gelang ein Comeback.

Ein KURIER-Auszug: 

Thomas Muster

Legendär sind die Bilder, wie sich der Steirer, der am 31. März 1989 in  Key Biscayne von einem betrunkenen Autofahrer niedergefahren worden war, im Rollstuhl quälte. Das Kreuz- und Seitenband im linken Knie wurden dabei total zerstört, ein Karriere-Ende drohte.

Nach der Operation in Wien griff der Steirer nur zwei Wochen später schon wieder zum Schläger.

Nicht einmal fünf Monate später gab es das Comeback bei einer Exhibition gegen Ivan Lendl, gegen den er unmittelbar vor dem Unfall im Finale von Key Biscayne hätte spielen sollen. Der Rest ist Sportgeschichte.

Muster gewann 1995 die French Open und wurde im  Februar des Folgejahres, also vor fast genau  30 Jahren als erster Österreicher Nummer eins.

Dominic Thiem

Musters Nachfolger verletzte sich am 22. Juni 2021 bei einem Turnier auf Mallorca am Handgelenk, das Comeback wurde immer wieder aufgeschoben, erst im März 2022 kam der Niederösterreicher zurück.

Nur die Sicherheit nicht mehr. Zwar gelangen Achtungserfolge, wie der Finaleinzug in Kitzbühel 2023, aber Thiem wurde 2024 schlechter statt besser.

Im KURIER-Interview analysierte der Vorzeige-Sportler: „Das Band ist zweimal gerissen, da spielte anfangs freilich die Angst mit. Vielleicht habe ich mir damals wirklich eine Schonhaltung angewöhnt und mit ein paar Prozent weniger, reicht es schon nicht mehr.“

DAVIS CUP ÖSTERREICH - RUSSLAND:

Jürgen Melzer

Jürgen Melzer

Der Satz „They come back stronger“ hätte man für den heutigen Davis-Cup-Kapitän schreiben können. Melzer laborierte an zahlreichen Verletzungen (Ellbogen, Schulter, Zehen, etc.), kam aber immer wieder zurück.

Seine Körperteile finden sich in allen Krankenakten.  

Sebastian Ofner 

Der Steirer kämpfte mit Fersenproblemen, Ofner litt unter einer Haglundferse, im Volksmund auch Überbein genannt – er ließ sich im Herbst 2024 sicherheitshalber auch gleich an beiden Fersen operieren.

Im Frühjahr 2025 kam der mittlerweile 29-Jährige zurück – und feierte sofort wieder Erfolge. 

In Rom schlug Ofner Frances Tiafoe, in Genf kam er ins Halbfinale. Ab Juli gewann Ofner aber keine Matches mehr, beendete im Oktober  die Saison. Eine Formkrise, aber vor allem neuerliche Schmerzen in der Ferse waren ausschlaggebend.

Nun ist er wieder zurück.

Andreas Haider-Maurer

Der jahrelange auch erfolgreiche Davis-Cup-Spieler hatte wie Grabher seine beste Zeit, bevor ihn eine Verletzung stoppte. 2015 stand der Waldviertler, der nun  in Tirol eine Akademie hat, auf Rang 47, ehe ihn ein Oktober 2015 ein Faszien-Einriss in der rechten Ferse bremste, im Sommer 2016 ließ er sich operieren, 2017 kam er erfolglos zurück.

Als Rückenprobleme dazukamen, war es 2019 mit 31 (wie bei Thiem) endgültig vorbei.

Barbara Schwartz

Die seit 1995 als Profi durch die Welt tourende Niederösterreicherin hat in ihrer Karriere so viele Verletzungen hinnehmen müssen, dass sie praktisch keine einzige Saison durchspielen konnte. Dennoch schaffte sie immer wieder ein Comeback, war die Nummer 40 der Welt und kam bei den French Open 1994 ins Viertelfinale.

Mit 27 beendete die vorbildliche Schwartz ihren  „Leidensweg“.

Tamira Paszek

Die  zweifache Wimbledon-Viertelfinalistin und dreifache WTA-Turniersiegerin wurde durch eine Serie von Verletzungen und Erkrankungen immer wieder zurückgeworfen. 2018 kam sie schmerzfrei zurück, aber manche Verletzungen auch.

Die 35-Jährige hat ihre Karriere offiziell noch nicht beendet und ist seit Jahresbeginn sportliche Leiterin des Vorarlberger Tennisverbandes. 

News vom Tennis im KURIER

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