© REUTERS/SUSANA VERA

Sport Tennis
01/07/2022

Die Hintergründe: Warum Tennis-Superstar Djokovic abgeblitzt ist

Der Serbe darf aber nach dem Donnerwetter noch immer auf einen Start bei den Australian Open hoffen.

von Harald Ottawa

Mit den laufenden Aktionen rund um seine Person und seine Familie entfernte sich Novak Djokovic von einem seiner Ziele. Der Serbe wollte in der Beliebtheitsskala zu Roger Federer und Rafael Nadal aufschließen. Die jüngsten Ereignisse werden dies eher weiter ausschließen.

Was steckt hinter dem medialen Aufruhr? Welche Gründe gibt es, dass Australien die Nummer eins der Tennis-Welt wieder heimschicken will?

Wie KURIER-Recherchen ergaben, soll der Ranglisten-Erste aus Serbien die zwei erforderlichen (voneinander unabhängigen) medizinischen Ausnahmegenehmigungen erhalten haben. Vom Turnierarzt des Veranstalters, der Australian Open, und vom australischen Bundesstaat Victoria.

Was schon in der Nacht auf den 6. Jänner am Flughafen in Melbourne passierte, könnte man bei uns leger als „Bund sticht Länder“ formulieren. Australische Bundesbehörden verweigerten der Nummer eins trotz der vorgelegten Dokumente samt Visum die Einreise. Diese wurde anderen Spielern gewährt, die wie Djokovic nicht geimpft sind. Und wenn Djokovic in den jüngsten sechs Monaten zum zweiten Mal (nach Sommer 2020) mit dem Virus infiziert wurde, würde es ebenso keine Diskussionen geben.

Ball bei Tiley

Für den Staat Australien waren die offenbar zumindest lückenhaften Unterlagen (noch) nicht ausreichend. Warum es für Victoria gereicht hätte, könnte sich mit der Macht von Australian-Open- Turnierboss Craig Tiley begründen lassen, der mit dem Grand-Slam-Turnier jährlich umgerechnet rund 230  Millionen Euro einnimmt. „Es ist legitim und verständlich, dass Tiley die Nummer eins der Welt unterstützt, nach Australien zu reisen“, sagt Thomas Hammerl, Geschäftsführer des Europäischen Tennisverbandes. Was das Turnier selbst betrifft, wird der Weltverband (ITF) nicht eingreifen: „Der Ball liegt bei Tiley.“

Auch die Spielergemeinschaft ATP, in dessen Spitze der Steirer Herwig Straka fungiert, sieht keinen Handlungsbedarf. „Das Ganze ist ein Politikum“, sagt Straka, der betont, dass der Staat eben die Hoheitsrechte besitzt. „Da hätte sich Djokovic einfach besser informieren müssen.“

Am Montag folgt die Verhandlung, „die Australian-Open-Chance steht bei 50:50“, sagt Hammerl.

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