Beim 5:0 im Cup gegen St. Johann war das Schachbrettmuster bei Rapid schon zu sehen

© DIENER / Philipp Schalber/DIENER / Philipp Schalber

Sport
09/02/2020

Rapid und Co.: Corona und die heikle Rückkehr der Sport-Fans

Gesundheitsminister Anschober will bis zu 10.000 Zuschauer ermöglichen. Doch die Nervosität im Sport steigt.

von Alexander Huber, Peter Karlik

Hat der Herr Professor sein Konzept für den Papierkorb erarbeitet? Ende Juni hatte Sportminister Werner Kogler (Grüne) angekündigt, dass ab 1. September in die Stadien maximal 10.000 Fans kommen dürfen und in die Sporthallen zumindest bis zu 5.000 Zuschauer. Zwei Monate lang wurde bei den Profi-Vereinen und Sportverbänden getüftelt, um für die heikle Frage „Zuschauer während der Corona-Pandemie“ tragfähige Antworten zu finden.

Rapid, als der Klub mit den meisten Fans im Land am stärksten von der Krise betroffen, engagierte Uni-Professor Hans-Peter Hutter. Das Konzept des Gesundheitsmediziners wurde auch von den lokalen Behörden bewilligt: 10.000 persönlich registrierte Abonnenten sollen am 12. September gegen die Admira im Allianz Stadion ihren zugewiesenen Platz finden. Ob es wirklich so kommen darf oder doch alles umsonst war, ist auch zehn Tage vor dem Bundesliga-Start offen.

Die Signalwörter Schachbrettmuster, Mund-Nasen-Schutz (auf dem Weg zum Platz), Desinfektionsspender und Sicherheitsabstand bei den Ein- und Ausgängen haben für alle Spiele und Sportarten Bedeutung gewonnen.

Angst vor der Wende

Fußball und Eishockey haben sich als jene Mannschaftssportarten etabliert, die in Österreich die größten Menschenmassen zu einem Ticket-Kauf bewegen. Dementsprechend groß wurde bei den Verantwortlichen die Nervosität, als Kanzler Sebastian Kurz für den Herbst Verschärfungen der eben erst gültig gewordenen Lockerungen ankündigte. Ein KURIER-Rundruf vor der Rede von Gesundheitsminister Rudolf Anschober ergab: Viele Gerüchte und Sorgen, aber keine offiziellen Informationen. Und der düstere Ausblick, dass viele Profivereine (auch prominente) weitere Monate mit Geisterspielen finanziell nicht mehr überleben würden.

Mit Anschobers Ausblick ging es bei der emotionalen Berg- und Talfahrt wieder nach oben. „Ich bin ein Fußballfan und freue mich auf Spiele mit Zuschauern“, betonte der Gesundheitsminister, der sich „in der Reihe der Ermöglicher“ sieht. Doch die Warnung folgte umgehend: Wenn bei Spielen Cluster entstehen oder Abstandsregeln nicht eingehalten werden, folgt die Notbremsung.

Rückkehr in die Halle

Bei den österreichischen Klubs der internationalen ICE Hockey League machen die Zuschauereinnahmen rund ein Drittel des Budgets aus. Erst vergangene Woche bekam die Liga die Information aus dem Gesundheitsministerium, dass die Klubs je nach Arena 50 bis 80 Prozent des Fassungsvermögens füllen könnten. Es darf (wie im Fußball) keine Stehplätze geben. Gruppen, die gemeinsam kommen, können bis zu acht Personen umfassen. Diese können dann auch den Sicherheitsabstand von einem Meter unterschreiten. Einander fremde Gäste müssen immer einen (freien) Platz Abstand halten.

Ein Klub wie die Vienna Capitals mit einer 7.000er-Arena sollte also an die 5.000 Menschen in die Halle bringen können. Aber nur, wenn die Ampel auf Grün steht. Springt sie auf Gelb, soll die erlaubte Kapazität um 50 Prozent reduziert werden. Details dürften am Freitag verkündet werden.

Wie angespannt die Lage im Eishockey ist, zeigt die Tatsache, dass für die Veröffentlichung des Spielplans noch der Ministerrat abgewartet wird. Nur, wenn es am Mittwochvormittag keine bösen Überraschungen mehr gibt, dann wird die ICEHL am 25. September starten.

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