ÖSV-Adler auf der Großschanze: Formtief zur falschen Zeit
Stefan Kraft war nachdenklich
Es ist wirklich zu wünschen, dass die österreichischen Skispringer im Training noch nicht alle Karten aufgedeckt haben und noch etwas im Talon haben. Sonst droht im heutigen Bewerb auf der Großschanze in Predazzo (18.45 Uhr, live ORF 1) der nächste Absturz.
30 (Stephan Embacher), 32 (Daniel Tschofenig) und 33 (Stefan Kraft) – das waren die erschreckend schwachen Ergebnisse der ÖSV-Adler im dritten Trainingssprung. Damit konnte das österreichische Trio immerhin den berühmten chinesischen Weitenjäger Qiwu Song hinter sich lassen; auf den Trainingsbesten, den Slowenen Domen Prevc, fehlten freilich schon mehr als 30 Punkte.
Im Eck
Ausgerechnet beim Saisonhöhepunkt stürzten die österreichischen Höhenflieger in ein Loch. Die Athleten hadern mit ihrer Form und klagen über die Anlaufspur, die Leichtigkeit und Souveränität früherer Tage ist wie verflogen. Die Erwartungshaltung von Stefan Kraft, immerhin Sieger eines Saisonspringens, sank mittlerweile gegen „null“. Der Routinier kann sich einfach nicht erklären, warum er gerade so im Eck steht.
Mit Jan Hörl gibt es zumindest einen ÖSV-Springer, der noch nicht von der ernsten allgemeinen Verunsicherung befallen wurde. Der Pongauer präsentierte sich in zwei Trainingssprüngen bärenstark und verzichtete auf ein Training.
Hörl will sich das gute Gefühl bis zum Wettkampf nicht mehr vermiesen lassen. „Es braucht Vertrauen“, weiß der Team-Olympiasieger von 2022. „Ich will nichts erzwingen.“
Jan Hörl scheint aktuell als einziger Österreicher in der Lage zu sein, in die Nähe der Podestplätze zu springen. Das macht die Sache für den abschließenden Teamwettkampf, bei dem zwei Springer ein Team bilden, nicht einfach. Geht es nach den Trainingsleistungen, können es die Österreicher mit der Konkurrenz aus Slowenien, Japan, Norwegen und Deutschland nicht aufnehmen.
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