Hamilton voran, der Rest hinterdrein.

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Sport | Motorsport
07/29/2013

Hamilton-Triumph als Warnschuss für Red Bull

Die Silberpfeile entwickeln sich mit ihren neuen Reifen für Red Bull zu ernster Konkurrenz.

Mercedes hat dem Weltmeisterteam Red Bull eine Warnung in die vierwöchige Sommerpause der Formel 1 mitgegeben. Die Silberpfeile kommen mit den neuen Reifen besser zurecht als erwartet. Das hat Lewis Hamilton am Sonntag mit dem souveränen Sieg in seinem "Wohnzimmer" auf dem Hungaroring unter Beweis gestellt.

48 Punkte liegt Hamilton als WM-Vierter nach zehn von 19 Rennen hinter Spitzenreiter Sebastian Vettel. In der Konstrukteurswertung fehlen den Silberpfeilen 67 Zähler auf die Bullen, doch sie befinden sich im Aufwind. "Die Hoffnung ist oft trügerisch", betonte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff. "Es geht um eine Konsolidierung dieser Leistung. Das ist das Motto für die zweite Saisonhälfte."

Hamilton in Topform

Das Auf und Ab der laufenden Saison macht Mercedes vorsichtig. Siebenmal standen Hamilton oder Teamkollege Nico Rosberg bisher auf Pole Position, im Rennen kam oft ein Rückfall. Die neuen, sichereren Pneus, die in Ungarn erstmals zum Einsatz gekommen sind, kommen dem W04 aber entgegen. Und Hamilton befindet sich trotz aller privater Sorgen in Topform.

Seinen Sieg, den ersten für Mercedes, widmete er seiner Ex-Freundin Nicole Scherzinger. Es sei aus vielen Gründen ein spezieller Triumph gewesen. "Lewis Hamiltons spektakulärer Sieg war eine klare Rechtfertigung seiner Entscheidung, McLaren für Mercedes zu verlassen", urteilte die Zeitung "Daily Mail". Der Wechsel von seinem langjährigen Arbeitgeber (2007-2012) zu einem Team, das in den vergangenen drei Jahren ein Rennen gewonnen hatte, war ein mutiger.

Vettel erneut Favorit

"Ich hoffe, dass wir jetzt auch überall sonst konkurrenzfähig sind", erklärte Hamilton. "Es könnte ein guter Wendepunkt gewesen sein." Die Europarennen nach der Sommerpause, Spa (25. August) und Monza (8. September), sollten Mercedes ob der Streckencharakteristik ebenfalls entgegenkommen, verriet Team-Aufsichtsratschef Niki Lauda. In der WM sei trotzdem Vettel der klare Favorit. Lauda: "Da gibt es überhaupt keine Diskussion."

Mercedes hat in der ersten Saisonhälfte die Konstanz gefehlt, um die Bullen ernsthaft in Bedrängnis zu bringen. "Sebastian ist auf einem sehr guten Weg, zum vierten Mal Weltmeister zu werden", sagte Wolff. "Red Bull ist schon seit Jahren auf diesem Level. Da wollen wir auch hin, da sind wir aber noch ein Stück entfernt."

In Ungarn bekam es aber auch das österreichisch-englische Erfolgsteam vor Augen geführt, dass man mit einem fehlerhaften Wochenende nicht siegfähig ist. "Die kleinen Fehler darf man sich nicht leisten", erkannte Red Bulls Motorsportchef Helmut Marko. Vor allem in einer Formel 1, deren Spitze sich zusammengeschoben hat. "Es wird in der zweiten Saisonhälfte nicht nur gleiche Sieger geben", meinte Marko.