© REUTERS/LEONHARD FOEGER

Sport Motorsport
07/13/2020

Formel 1: Die Gewinner und Verlierer der Spielberg-Woche

Lewis Hamilton siegte im schwarzen Mercedes und setzte weitere Zeichen gegen Rassismus. Ferrari schlitterte ins Desaster

von Florian Plavec

Vor einer Woche vereitelte eine umstrittene 5-Sekunden-Strafe noch einen Doppelsieg von Mercedes auf dem Red Bull Ring. Am Sonntag konnte die schwarz lackierten Silberpfeile aber niemand stoppen. Lewis Hamilton feierte einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg, Valtteri Bottas überholte vier Runden vor Schluss Max Verstappen und wurde vor dem Niederländer Zweiter. Gewinner und Verlierer gab es an diesem Wochenende in Spielberg mehrere.

  • PLUS: Mercedes

Das Team mit dem Stern war diesmal unantastbar. „Wir hatten eine perfekte Strategie“, sagte Lewis Hamilton nach seinem 85. Sieg. „Ich bin dankbar, wieder einmal gewonnen zu haben.“ Valtteri Bottas bleibt in der WM-Wertung in Führung: „Lewis ist von vorne weggefahren. Mehr war für mich nicht möglich.“

  • PLUS: Hamiltons Wunder-Runde

Die Basis für seinen Sieg hatte Hamilton schon am Samstag im Regen gelegt. „Ganz selten sehen wir Performances, die einfach nicht von dieser Welt sind“, huldigte Mercedes-Teamchef Toto Wolff seinem Star. „Wenn ihr die Aufnahmen anschaut, wie er das Auto am Limit balanciert, Aquaplaning hat, das Gas kontrolliert, das war unglaublich.“ 1,2 Sekunden schneller als die Konkurrenz war Hamilton bei seiner außergewöhnlichen Runde, die an die Taten der ganz großen Helden der Formel 1 erinnerte: Ayrton Senna und Michael Schumacher.

  • PLUS: Max Verstappen

Wie schnell der Niederländer ist, zeigt sich im direkten Duell mit seinem Red-Bull-Teamkollegen. Verstappen nahm Alex Albon pro Runde mehr als eine halbe Sekunde ab. Doch der 22-Jährige will mehr: „Noch sind wir zu langsam.“

  • PLUS: Geduld

Lange sah es am Samstag so aus, als würde bei Starkregen auf der Rennstrecke überhaupt nicht gefahren werden können. Doch die Geduld der Veranstalter wurde belohnt, es gab keine vorzeitige Absagen, sondern ein Qualifying und anschließend noch ein spektakuläres Rennen der Formel 2.

  • PLUS: TV-Übertragung

Für manche mag es eine Überdosis an TV-Sport gewesen sein und bei einigen TV-Beiträgen aus dem Formel-1-Archiv des ORF können die Zuschauer schon mitsprechen. Doch wie Hausleitner/Wurz am Samstag stundenlang ein nicht stattgefundenes Training kommentiert haben, war schon Klasse. Zum Dank sahen 440.000 beim Qualifying zu, es war die höchste Quote, die der ORF bei einem Qualifikationstraining je hatte.

  • PLUS: Zeichen gegen Rassismus

„Ein schwarz lackiertes Auto oder hinknien ändert nicht die Welt“, sagt Lewis Hamilton. „Aber vielleicht bringt es die Leute zum Nachdenken.“ Auch vor dem gestrigen Rennen knieten einige Fahrer hin, Hamilton feierte seinen Sieg mit der erhobenen Faust, dem Zeichen der Black-Power-Bewegung.

  • PLUS: Letzte Runde

Lange Zeit war nicht viel los auf dem Red Bull Ring. Doch die letzte Runde war spektakulär. Norris erkämpfte sich nach Platz 3 vor einer Woche mit Rang 5 abermals einen Spitzenplatz. Dann schleppte der beherzt fahrende Pérez sein Auto ohne Frontflügel noch knapp vor Stroll und Ricciardo ins Ziel.

  • MINUS: Ferrari

Die Krise der Scuderia gipfelte in Kurve 3 in Spielberg. Leclerc krachte in Vettel, für beide war das Rennen zu Ende. „Ich weiß nicht, wo Charles da die Lücke gesehen hat“, sagte Vettel. „Das ist ganz blöd gelaufen für uns. Ich wäre gerne ein Rennen gefahren.“ Leclerc nahm die Schuld auf sich: „Es war mein Fehler, es tut mir sehr leid. Heute war ich ein Arsch, es gibt kein anderes Wort dafür.“ Ferrari hat den Anspruch, stets um Siege mitzufahren. Tatsächlich ist das Team aber weit ins Mittelfeld zurückgefallen. Bei den Italienern brennt der Hut.

  • MINUS: Corona-Angst

Es war klar: Die Formel 1 durfte sich bei ihrem Corona-Comeback keine Fehler leisten. Die rund 3.000 beteiligten Personen in Spielberg wurden ständig getestet – alle Tests waren negativ. Das Hygienekonzept der Formel 1 kann Vorbild für weitere große Events in diesem außergewöhnlichen Jahr sein. Doch ist es wirklich notwendig dem Sieger, der im Freien (!) alleine (!) auf der Start-Zielgeraden steht, eine Maske aufzusetzen? So sagte etwa Vettel: „Am meisten freue ich mich auf die eineinhalb Stunden im Auto ohne Maske.“

  • MINUS: Rennspannung

Während es beim ersten Spielberg-Rennen drunter und drüber ging, war es am Sonntag nur in der ersten und der letzten Runde spannend.

  • MINUS: Williams

Der durchaus talentierte George Russell ging vom tollen 11. Platz ins Rennen. Ein Fahrfehler warf ihn zurück, am Ende fanden sich die Williams Piloten einmal mehr am Ende des Feldes.

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