Skateboarding - Women's Street - Medal Ceremony

© REUTERS / LUCY NICHOLSON

Sport
07/27/2021

Historisch jung: Wenn 13-Jährige plötzlich zu Olympia-Helden werden

Drei Teenager sprangen bei der Olympia-Premiere der Skateboarder auf das Podest. Die jungen Sporthelden sind ganz im Sinne des IOC.

von Christoph Geiler

Hätte man sich beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) ein Siegespodest für die Premiere im Skateboarden wünschen können, es hätte wohl so ausgesehen wie an diesem Montag im Ariake Sports Park von Tokio: Momiji Nishiya, Rayssa Leal, Funa Nakayama.

Eine 13-jährige Japanerin vor einer gleichaltrigen Brasilianerin und einer weiteren Japanerin, die auch erst 16 ist – das akrobatische Rollenspiel der Skateboarderinnen ließ die größte Sportbühne der Welt zum Jugendtheater verkommen und eine teils erstaunte Öffentlichkeit zurück.

Skateboarding - Women's Street - Final

Wie können Teenager die Konkurrenz dermaßen alt aussehen lassen? Ist Routine auf dem Skateboard etwa nicht gefragt? Oder ist dieser Sport einfach völlig von der Rolle?

Klare Strategie

In Skateboardkreisen kommt dieser Ausgang der Olympia-Premiere nicht von ungefähr. Schon seit einigen Jahren ist zu beobachten, dass in dieser noch sehr jungen Sportart die Top-Athleten immer jünger werden.

Die Aufnahme der Skateboarder ins Olympia-Programm und der damit verbundene Sprung ins Rampenlicht hat den Jugendtrend noch verstärkt.

Für das Internationale Olympische Komitee sind die Bilder der drei jubelnden Teenager jedenfalls ein Segen. Die IOC-Oberen verfolgten eine klare Strategie, als sie Trendsportarten wie Skateboarden, BMX, Surfen und Klettern zu Olympia zuließen. Immer weniger junge Sportfans sind Feuer und Flamme für Olympische Spiele, coole, trendige und junge Athleten, wie es die Skateboarder sind, sollen dem altbackenen und verstaubten IOC einen jugendlichen Touch verleihen.

Höhere Akzeptanz

„Ich denke schon, dass das Skateboarden zu diesem Ereignis dazugehört. Olympia gehört verjüngt. Und dazu passen Sportarten wie Skateboarden, BMX und Surfen nun einmal perfekt,“ sagt Julia Brückler.

Mit ihren 31 Jahren könnte die Niederösterreicherin die Mutter der japanischen Olympiasiegerin Momiji Nishiya sein. Julia Brückler ist hierzulande eine echte Skateboard-Pionierin, als sie vor 20 Jahren das erste Mal auf dem Brett, das ihr die Welt bedeutet, durch Gerasdorf rollte, wurde sie schief angeschaut. Am Montag durfte sie bei der Olympia-Premiere in Tokio mitwirken und belegte nach zwei fehlerhaften Runs unter 20 Starterinnen den 18. Platz.

Die 31-Jährige, die seit einiger Zeit in den USA lebt, wo das Skateboarden erfunden wurde und seit jeher eine viel höhere Akzeptanz genießt, kann Olympia einiges abgewinnen. „Olympia bringt extrem viele positive Seiten mit sich. Es gibt mehr Publicity und mehr Akzeptanz. Es ist keine Außenseitersportart mehr und es heißt nicht mehr: Alle Skateboarder saufen und kiffen nur. Diese Vorurteile waren ewig in den Köpfen der Menschen.“

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Einschneidende Effekte

Das hatte es seinerzeit übrigens auch von den Snowboardern geheißen, die bei den Winterspielen 1998 in Nagano in die olympische Familie aufgenommen wurden. Nicht alle Boarder begrüßten damals diese Entscheidung, und tatsächlich wurde eine bis dahin rebellische Sportart durch Olympia domestiziert und verlor viel von ihrem ursprünglichen Zauber.

Ob den Skateboardern nun ein ähnliches Schicksal droht?

„Früher war alles sehr locker, es gab rund um die Wettkämpfe auch Party. Jetzt ist alles reglementiert und es gibt einschneidende Effekte“, erzählt Julia Brückler. „Aber wenn dir das jetzt nicht taugt, dann musst du ja auch nicht mitmachen.“

Sie selbst denkt jedenfalls schon an Paris 2024. „Ich werde es in drei Jahren noch einmal versuchen“, sagt Julia Brückler.

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