Alexander Schlager

© APA/ROBERT JAEGER

Sport Fußball
03/17/2021

Zehn Tormänner im Rennen um drei EM-Tickets im ÖFB-Dress

Drei Monate vor der Europameisterschaft spielen sich so viele Goalies ins Rampenlicht wie schon lange nicht.

von Alexander Strecha, Andreas Heidenreich

Fünf Torhüter hat Franco Foda einberufen für die drei WM-Qualifikationsspiele im März auswärts in Schottland sowie in Wien gegen die Färöer Inseln und Dänemark. Kandidaten für ein EM-Ticket gibt es freilich mehr, auch weil sich in jüngster Vergangenheit mehr Schlussmänner ins Rampenlicht gespielt haben, als man es aus dem letzten Jahrzehnt gewohnt war.

Tormanntrainer Robert Almer – 2016 noch selbst Österreichs EM-Torhüter – hat zehn Kandidaten im Blickfeld, analysiert sämtliche Spiele akribisch, wenngleich sich der Teamchef die finale Entscheidung auch bei den Torleuten selbst vorbehält.

Noch bleibt Zeit, sich zu empfehlen. Auch weil sich eine glasklare Nummer 1 wenige Monate vor der Europameisterschaft noch nicht herauskristallisiert hat. Zehn Kandidaten für drei EM-Startplätze im KURIER-Check.

  • Alexander Schlager (25 Jahre, 3 Länderspiele, 1,84 Meter). Der Schlussmann des LASK war im September auf dem besten Weg, Nummer 1 zu werden, als ihn eine Muskelverletzung stoppte. Zuletzt saß er drei Mal auf der Bank, weil Pervan in der Zwischenzeit seine Chance genutzt hatte. Nach einem leichten Durchhänger hat sich Schlager, der sämtliche Nachwuchs-Nationalteams des ÖFB durchlaufen ist, seiner Normalform wieder angenähert. Zehn Mal hat er diese Bundesliga-Saison zu Null gespielt, seine Selbstverständlichkeit im Spiel ist zurück. EM-Chance: 90 %

 

  • Cican Stankovic (28/4/1,86). Der Salzburger hat zuletzt nicht immer Werbung in eigener Sache gemacht, Unsicherheiten und gravierende Fehler schlichen sich in sein Spiel. Das letzte Länderspiel absolvierte er im Herbst 2019. Dass er nicht unter den am Dienstag fünf nominierten Torhütern steht, spricht aus aktueller Sicht ganz und gar nicht für ein EM-Ticket. EM-Chance 30 %
  • Pavao Pervan (33/7/1,94). Der Routinier besticht mit positivem Auftreten und Verlässlichkeit. Er stand die letzten sechs Länderspiele ohne Fehl und Tadel im Tor und blieb dabei ungeschlagen, während er bei Wolfsburg Reservist ist. Ein Platz im EM-Kader ist ihm aus zwei Gründen gewiss: er sorgt nicht für schlechte Stimmung, wenn er nicht erste Wahl ist. Und er ist es gewohnt, im Notfall von 0 auf 100 zu beschleunigen. EM-Chance: 90 %
  • Heinz Lindner (30/28/1,87). Der Oberösterreicher ist beim FC Basel wieder in Tritt gekommen und zum Führungsspieler geworden. Trainer Ciriaco Sforza meinte zuletzt, Lindner sei auch ein Lautsprecher in der Kabine. Sein letztes Länderspiel machte er im Juni 2019, im Herbst 2020 stand er im Kader. Dass er 2016 EM-Erfahrung machte, könnte zum Vorteil werden. EM-Chance: 50 %
  • Jörg Siebenhandl (31/2/1,83). Der Sturm-Goalie genießt Fodas Vertrauen aus Grazer Zeiten. 2018 durfte er beim Sieg gegen Deutschland in Klagenfurt im Tor stehen, danach spielte er im Team keine große Rolle mehr. Bis er gestern wieder einberufen wurde. EM-Chance: 40 %
  • Daniel Bachmann (26/0/1,91). Der Watford-Legionär wurde zuletzt 2017 einberufen. In dieser Saison hat er sich das Einserleiberl erkämpft und will es so bald nicht mehr ausziehen. In 13 Spielen blieb er gleich acht Mal ohne Gegentreffer, international ein Top-Wert. Seine Ziele sind klar gesteckt: Mit Watford in die Premier League aufsteigen, mit Österreich zur EM fahren. EM-Chance: 50 %
  • Patrick Pentz (24/0/1,83). Der Austrianer glänzt aktuell mit starken Leistungen, hat die Violetten oft im Spiel gehalten und einige Punkte gerettet. Von allen Kandidaten hat er die besten objektiv messbaren Werte aufzuweisen. Franco Foda sieht das anders. Noch nie wurde der Kärntner ins A-Team berufen, gestern wurde er vom Teamchef nicht einmal auf die Abrufliste geschrieben. EM-Chance: 20 %
  • Richard Strebinger (28/1/ 1,94). Der Rapidler durfte einmal Österreichs Tor hüten, 2018 auswärts ausgerechnet gegen den kommenden WM-Quali-Gegner Dänemark. Dem Foda-Kader gehörte er zuletzt im März 2019 an, auch weil er beim Verein zwischendurch seinen Status als Nummer 1 verloren hatte. EM-Chance: 30 %
  • Martin Fraisl (27/0/1,87). Der Niederösterreicher wechselte diese Saison von Sandhausen aus der 2. deutschen Liga zu ADO Den Haag in die niederländische Eredivisie. Ende Jänner hat er sich dort einen Stammplatz erobert. EM-Chance: 5 %
  • Dejan Stojanovic (27/0/1,96). Seit der 15. Runde in der 2. deutschen Liga ist er die Nummer 1 bei Kultklub St. Pauli. Der Vorarlberger war schon in Italien (Bologna, Crotone), der Schweiz (St. Gallen) und in England (Middlesbrough). In elf Spielen feierte St. Pauli mit ihm sieben Siege und verlor nur zwei Spiele. EM-Chance: 5 %

 

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