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Winheims Tagebuch
05/02/2021

Warum dem Profi-Fußball das Wasser bis zum Hals steht

National wie international reiht sich Ungereimtheit an Ungereimtheit. Für die aus neutraler Sicht das Verständnis fehlt.

von Wolfgang Winheim

Bademeister sind am Tag der Arbeit noch arbeitslos: Saisoneröffnung der Schwimmstätten pandemiebedingt verschoben. Amateurvereine indes gehen wirtschaftlich baden. Auch dem Profi-Fußball steht das Wasser bis zum Hals. National wie international reiht sich Ungereimtheit an Ungereimtheit. Für die aus neutraler Sicht das Verständnis fehlt.

  • Warum

... werden so viele kostenintensive Trainerwechsel riskiert, wenn’s vorn und hinten an Euros fehlt, wenn (mit Ausnahme von Red Bull Salzburg) alle Spitzenklubs um staatliche Hilfe ansuchten? In Österreich wurden allein von den zwölf aktuellen Bundesligaklubs in den letzten zehn Jahren 122 Cheftrainer engagiert. Und mehrheitlich nach nur einer Saison wieder gefeuert. Oder zu gut honorierten Spaziergängern degradiert, weil deren Verträge noch länger gültig waren.

Solche Fälle wie der des neuen/alten Admira-Coaches Klaus Schmidt, der (von Felix Magath) hinauskomplimentiert und von Franz Wohlfahrt noch vor Vertragsablauf wieder zurück in die Südstadt geholt wurde, sind selten.

Vielleicht ist’s kein Zufall, dass gerade jene Vereine, die in der Liga sportlich hinten stehen, in einer Zehnjahresrangliste hinsichtlich Betreuerverschleiß ganz vorne liegen:

Ried 20 Cheftrainerwechsel seit 2011, St. Pölten und Admira je 16, Sturm Graz und Hartberg je 13, Austria und Altach je 12, Wolfsberg 11, Salzburg 10, LASK und Rapid je 8, Wattens 4.

  • Wie

... ist’s möglich, rätseln Außenstehende, dass die Austria ein 78-Millionen-Euro-Minus ansammeln konnte, obwohl sie über einen namhaften Aufsichtsrat verfügt, dem mit Josef Pröll sogar ein ehemaliger Finanzminister angehört? Was soll ein Vereinsanhänger vom groß angekündigten georgischen strategischen Partner halten, über den es vor TV-Mikrofonen anerkennend hieß, dass er bisher alle Verpflichtungen eingehalten habe, von dem aber zur Erteilung der Liga-Lizenz kein Euro beigesteuert wurde.

Zum Glück sprangen Austria-Gönner (allen voran der Niederösterreicher Raimund Harreither) ein, die sich konträr zum strategischen Partner nicht groß feiern ließen, sondern die den Violetten ohne Trara mit viel Geld aus dem eigenem Börsel die Liga-Lizenz sicherten.

  • Wo

... bleibt die Logik, wenn bei der bevorstehenden vor schütterer Kulisse in zehn Ländern stattfindenden EM in Budapest keine Zuschauerbeschränkung gilt? Just in Ungarn, just dort, wo seit Wochen täglich (in Relation zur Einwohnerzahl) die meisten Corona-Toten in Europa zu beklagen sind. Laut Veranstalter werden in jedem der vier Budapester EM-Spiele (Auftakt am 15. Juni mit Ungarn – Portugal und Cristiano Ronaldo) in der neuen 67.500 fassenden Puskas-Arena 67.500 (negativ getestete) Besucher erlaubt sein.

Schon in zwei Wochen ist Budapest auch Schauplatz der Schwimm-Europameisterschaft. Bei der Felix Auböck zu den Medaillenanwärtern zählt.

Während der Niederösterreicher dank Training an Universitäten in den USA und England zum Weltklassekrauler wurde und der Tiroler Bernhard Reitshammer mit Spitzenzeiten im Rücken- und Brustbewerb beeindruckt, ist die Zahl der Nichtschwimmer in Österreich auf 700.000 angestiegen. Experten schlagen Alarm, sie rechnen bald mit einer Million.

Der Badewaschl am Beckenrand wird wichtiger werden.

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