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Der wahre Unterschied zwischen Bayern und dem Rest

Bayern München wurde zum Weltklub, als ehemalige Spieler den Verein führten. August Starek hatte wesentlichen Anteil am 1. Meistertitel 1968.
Wolfgang Winheim
Die Bayern-Stars Olise (re.) und Diaz

Nach der mutmaßlich attraktivsten Offensivshow in der Champions-League-Historie werden Mittwoch beim Münchner Retourspiel im deutschen Sprachraum nur nördlich vom Weißwurstäquator und östlich von Salzburg manch TV-Fußballfans eher dem 5:4-Hinspielsieger Paris als dem FC Bayern die Daumen zu drücken. Zumal speziell in Wien der Neid a Luder ist. Und die „Mia san mia-Bayern“ schon so unerträglich viel gewonnen haben.

Die Basis für den Erfolg von heute

Mit vollen Lederhos’n lässt sich leicht stinken, ließe sich über die zum 35. Mal als Bundesliga-Meister feststehenden Münchner in Anspielung auf deren Besucherzahlen und die finanziell potenten Sponsoren sagen. Nur: Die nationale Konkurrenz hat in Frankfurt, Gladbach, Hamburg ähnlich viel oder (siehe Dortmund) sogar noch mehr Zuschauer. Und ist dennoch finanziell wie sportlich nicht annähernd so erfolgreich wie der schuldenfreie FC Bayern. Die Basis dafür legte man in München schon im letzten Jahrhundert, als aus Weltklassekickern (Uli Hoeneß, Karlheinz Rummenigge usw.) schlaue Top-Funktionäre wurden, während anderswo Leute bestimmten (bzw. bestimmen), die sich für große Fußball-Experten halten, weil ihnen einst in der Schulmannschaft ein Tor gelungen war. August Starek, 81, lächelt zustimmend.

Fast vergessen ist, dass der temperamentvolle Gustl aus Wien-Simmering 1968 zum ersten Bundesliga-Titel der Bayern (ebenso wie Stareks längst in Tirol lebender Wiener Spezi Peter Pumm) wesentlich beitrug; und dass Starek später als Admira-Trainer einem 16-Jährigen namens Didi Kühbauer zum Liga-Debüt verhalf.

Aktuell sagt Starek über die Bayern: „Die haben sich den Nimbus des Besonderen geschaffen. Deshalb gehen die Besten heute nicht nach Frankfurt oder Dortmund, sondern nach München.“ Wobei in Stareks Augen der Franzose Michael Olise und der Kolumbianer Luis Diaz neben dem Engländer Harry Kane die Allerbesten sind. „Nicht zu vergessen Konrad Laimer. Das sage ich net, weil er Österreicher ist. Nur mit Typen wie ihm im Team kannst ganz Großes erreichen.“

Soeben war Laimer in der deutschen Bild-Zeitung groß im Bild. Allerdings wegen des ungeklärten Gagenpokers zwischen dem FC Bayern und der vielseitigen Laufmaschine.

Zweikampf-Monster, Konditionswunder! Dabei hatten solchen Bezeichnungen zu Ösi-Kickern aus Münchner Expertensicht lange Zeit ebenso wenig gepasst wie Sauermilch im Bierkrügl beim Oktoberfest.

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