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24.03.2018

Slowenien-Match: Ein bestandener Test mit einem Musterschüler

Einzelkritik: Das Team feierte einen souveränen Sieg, bei dem Alaba und Arnautovic im Mittelpunkt standen.

Österreich probte im ersten Ländermatch des Jahres gegen Slowenien ein alternatives System, in das man sich nach anfänglichen Schwierigkeiten gut hinein spielte, den Test mit einem klaren Sieg bestand. David Alaba hat dabei vielleicht seine ideale Rolle gefunden, das Tandem mit Arnautovic über die linke Flanke könnte für die Zukunft vielversprechend sein.

Heinz Lindner Bestach durch eine Parade gegen Verbic, hatte Glück, dass ein Ilicic-Freistoß an die Stange ging. Bei einem Schuss des Bergamo-Legionärs streckte er sich wiederum mit Erfolg.

Stefan Ilsanker Er steht für Verlässlichkeit, ob im Mittelfeld oder wie gestern in einer Dreier-Abwehr. Hätte sich beinahe in die Schützenliste eingetragen, sein Kopfball ging an die Stange.

Sebastian Prödl Strahlte als Abwehrchef Ruhe aus, spielte einige schöne Pässe in die Tiefe und zeigte körperliche Präsenz in den Zweikämpfen. Ein wahrlich starker Auftritt.

Martin Hinteregger Hatte wie seine Nebenleute mit den Herren Ilicic, Beric und Verbic wuchtige Gegenspieler, löste die Situationen meist gut. Er überstand ein schweres Foul von Ilicic unbeschadet.

Stefan Lainer Er benötigte etwas Anlaufzeit, um eine ähnliche Dynamik wie bei Salzburg zu erzeugen. Die spielte er bei seiner Vorarbeit zum 2:0 aus.

Julian Baumgartlinger Der Kapitän agierte wie immer im Zentrum, anfänglich schlichen sich Fehlpässen ein, aber ansonsten wachsam und routiniert eben. Und mit einem äußerst eleganten Schupfer auf Arnautovic’ Haupt zum 3:0.

Alessandro Schöpf Er wurde nach schönem Doppelpass mit Baumgartlinger gefoult, das 1:0 war die Folge. Danach nahm er mehr Fahrt im Spiel auf, hatte mit seiner profunden Technik immer wieder gute Aktionen anzubieten, drei Schüsse fielen aber zu ungenau aus.

David Alaba Er näherte sich gestern im Team seiner Bayern-Rolle an. Linker Verteidiger in der Defensive, Flügelflitzer mit viel Kreativität nach vorne. Sein Freistoß-Tor war ebenso ein Genuss wie der zweite Versuch, der an die Latte klatschte. Dazu könnte Arnautovic sein Ribery in Rot-Weiß-Rot werden. Ein Alaba, wie er Fans begeistern kann.

Valentino Lazaro Zunächst wurde kaum über die rechte Seite gespielt, viel lief über links. Der Berlin-Legionär setzte dann aber vermehrt Akzente, vergab dabei eine Großchance nach Arnautovic-Lochpass.

Guido Burgstaller Er mimte den gewohnten Rackerer, muss man auch als echter Schalker. Lief oft in die Tiefe, manchmal dabei auch ins Abseits. Schade, dass er keine Beatles-Frisur trägt, denn damit hätte er bei seinem Hechtsprung nach Alaba-Flanke den Ball wohl erwischt. So fehlten Zentimeter und ein Treffer im Heimspiel des Kärntners.

Marko Arnautovic Zu Beginn hatte er Probleme, seine Aktionen erfolgreich abzuschließen, blieb oft hängen, verzagte aber nicht und belohnte sich mit dem 2:0. Deutete einen Schuss mit rechts an und schob den Ball seelenruhig mit links ein. Ein Schmankerl. Ebenso sein zweites Tor mit tollem Laufweg und Köpfchen. Hält schon bei 18 Teamtoren.

Florian Kainz Ersetzte Lazaro auf der rechten Flanke.

Michael Gregoritsch Durfte sich statt Burgstaller auch als Solospitze versuchen und kam fast zu einem Torerfolg.

Florian Grillitsch Kam im Finish für Schöpf.

Zu kurz eingesetzt: Louis Schaub, Xaver Schlager und Maximilian Wöber.

Slowenische Pressestimmen:

Dnevnik: "Österreich demütigte Slowenien. Österreich hat den südlichen Nachbarn mit hohen Tempo und Verspieltheit überschattet."

Delo: "Slowenien war machtlos. Als die Österreicher einen Gang höher schalteten, konnten die Slowenen dem Rhythmus des Spiels, der von den Bundesliga- und Premier-League-Stars diktiert wurde, nicht mehr folgen. Bayern-Ass David Alaba, Marko Arnautovic und Hertha-Juwel Valentino Lazaro waren zu schnell und technisch zu gut für ihre Bewacher."

Vecer: "Alaba und Arnautovic brausten an der slowenischen Abwehr vorbei, ihre Show setzte sich auch in der zweiten Halbzeit fort."

STA (Nachrichtenagentur): "Die Österreicher waren ein viel besseres Team. Eine so schnelle und so hohe Führung war nicht überraschend."