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20.09.2018

Rapid startet mit Heimsieg gegen Spartak in die Europa League

Die Hütteldorfer schlugen Spartak Moskau vor heimischem Publikum mit 2:0 und starteten optimal in die Gruppenphase.

Ein neuer Anlauf gegen den Frust in Hütteldorf, und wieder zeigte sich: Rapid sieht auf der europäischen Bühne besser aus  als im Liga-Alltag. Moskau, an sich Stammgast in der Champions League, wurde beim Start in die Europa League mit 2:0 besiegt.

Dass die Derby-Niederlage nicht spurlos an den Hütteldorfern vorbeigegangen ist, zeigte sich nach nur 52 Sekunden: Mert Müldür haute unbedrängt über den Ball.

Rapid war trotz der 0:1-Niederlage mit der Aufstellung vom Derby gestartet. Gesehen haben es weniger als üblich: Live wurde die Partie erstmals nur auf DAZN gestreamt, im Stadion blieben bei 21.400 Besuchern rund 100 Plätze auf der Nordtribüne frei. Mehr Freiraum gab es im VIP-Klub, was aufgrund der horrenden Preise für Tagestickets (ab 360 Euro) nur logisch war. Neben dem von der UEFA gesperrten Spartak-Sektor hatten 50 russische Fans Karten ergattert. Rapid zeigte sich gastfreundlich und ließ die Russen nach rund 20 Minuten in den leeren Gästeblock.

Da war die einzige Chance der Gäste in Hälfte eins schon von Richard Strebinger entschärft worden: Nach einem Müldür-Fehler hielt der Tormann einen Volley von (12.).

Vorerst nur bemüht

Ansonsten waren nur die sehr bemühten, aber betont vorsichtigen Rapidler gefährlich. Christoph Knasmüllner schoss zwei Mal knapp vorbei. Andrei Ivan traf besser, aber Goalie Maksimenko hielt beide Versuche. Die größte Möglichkeit entstand aus einer vom sehr starken Marvin Potzmann eingeleiteten Kombination, Thomas Murg zog ab, gehalten (14.).

Die Überlegenheit erinnerte an die sensationelle Bilanz von Rapid gegen russischen Klubs: Alle sieben Duelle waren erfolgreich. In zehn Spielen gegen Klubs aus Moskau gab es gar keine Niederlage: fünf Siege und ebenso viele Unentschieden.

Der massiv unter Druck stehende Trainer Goran Djuricin sah es erstmals in der „Europacup-Panier“, also mit Hemd statt Rapid-Polo.

FUSSBALL UEFA EUROPA LEAGUE: SK RAPID WIEN - FC SPARTAK MOSKAU

Massimo Carrera, im Anzug mit ganz italienischer Prägung, ärgerte sich am Tag nach der Schmähgedicht-Affäre sichtlich über den Auftritt des größten Klubs Russlands. Auch bei einem Budget, das nur für Teams in der Champions League üblich ist, wirken sich sieben Ausfälle aus.

Rapid kam entschlossener aus der Kabine. In Minute 50 war das im Derby noch vergeblich gesuchte Spielglück zurück: Murg-Corner, Kopfball Mert Müldür, Maksimenko parierte, aber genau auf Artem Timofejew und die Kugel sprang als Eigentor zum 1:0 ins Netz (50.).

Spartak reagierte mit einem (zu) perfekten Fernando-Freistoß – Lattenkreuz. Bocchetti beförderte den Abstauber ins Tor, der frühere Milan-Verteidiger war dabei aber im Abseits (56.).

Tor nach Highlight

Die schönste Aktion führte zum 2:0: Stefan Schwab war freigespielt worden und spielte direkt durch alle Linien auf Thomas Murg. Der Steirer war auf und davon, umkurvte Maksimenko und vollendete cool (68.).

Noch war es nicht gewonnen: Zé Luis war frei, schoss aber aus zehn Metern drüber (73.). Danach verteidigte Rapid – angeführt von Evergreen Mario Sonnleitner – mit immensem Einsatz.

Die Wiener sind sogar Tabellenführer: Villarreal spielte gegen die Rangers nur 2:2. Für Rapid und Djuricin geht es mit zwei weiteren Schlüsselspielen dahin: am Sonntag in Salzburg, am Mittwoch im Cup in Mattersburg.