Jubel über West Ham: Traumlos für Rapid

© REUTERS/DAVID KLEIN

Sport Fußball
08/27/2021

Die Europacup-Gegner von Rapid, Sturm und LASK unter der Lupe

Österreichs Liga ist Nr. 8 in Europa. Wie die Chancen für Rapid, Sturm und den LASK nach der Auslosung der Gruppen stehen.

von Alexander Huber, Günther Pavlovics

Von fünf Klubs der Bundesliga schafften es vier in die Gruppenphasen der Europacupbewerbe. Dieser erfolgreiche Qualifikationsmarathon hat das erfreuliche Ergebnis, dass Österreich in der Fünfjahreswertung der UEFA auf Rang acht (noch vor Belgien und Russland) vorgestoßen ist – der Bestwert seit 1987.

Nun gilt es für Salzburg (Champions League), Rapid, Sturm Graz (Europa League) und den LASK (Conference League) darum, auch in der Gruppenphase fleißig Punkte zu sammeln, um den Top-Ten-Platz und damit verbundene Start- und Fixplätze zu halten.

Europa League: Rapids Chancen

„Am meisten freue ich mich auf die Hammers!“ Bei Didi Kühbauer kam nach der Auslosung der Fußball-Fan zum Vorschein, der natürlich auch im Rapid-Trainer steckt: „Die Stimmung wird ähnlich großartig wie bei uns. West Ham erinnert mich an die Wurzeln des Fußballs. Das Publikum schätzt ehrliche Arbeit. Dort wird voller Einsatz und jede gute Aktion gefeiert. Dazu sind die natürlich ein richtig starkes Team“, schwärmt der 50-Jährige im KURIER-Gespräch über West Ham

Zorya Lugansk vs. Rapid Wien - UEFA Europa League - Play Offs

Noch mehr freute sich über das Los aus Topf 3 (!) nur noch Co-Trainer Thomas Hickersberger, der glühender Fan des  Traditionsklubs aus London ist. Auch bei den Spielern fand die Euphorie nach dem starken 3:2 in der Ukraine und dem Aufstieg gegen Luhansk mit dem Score von 6:2 eine Fortsetzung. „Wir freuen uns brutal auf die Spiele. In der Europa League kommt dieses gewisse Etwas dazu, bei uns Spielern und auch für die Fans“, weiß Kapitän Max Hofmann.

Run auf Tickets

Für Mitglieder, Abonnenten und Ticketkäufer vom 3:0 gegen Luhansk wird sich ihre Treue lohnen: Sie dürfen kommende Woche zuerst Dreierabos erwerben. Natürlich sind auch die Heimspiele gegen Dinamo Zagreb und den alten Bekannten aus Genk attraktiv, aber der aktuelle Tabellenführer der Premier League wird als Ticketseller das Stadion füllen.

Für Dinamo wird es um Wiedergutmachung gehen. „In ihrem Selbstverständnis gehören sie in die Champions League“, weiß Sportdirektor Zoran Barisic. Doch Kroatiens Serienmeister blamierte sich im Play-off gegen Tiraspol mit dem Score von 0:3. „Sie stehen dennoch über uns.“ 

Das gilt auch für Genk – Mittelstürmer Paul Onuachu wird um 20 Millionen Euro gehandelt. 2013 und 2016 wurde gegen den belgischen Großklub jeweils ausgeglichen bilanziert. Die Rapidler rechnen sich jedenfalls Chancen auf den Aufstieg aus. Zumindest Platz drei und der damit verbundene Umstieg in die Conference League müssen das Ziel sein.

Das kurzfristige Ziel ist ein Sieg bei der Austria im 13. Spiel in 45 Tagen. Kühbauer: „Das Derby setzt Kräfte frei.“

Aufstiegschance 40 %

Europa League: Außenseiter Sturm

Seit zehn Jahren warten die Grazer darauf, dass sie wieder einmal in einer Gruppenphase im Europacup spielen dürfen. 2011 gab es einen Sieg bei AEK Athen, sonst aber nur Niederlagen gegen Anderlecht, Lok Moskau und die Griechen – und mit drei Punkten gab es nur Platz vier. Ähnliches droht den Steirern auch dieses Jahr in einer enorm schweren Gruppe. 

Monaco, die Mannschaft von Niko Kovac, einst Spieler in Salzburg, dann Trainer bei Frankfurt und den Bayern, beendete die Meisterschaft als Dritter, vier Punkte hinter Vize Paris SG. Monaco hat die Champions League am Mittwoch in letzter Sekunde durch ein unglückliches Eigentor gegen Schachtar Donezk verpasst.

Die Franzosen haben allerdings nur einen Punkt in den ersten drei Ligue-1-Spielen geholt und  zuletzt gegen Lens und Lorient verloren. Die bekanntesten Spieler sind Tormann Nübel, der Spanier Fàbregas und der Deutsche Volland.

Bei PSV Eindhoven gibt es noch mehr bekannte Gesichter. Auch dieser Trainer war in Salzburg, der Deutsche Roger Schmidt. Der Tabellenzweite der niederländischen Eredivisie verpasste gegen Benfica Lissabon knapp den Einzug in die Champions League. In der Meisterschaft gab es aber in zwei Spielen  zwei Siege. Schmidt holte sich mit Salzburg-Verteidiger Ramalho einen ehemaligen Spieler. Zudem ist der deutsche Weltmeister und Finaltorschütze Mario Götze im Kader. Und seit Sommer verteidigt ÖFB-Teamspieler Philipp Mwene bei der „Eindhovense Voetbalvereniging Philips’ Sport Vereniging“.

Real Sociedad, der Fünfte der letzten Saison in Spanien, begann die Meisterschaft mit einem 2:4 in Barcelona, es folgte aber ein Sieg gegen Rayo Vallecano. Die Mannschaft aus San Sebastián wird von Imanol Alguacil betreut. Bekannteste Spieler sind die Altstars David Silva, Nacho Monreal und Teamstürmer Mikel Oyarzabal sowie der Schwede Alexander Isak und der Belgier Adnan Januzaj.

Aufstiegschance 10 %

Conference League: Favorit LASK

Lorik Cana streckte die Hand in Topf 1, und der Ex-Lazio-Spieler wuzelte schon den Zettel mit dem LASK aus der Kugel. Der Türke Nihat Kahveci fügte Maccabi Tel Aviv dazu, Cana fischte Alaschkert aus Armenien dazu. Dann zog Kahveci Maccabi Haifa, doch die Israelis mussten wegen Tel Aviv in eine andere Gruppe. Im zweiten Versuch wurde es dann HJK Helsinki.

Maccabi Tel Aviv eliminierte in der Qualifikation wurden Karaganda (Kasachstan), Trnava (Slowakei) und Niksic (Montenegro) ohne Niederlage. Meisterschaftsstart ist am Sonntag mit dem Spiel bei Bnei Sachnin. Seit Sommer wird der Vizemeister von Patrick van Leeuwen betreut, der Niederländer kam 2016 als Nachwuchskoordinator, sprang aber auch immer wieder als Interimstrainer ein. In der Defensive spielen zwei Spanier und ein Portugiese. Luis Hernández wurde bei Real Madrid ausgebildet, spielte danach bei Gijón, Leicester und Málaga. Der kroatische Stürmer Stipe Perica kam im Sommer ablösefrei aus Watford.

Alaschkert, die Mannschaft aus der armenischen Stadt Martuni, die in der Hauptstadt Jerewan spielt, ist die große Unbekannte, die noch nie gegen einen österreichischen Klub gespielt hat. Der Meister schlug in der Qualifikation zur Champions League Waliser und  schied gegen Tiraspol aus. In der Quali zur Europa League kam mit 0:0 und 0:1 gegen die Glasgow Rangers das Out. In der Meisterschaft gab es für die Legionärstruppe in drei Spielen nur einen Punkt.

HJK Helsinki, der „Helsingin jalkapalloklubi“ war Erster der Jahresmeisterschaft 2020 und führt  nach 17 Runden die Tabelle an. Den größten  Auftritt gab es 1998 in der Gruppenphase der Champions League, 2014 schafften die Finnen das (nach einem Sieg gegen Rapid) in der Europa League. Roope Riski spielte bei St. Pölten (2017 bis 2019). Daniel O’Shaughnessy, Sohn einer Finnin und eines Iren, spielte bei der EM für Finnland.

Aufstiegschance 95 %

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