Sturm-Trio: Edeljoker Michael Gregoritsch, Durchstarter Marcel Sabitzer und Fixstern Marko Arnautovic (v. li.)

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Sport Fußball
11/15/2019

Nationalteam: Die Auf und Abs der letzten sieben Monate

Österreich kann sich schon im neunten Spiel für die EM 2020 qualifizieren. Ein Quali-Rückblick.

von Günther Pavlovics

Österreichs Fußball-Nationalteam kann die kürzeste Qualifikation der Geschichte am Samstag (Ernst-Happel-Stadion, 20.45 Uhr) schon vorzeitig positiv beenden. Dazu ist nur ein Punkt gegen Nordmazedonien notwendig. Nach nicht einmal acht Monaten kann feststehen, dass sich Österreich erstmals für zwei Europameisterschaften in Folge qualifiziert hat. Aber auch in dieser Kürze lag Würze: Es gab Enttäuschendes und Erfrischendes, es gab Aufreger und Aussteiger. Ein Überblick über Schlüsselszenen und Schlüsselfiguren der bisher acht EM-Qualifikationsspiele seit dem 21. März 2019.

Die Aussteiger

Dem Siegestor gegen Slowenien in seiner Heimat Kärnten folgten die Reservistenrolle in Nordmazedonien und der Team-Rücktritt von Guido Burgstaller. Der Schalke-Stürmer verkündete im August seinen Ausstieg – mit 30 Jahren, nach 25 Spielen und zwei Toren. Der um zehn Tage ältere Marko Arnautovic macht aber weiter. Aber Marc Janko hörte auf – wenige Tage nach seinem 36. Geburtstag. Das 70. und letzte Länderspiel bestritt er am 24. März beim 2:4 in Slowenien. Das letzte seiner 28 Teamtore erzielte er am 9. Oktober 2016 in Serbien.

Die Absteiger

Robert Almer war unter Marcel Koller der Stammtormann – bis Oktober 2016, dann verletzte er sich. Heinz Lindner schlüpfte danach in die Rolle des unumstrittenen Einsers – bis er im Sommer nach seinem Abschied vom Schweizer Absteiger Grasshoppers keinen Klub fand. Letzter Teameinsatz: 10. Juni. Ex-Sturm-Kicker Peter Zulj war die Team-Entdeckung von Ex-Sturm-Trainer Franco Foda. In der EM-Qualifikation spielte der Mittelfeldspieler nur beim 2:4 in Israel – es war sein zehntes und bisher letztes Länderspiel.

Die Aufreger

Martin Hinteregger überzog nach dem Sieg gegen Lettland in der Nacht zu seinem 27. Geburtstag den Zapfenstreich derartig, dass ihn Teamchef Franco Foda gegen Polen auf die Bank setzte. Im nächsten Spiel schoss sich der Innenverteidiger mit einem Volleytor gegen Israel in die Herzen der Fans. Beim 4:2 hatte sich Israels Markus Rogan so impulsiv für Israel gefreut, dass er ungewollt zum Motivator einiger Österreicher wurde. Marko Arnautovic und Aleksandar Dragovic bedankten sich nach dem 3:1 in Wien beim ehemalige Weltklasse-Schwimmer.

Der Pechvogel

Salzburg-Goalie Cican Stankovic durfte im September und Oktober die Lindner-Lücke füllen. Er tat es mit nur einem Gegentor in vier Spielen – bis zu seinem Muskelbündelriss in der Champions League gegen Napoli.

Die Tormannfrage

Die ist vor den letzten beiden Qualifikationsspielen wieder aufgeflammt. Darf am Samstag in Wien gegen Nordmazedonien der nächste Goalie ins kalte Teamtormann-Wasser springen, so wie Cican Stankovic gegen Lettland? Alexander Schlager und Pavao Pervan stünden bereit. Der Dritte im Bunde, Sturms Jörg Siebenhandl, durfte unter seinem ehemaligen Klubtrainer Foda schon zwei Mal spielen. Zuletzt 2018 beim Sieg im Test gegen Deutschland.

Der Durchstarter

Leipzigs Steirer Marcel Sabitzer nutzte gegen Lettland die Gunst der Stunde und konnte sich endlich im Team als Leistungsträger etablieren. Nach fast 40 Spielen und mit 25 Jahren.

Der Rückkehrer

Weil Stefan Lainer verletzt für Israel absagen musste, improvisierte Foda mit Stefan Posch als Rechtsverteidiger und mit Christopher Trimmel als Ersatz. Zehn Jahre nach seinem Debüt, neuneinhalb Jahre nach seinem dritten Teamspiel, kam der 32-Jährige zu den Partien vier und fünf.

Die Einspringer

Beim 0:0 in Warschau bewies sich auf Hintereggers Position der junge Stefan Posch. Dass Konrad Laimer ein Dauerläufer ist, war bekannt. Dass sich der Salzburger aber auch als Seitenspieler und Alaba-Ersatz mehr als bewährt, kam etwas überraschend.

Die Jungstars

Weil sie schon in der A-Klasse waren, standen Konrad Laimer und Valentino Lazaro bei der U-21-WM nicht im Kader. Stefan Posch und Philipp Lienhart waren bei der U 21 und sind jetzt im A-Team. Maximilian Wöber war verletzt und ist jetzt bei der U 21, wie Kevin Danso. Hannes Wolf und Xaver Schlager sind verletzt.