Heinz Lindner: Der Oberösterreicher absolvierte seit 2012 28 Länderspiele.

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Sport Fußball
08/26/2019

Nationalteam: Franco Fodas Tormann-Sorgen

Die Nummer eins Heinz Lindner hat noch keinen Klub. Es gibt insgesamt sechs Kandidaten für drei Kaderplätze.

von Alexander Strecha

Österreichs Nummer 1 nimmt die zwei EM-Qualifikationsspiele in Salzburg gegen Lettland und in Warschau gegen Polen ohne Spielpraxis in Angriff. Heinz Lindner hat nach seinem Abgang von Grasshoppers Zürich noch keinen neuen Arbeitgeber gefunden und sich mit Individualtraining über den Sommer fit gehalten. Keine idealen Voraussetzungen für den heißen Herbst. Teamchef Franco Foda wird für die September-Spiele dennoch Lindner sein Vertrauen aussprechen, ein Wechsel wäre in dieser heiklen Phase der Qualifikation wohl zu delikat.

Die sechs Kandidaten für die drei Kaderplätze

Heinz Lindner
Der 29-Jährige hat die bisherigen vier EM-Qualifikationsspiele als Nummer 1 absolviert. Nach dem Abstieg der Grasshoppers aus der ersten Schweizer Liga verließ er Zürich und befindet sich seitdem auf Vereinssuche. Fündig ist er noch nicht geworden. Selbst wenn er noch in dieser Woche einen neuen Arbeitgeber finden sollte, er reist ohne Praxis zum Nationalteam an.

ÖFB-Teamtormanntrainer Robert Almer kennt diese Situation aus eigener Erfahrung, auch als Nummer 2 bei seinem Verein hielt Teamchef Marcel Koller damals an Almer als Nummer 1 fest. Und der bedankte sich mit tollen Leistungen. Der Unterschied zu Lindner: Almer stand damals beispielsweise bei Hannover im Mannschaftstraining, was Lindner aktuell fehlt. Almer: „Man muss sich wieder an das Tempo bei den Trainingsspielen gewöhnen.“ Die eine Trainingswoche in Saalfelden könnte reichen.

Cican Stankovic
Der 26-Jährige verfügt bei Salzburg über Spielpraxis und lauert hinter Lindner auf seine Chance. Er gehörte den vergangenen zehn Teamkadern an.

Pavao Pervan
Der 31-Jährige spielt bei Wolfsberg derzeit nicht die erste Geige, gibt im Nationalteam aber mit seiner positiven Art aus dem Hintergrund den Ton an. Zu Quali-Beginn fehlte er gegen Polen und Israel, gegen Slowenien und Nordmazedonien war er dagegen mit von der Partie.

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Richard Strebinger
Den Rapidler plagen Verletzungssorgen. Im ersten Spiel gegen Salzburg ging er nach einem Zusammenstoß k.o., zuletzt gegen den LASK musste er ohne Fremdeinwirkung mit Kreislaufproblemen ausgetauscht werden. Unter Foda absolvierte er beim Test in Dänemark sein einziges A-Länderspiel, zuletzt wurde er bei den Quali-Spielen im Juni nicht berücksichtigt.

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Alexander Schlager
Der LASK-Schlussmann zeigt schon über einen längeren Zeitraum stabile Leistungen und ist nach der guten U-21-EM in Italien im Juni zu einem echten Thema für das A-Team geworden. Er strahlte zuletzt auch im Europacup gegen Basel und Brügge Sicherheit aus.

Daniel Bachmann
Der Torhüter von Watford (Premier League) durfte 16 Länderspiele für die ÖFB-U-21 bestreiten, im A-Team stand er zuletzt im Oktober 2017 im Kader. Nach einer starken Saison bei Kilmarnock musste er zurück zu seinem Stammverein nach England. Ursprünglich suchte er eine neue Destination, doch nun entschied er, sich bei Watford durchzubeißen. Doch die Konkurrenz ist groß.

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Land der Berge, Land der Tormänner - so könnten die Fans vor den Länderspielen singen. Die Quantität auf dem rot-weiß-roten Goalie-Markt passt, die Qualität lässt - punkto Teamreife - zuweilen zu wünschen übrig.

Elf der zwölf Bundesligaklubs setzen auf Österreicher als Nr. 1 (nur bei Wattens steht der Deutsche Oswald im Tor). Aber auch in Europa stehen 17 Österreicher ihren Tormann.

  • Pavao Pervan Der 31-Jährige ist bei Wolfsburg Nr. 2 hinter Casteels.
  • Michael Langer Nr. 3 bei Schalke.
  • Ramazan Özcan Teamrücktritt und Nr. 2 in Leverkusen.
  • Andreas Lukse Einmaliger Teamspieler und Nr. 2 in Nürnberg.
  • Mario Schragl Der 20-jährige Steirer ist die Nr. 3 in Karlsruhe.
  • Martin Fraisl Der 26-Jährige ist die Nr. 1 bei Zweitligist Sandhausen.
  • Marco Knaller Ist bei Ingolstadt in Liga 3 die Nr. 2.
  • Lukas Königshofer Trainer Heiko Vogel setzt bei Drittligist Uerdingen auf ihn.
  • Daniel Bachmann Nach einem tollen Jahr in Schottland in Watford nur die Nr. 3.
  • Samuel Sahin-Radlinger In Englands zweithöchster Spielklasse bei Barnsley stets im Tor.
  • Robert Olejnik Der 32-Jährige ist seit 16 Jahren in England, derzeit in Liga vier bei Mansfield Town.
  • Dejan Stojanovic Der Vorarlberger ist die Nr. 1 bei St. Gallen in der Super League.
  • Osman Hadzikic Der 23-Jährige steht bei der U 21 des FC Zürich im Tor.
  • Fabian Ehmann Zweier-Goalie bei Aris Saloniki.
  • Christopher Knett Ging im Sommer nach Griechenland zu Panetolikos.
  • Armin Gremsl Sein drittes Jahr auf Zypern. Stand Samstag zum Beginn der Saison im Tor von Doxa beim 0:2 gegen Omonia.
  • Hidajet Hankic Kassierte am Samstag mit Botosani die erste Saisonniederlage in Rumäniens höchster Liga.