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Sport Fußball
05/11/2022

Kein Geld für Auswärtsfahrt: Lustenauer Fans zahlen Wacker den Bus

Die Innsbrucker können die Fahrt zum Spiel in St.Pölten nicht finanzieren. Hilfe kommt aus Lustenau. Die Austria will unbedingt, dass Wacker die Saison fertigspielt.

von Christoph Geiler

Es ist schon schlimm genug, was in den vergangenen Wochen und Monaten rund um den FC Wacker Innsbruck passiert ist, doch sollte der Finanzcrash auch noch sportliche Auswirkungen auf den Ausgang der Meisterschaft haben, dann wäre das wohl der absolute Supergau - und der Traditionsverein würde vielerorts in der öffentlichen Gunst noch mehr sinken.

Bekanntlich kann Wacker seit geraumer Zeit seinen Zahlungspflichten nicht mehr nachkommen, immer mehr Spieler haben ihre Verträge aufgelöst. Angesichts der prekären finanziellen Situationen ist es äußerst unsicher, ob der Verein die Zweitliga-Saison überhaupt noch zu Ende spielen und die letzten beiden Saisonpartien bestreiten kann.

Ein vorzeitiges Saisonende hätte massive Auswirkungen auf das Titelrennen in der zweiten Liga. Dann würden nämlich alle Partien des FC Wacker annulliert werden. Die Folge: Der FAC, aktuell zwei Punkte hinter Leader Austria Lustenau, wäre plötzlich die Nummer 1. Lustenau gingen nämlich drei Punkte aus den direkten Duellen mit Wacker verloren, der FAC würde nur ein Pünktchen abhanden kommen.

Damit wären die beiden Aufstiegsaspiranten punktegleich und es würde das direkte Duell entscheiden. Und da liegt der FAC voran...

Man kann verstehen, dass gerade bei Austria Lustenau die Vorkommnisse jenseits des Arlbergs mit großer Sorge verfolgt werden. Inzwischen machen sogar die Vorarlberger Fans mobil, um dem FC Wacker zu helfen - und natürlich auch der Austria.

Weil zuletzt bekannt geworden war, dass den Innsbruckern das Geld für die Auswärtsfahrt am Freitag nach St.Pölten fehlt, haben Lustenau-Anhänger kurzerhand die Finanzierung des Wacker-Mannschaftsbus übernommen.

Für Lustenau steht nämlich viel auf dem Spiel. Seit zwei Jahrzehnten kämpft der Verein um die Rückkehr in die Bundesliga. Jetzt will man nicht ohne Verschulden den wahrscheinlichen Aufstieg verspielen.

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