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Sport Fußball

Nach Hymnen-Boykott: England feiert bei WM Kantersieg gegen Iran

Der Mitfavorit startete mit einem 6:2-Kantersieg. Ins Schwitzen kam dank der Klimaanlage nur der Iran, dessen Kicker die Nationalhymne boykottierten.

von Philipp Albrechtsberger

11/21/2022, 03:34 PM

21,7 Grad Celsius – das war die Vorgabe des Weltverbandes FIFA fĂŒr die SchauplĂ€tze die Winter-WM in Katar. Da es diese Temperatur aber nahe des Spielfeldes haben soll und Luft einfach verdammt flĂŒchtig ist, muss ordentlich einiges davon von weiter oben runtergeschickt werden. Und zwar andauernd.

Sinnlosigkeiten

So kam es, dass man auf den TribĂŒnen  des Khalifa-Stadions, hoch oben, viele frierende Menschen sah, kramend in den Taschen nach irgendetwas TextilĂ€hnlichem, in das man sich hĂŒllen konnte an diesem milden Montag in der WĂŒste.

Die WM ist zwar erst zwei Tage alt, aber es ist durchaus möglich, dass diese Vorgabe mit den Klimaanlagen die sinnloseste ist bei einem Fußballturnier, das viele ohnehin komplett fĂŒr sinnlos erachten.

Schnell auf Betriebstemperatur waren freilich die englischen Kicker in ihrem Auftaktspiel. Das lag jedoch auch am Gegner. Der Iran machte es dem Team von Gareth Southgate spielerisch leicht. Beim 6:2-SchĂŒtzenfest konnte der Turniermitfavorit in der zweiten HĂ€lfte sogar KrĂ€fte schonen.

Was ist der Sieg wert? Das könnte im weiteren Turnierverlauf womöglich noch wichtig werden, denn fĂŒr die EnglĂ€nder soll es ein langes Turnier werden, das im Idealfall bis zum Finale am 18. Dezember dauert.

Wie viel der Auftaktsieg gegen ĂŒberforderte und teilweise naiv agierende Iraner tatsĂ€chlich wert ist, wird sich zeigen. Der Erfolg dĂŒrfte zumindest kurzfristig  ein paar Kritiker in der Heimat verstummen lassen. Eine sieglose Nations-League-Gruppe hatte  Zweifel gemehrt, die talentierte wie junge Premier-League-Auswahl verspiele ihre Chancen.
Als souverĂ€ne Einheit agierte man gestern Nachmittag. Vor allem die Lufthoheit im Strafraum sowie das flotte und kombinationssichere Spiel ĂŒber die FlĂŒgel funktionierte einwandfrei. Ein HĂ€rtetest fĂŒr die zuletzt wackelige Defensive war die Partie jedoch nicht.

Statement

Die Iraner setzten noch vor dem Spiel ein klares Statement ab, indem sie geschlossen darauf verzichteten, die Hymne ihres Landes mitzusingen. Auch auf den RÀngen bekundeten zahlreiche Fans ihre SolidaritÀt mit den Protesten im Iran.

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