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Sport Fußball
06/02/2021

Härtetest in England: Ist Österreichs Nationalteam schon EM-reif?

Österreich probt in Middlesbrough den Ernstfall gegen Titelmitfavorit England. Foda schließt Experimente nicht aus.

von Alexander Strecha

Der Ernstfall wird einer ersten Probe unterzogen. Auf Österreichs Fußball-Nationalmannschaft wartet am Mittwoch (21 Uhr MESZ/live ORF 1) der erste Härtetest für die EURO im Riverside Stadium von Middlesbrough gegen England. Es wird ein Test mit Aussagekraft, zumal der Gegner zu den aussichtsreichsten Anwärtern auf einen Triumph bei der kontinentalen Endrunde gezählt wird. Findet England den Weg ins Finale, dann würde man sechs der sieben Spiele im Londoner Wembley-Stadion absolvieren. Das Turnier wäre somit eine Heim-EURO.

ÖFB-Teamchef Franco Foda lässt sich davon nicht beirren und strahlte vor dem Abflug auf die Insel durchaus Optimismus aus. Die vier Übungseinheiten zuletzt in Bad Tatzmannsdorf stimmten ihn positiv. „Wir haben eine sehr gute Woche hinter uns und sind absolut im Plan, die Mannschaft hat sehr engagiert trainiert.“

  • Die Tests

Vor der EURO 2016 schlicht sich bei den Testspielen ein gewisser Schlendrian ein. Das gab zuletzt sogar Teamkapitän Julian Baumgartlinger zu. Umso mehr möchte man jetzt Nachlässigkeiten vermeiden, wie auch Martin Hinteregger bestätigt. „Vor fünf Jahren haben wir die Testspiele vielleicht zu leicht genommen und geglaubt, dass wir bei der Endrunde dann den Schalter umlegen könnten. Das ist uns bekanntlich nicht gelungen. Jetzt sollen wir es anders machen, die zwei Tests sind extrem wichtig.“

  • Der Plan

Foda weiß, was er in England von seiner Mannschaft sehen möchte. „Wir haben vor allem an unserem Ballbesitz- und Umschaltspiel gearbeitet, und das wollen wir jetzt gegen England auf den Platz bringen.“ Die Engländer könnten aber auch als Blaupause für die Niederlande dienen, da die Spielweise jener von Österreichs zweitem EM-Gegner vergleichbar ist. „Sie spielen ein ähnliches System, kommen viel über ihre Flügelspieler, die Eins-zu-eins-Situationen suchen“, meinte Foda.

Mit welcher Startelf England in die Schranken gewiesen werden soll, ließ der Teamchef offen. Dennoch neigt er zu dem einen oder anderen Experiment. „Ich habe schon den Gedanken, dass ich noch einmal etwas probiere. Viele haben bei ihren Klubs viel gespielt, wir werden einige Wechsel vornehmen, vielleicht schon in der Pause“, kündigte Foda an.

  • Der Torhüter

Will Foda schon die Nummer 1 bei der EURO ins Tor stellen? Oder kommt Watford-Legionär Daniel Bachmann zu seinem ersten Länderspiel, weil ihn der Teamchef in einem Ernstfall unter die Lupe nehmen will? Vieles spricht für einen Premieren-Einsatz von Bachmann, auch dafür, dass er bei der Endrunde für Österreich zwischen den Pfosten stehen wird. Vorausgesetzt, er patzt nicht in England.

Euro 2020 - Austria Training
  • Die Fragezeichen

Julian Baumgartlinger, der zuletzt nicht voll am Mannschaftstraining teilnahm, und der erst kürzlich von einer Verkühlung genesene Stefan Ilsanker dürften wohl kein Thema für die Startformation sein. „Wir werden bei den beiden sicher nichts riskieren“, erklärte Foda. Denkbar wäre bei Baumgartlinger ein Einsatz im Laufe der zweiten Hälfte, um zu sehen, wie fit sein Knie für den EURO-Ernstfall schon ist. Baumgartlinger hat ohnehin auch abseits des Platzes eine wichtige Rolle inne, fungiert als Führungsperson als Bindeglied zwischen Trainerteam und Mannschaft.

  • Die Ausfälle

Definitiv nicht zum Einsatz kommen werden Marko Arnautovic (Muskelprobleme) und Karim Onisiwo (Knochenprellung im Knie). Trotzdem stieg dieses Duo am Dienstagvormittag in Graz in das Flugzeug Richtung England, weil damit ein Verlassen der „Corona-Bubble“ vermieden wird und auch der medizinische Stab mitreist. „Dadurch haben sie in England beste Betreuung“, so Foda.

ABFLUG DES ÖFB-TEAMS NACH ENGLAND:  ARNAUTOVIC
  • Der Fall Lazaro

Valentino Lazaro der einzige Spieler des 26-Mann-EM-Kaders, der in Österreich blieb. Der Flügelspieler hätte sich aufgrund eines Dubai-Aufenthalts in England in Quarantäne begeben müssen, daher trainiert er vorerst beim ÖFB-U21-Team mit. Lazaro trifft am Donnerstag in Wien wieder auf seine ÖFB-Kollegen, mit denen er bis zum Testspiel am Sonntag im Wiener Happel-Stadion gegen die Slowakei in der Bundeshauptstadt bleibt.

Bei der EURO 2016 stand Lazaro in der Vorbereitung noch im erweiterten Kader, wurde aber dann – wie vereinbart – von Teamchef Marcel Koller gestrichen. „Das war schon extrem hart damals, wenn du dann plötzlich in den Urlaub fährst. Ich brenne seit 2016 auf einer neuerliche EM, wollte um jeden Preis dabei sein.“

Österreich fliegt nach dem England-Test nach Wien, wo man sich auf den finalen Probegalopp am Sonntag im Prater gegen die Slowakei (17 Uhr) vorbereiten wird. Am 4. Juni wird der ÖFB-Tross von Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen offiziell in Richtung EURO verabschiedet, am 8. Juni bezieht man Quartier im Teambasecamp in Seefeld. Von dort aus reist man zu den drei Gruppenspielen.

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