Louis Schaub traf mit der Brust zum 2:1 für Rapid.

© Agentur Diener/DIENER / Philipp Schalber

Europa League
10/22/2015

Dritter Sieg für Rapid im dritten EL-Gruppenspiel

Die Hütteldorfer drehen die Partie gegen Viktoria Pilsen und gewinnen 3:2.

von Alexander Huber, Peter Karlik

Die 39.400 Fans waren in Europacup-Form: Mit einer beeindruckenden Choreografie wurde die Mannschaft begrüßt. Die Reaktion war nicht zu übersehen: Als hätte es den Rückfall in der Liga nicht gegeben, erinnerte Rapid an die besten Europacup-Auftritte.

Pilsen wurde 3:2 besiegt, der Aufstieg in die K.-o.-Duelle ist zum Greifen nah.

Es war kühl im Prater, aber Rapid hatte keine Probleme, auf Betriebstemperatur zu kommen: Mit viel Zug wurde nach vorne gespielt, vor allem über die starke linke Seite mit Stangl. Der erste Schuss des Linksverteidigers wurde vom unsicheren Tormann Kozacik dorthin abgewehrt, wo normal der Mittelstürmer wartet. Doch Prosenik war nicht im Bilde (10.).

Kalte Dusche

Der Jelic-Ersatz kam als einer von vier Neuen nach der Blamage in Wolfsberg in die Startelf. Dass ohne den zuletzt schwachen Sonnleitner hinten die Abstimmung noch fehlte, war gleich beim ersten Angriff der Tschechen zu sehen. Nach einem Foul an Stangl ließ der englische Schiedsrichter Pawson weiterlaufen. Wie schon öfters im Europacup ließ der Rechtsverteidiger (gestern Pavelic) eine Flanke zu. Hofmann kam gegen Duris zu spät, der Goalgetter traf volley durch die Beine von Novota zum 0:1 (12.).

Die Hütteldorfer reagierten: Flott, aber dennoch sicher wurde kombiniert. Stangl scheiterte an Kozacik (18.), danach schoss Hofmann drüber (19.), Schaub daneben (26.). Rapid ließ sich auch nicht beirren, als das Schiedsrichterteam ein Handspiel von Limbersky im Strafraum übersah (29.).

Nach einem Pass von Kainz auf den doch noch fit gewordenen Petsos war der Torschrei der 39.400 Zuschauer nahe. Doch wieder war ein Bein im Weg (30.).

Also musste es wieder der Altmeister richten. Wieder nach einer Standardsituation: Nach einem Corner-Trick spielte Kainz auf Steffen Hofmann, leicht abgefälscht folgte das vierte Europacup-Tor im vierten Spiel in Serie – Rekord für den 35-Jährigen und das 1:1 (34).

Der Sprint Hofmanns in die Arme von Trainer Zoran Barisic war dann durchaus als Statement zu verstehen.

Prompt reagierte die Nr. 39 der Klubrangliste: Novota konnte sich gegen Duris (36.) und bei einem Kopfball von Hejda auszeichnen (41.). Referee Pawson, zuletzt beim Klopp-Debüt von Liverpool gegen Tottenham im Einsatz, war auch nach der Pause fehlerhaft. Eine weite Schwab-Flanke brachte Pavelic direkt zu Louis Schaub. Mit der Brust, aber aus Abseitsposition, vollendete der Europacup-Spezialist (52.).

Spannendes Finish

Pilsen drehte auf, aber Rapid sollte das glücklichere Team sein: Eine Flanke von Thanos Petsos ging an Schaub und auch an Kozacik vorbei – und landete neben der Stange zum 3:1 im Netz (68.).

Im Konter spielte Rapid nun wunderbar, aber nicht mehr effektiv – Stangl vergab gleich zwei Mal. Prompt wurde es wieder spannend: Hrosovsky bekam zu viel Platz und traf elegant ins Eck zum 3:2 (76.). Dabei blieb’s.

Rapid - Pilsen 3:2 (1:1)

Wien, Ernst-Happel-Stadion, 39.400, SR Craig Pawson (ENG)

Tore:
0:1 (12.) Duris
1:1 (34.) S. Hofmann
2:1 (52.) Schaub
3:1 (68.) Petsos
3:2 (76.) Hrosovsky

Rapid: Novota - Pavelic, Dibon, M. Hofmann, Stangl - Schwab, Petsos - Schaub (80. Huspek), S. Hofmann (62. Grahovac), F. Kainz - Prosenik (68. Jelic)

Pilsen: Kozacik - Rajtoral, Baranek, Hejda, Limbersky - Vanek (80. Holenda), Hrosovsky - Kopic (58. Petrzela), Horava (58. Kolar), Kovarik - Duris

Gelbe Karten: Dibon bzw. Kovarik

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S. Hofmann: "Durchatmen kann man noch nicht"

Steffen Hofmann (Torschütze Rapid): "Es war wichtig, dass wir das Spiel gewinnen. Wir haben gegen eine richtig gute Mannschaft gespielt. Sie haben es uns in allen Phasen des Spiels schwer gemacht. Ich freue mich sehr, dass ich ein Tor erzielen konnte. Es war nicht leicht für uns nach dem wirklich schlechten Spiel in Wolfsberg, der Sieg ist sehr wichtig für uns. Durchatmen kann man noch nicht, aber wir haben schon einen guten Vorsprung erspielt. Neun Punkte nach drei Spielen, wir sind natürlich überglücklich."

Thanos Petsos (Torschütze Rapid): "Wir waren gut im Spiel, haben dann das 0:1 bekommen, danach aber erst richtig aufgedreht. Nach dem 3:1 hätten wir den Sack zumachen müssen, so wird es noch einmal spannend. Wir sind gut aufgestanden nach den zwei Niederlagen (in der Liga, Anm.) zuletzt. In der Liga stehen sehr wichtige Aufgaben bevor, die Europa League ist nur ein Plus. Wir müssen erst unsere Hausaufgaben machen."