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Sport Fußball
11/25/2021

Heimpleite gegen West Ham: Rapids Europa-League-Aus ist besiegelt

Die Wiener mussten sich den favorisierten Engländern mit 0:2 geschlagen geben. Rapid kämpft nun um die Conference League.

von Alexander Huber, Peter Karlik

Es war so deprimierend wie befürchtet: Aus dem Fan-Highlight vor ausverkauftem Haus gegen einen englischen Traditionsverein wurde mit dem Lockdown ein Geisterspiel, das die Chancenlosigkeit gegen West Ham noch klarer sichtbar machte.

RAPID WIEN – WEST HAM UNITED 0:2 (0:2)
Tore: 0:1 (40.) Yarmolenko, 0:2 (45.+2) Noble.
Rapid: Gartler – Stojkovic, Hofmann, Aiwu, Moormann – Petrovic, Ljubicic (91. Grahovac) – Arase (75. Ballo), Knasmüllner (59. Grüll), Fountas (91. Strunz) – Kitagawa (59. Kara).
West Ham: West Ham: Areola - Coufal, Dawson, Diop, Masuaku (77. Fredericks) - Noble, Soucek (65. Kral), Lanzini (65. Fornals) – Bowen (65. Benrahma), Jarmolenko, Vlasic (78. Perkins).

Ausgerechnet im 300. Europacupmatch der Vereins-Geschichte konnte Rapid den Klassenunterschied nicht kaschieren, Andrij Jarmolenko (40.) und Mark Noble (45.+2) per Elfer machten den Tages- und Gruppensieg der Engländer perfekt. Auf Rang zwei spitzt auch noch Genk, das am Donnerstag bei Dinamo Zagreb remisierte und zwei Punkte Rückstand auf die Kroaten hat.

Interimscoach Steffen Hofmann hatte einen „mutigen Auftritt“ versprochen und löste das gleich mit seiner Aufstellung ein. Die zuletzt überspielt wirkenden Teamkicker Ercan Kara, Marco Grüll und Max Ullmann hatten im 4-2-3-1 vorerst keinen Platz. Besonders die linke Seite mit Talent Martin Moormann und Jungpapa Koya Kitagawa war ein beständiges Risiko in der grün-weißen Defensivarbeit.

Glücklicher Start

So war es auch ein Glück, dass Rapid die starke Anfangsphase der Gäste ohne Treffer überstand. Mit einer Mischung aus Stammkräften und Reservisten griff das Spitzenteam aus der Premier League an. Jarrod Bowen setzte einen Stanglpass knapp daneben (6.).

Die Rapidler liefen nur hinterher. Der starke Emanuel Aiwu rettete mehrmals in größer Not.

Nach einer Viertelstunde konnten sich Hütteldorfer befreien und kamen zu zwei guten Chancen. Taxi Fountas, als Mittelstürmer aufgeboten, schoss knapp drüber (21.). Kelvin Arases Versuch hielt Tormann Alphonse Areola (27.). Das an sich ausverkaufte Stadion hätte getobt.

Vor der Pause legten die Londoner wieder zu – und entschieden die Partie. Nach einer Vlasic-Flanke schraubte sich Andrej Jarmolenko hoch. Gegenspieler Moormann war ebenso wie Goalie Paul Gartler beim gekonnten Kopfball nur Zuschauer – 0:1 (39.).

Europa League - Group H - SK Rapid Wien v West Ham United

Sekunden vor dem Pausenpfiff pfiff Schiedsrichter Ivanov ein unnötiges Foul von Max Hofmann an Jarmolenko. Mark Noble verwertete den Elfmeter – 0:2 (45.+2).

Übermächtiger Gegner

Wie geht man ein wohl verlorenes Geisterspiel gegen ein übermächtiges Team nach der Pause an? Grüll und Kara kamen erst nach einer Stunde – ein Zeichen, dass das Schlüsselspiel in Ried am Sonntag Teil der Planung war.

Europa League - Group H - SK Rapid Wien v West Ham United

West Ham drückte nach zehn gemächlichen Minuten wieder an. Gartler glänzte nach einem Bowen-Dribbling (56.) ebenso wie gegen Soucek. Und Filip Stojkovic besserte seinen eigenen Fehler auf der Linie noch aus (60.).

Spannend hätte es in Minute 73 werden können. Doch Fountas verfehlte auch bei seiner zweiten Topchance das Tor.

Gartler stemmte sich gegen die näherrückende Niederlage und hielt auch gegen Joker Sonny Perkins stark (79.). Ein Fallrückzieher von Kara war das letzte ästhetische Highlight (89.).

Kandidat Feldhofer

Die Grünen müssen neben der letzten Europacup-Chance in Genk bis Weihnachten auch noch in der Liga den Top-6-Platz absichern.

Parallel dazu geht die Trainersuche in entscheidende Phase. Auf der Shortlist finden sich laut KURIER-Recherchen „logische Kandidaten“ wie Markus Schopp und auch der frühere WAC-Coach Ferdinand Feldhofer. Zusätzlich ist es aber Sportchef Zoran Barisic weiterhin zuzutrauen, einen leistbaren Überraschungskandidaten aus dem Ausland auszupacken.

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