"Wie gehen wir's an?", scheinen sich Allegri und Ronaldo zu fragen. 

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Sport Fußball
03/12/2019

Champions League: Juventus muss das Atletico-Bollwerk knacken

"Je schwieriger, desto besser", sagt Juve-Trainer Allegri vor dem Rückspiel, in das man mit einem 0:2-Rückstand geht.

Als Mitfavorit auf den Titel gehandelt, steht Juventus Turin im Champions-League-Achtelfinale vor einer Mammutaufgabe. Atletico Madrid erwies sich vor drei Wochen als der erwartet harte Gegner und legte mit einem 2:0-Heimsieg die Weichen zum Aufstieg. Im Rückspiel am Dienstagabend (21.00 Uhr/live DAZN) in Turin bauen Cristiano Ronaldo und Co. auf den Heimvorteil.

In der zweiten Achtelfinal-Retourpartie sind die Rollen verteilt. Manchester City liegt in der Premier League auf dem Weg zur Titelverteidigung, für Schalke 04 reiht sich in der Bundesliga eine Niederlage an die andere. In Gelsenkirchen siegte City mit 3:2, in Manchester ist die Elf von Star-Coach Pep Guardiola klar zu favorisieren.

Pep-Gerüchte

Juventus holte in der Serie A schon am Freitag ein lockeres 4:1 gegen Udinese. Ronaldo wurde geschont, der Portugiese soll gegen Atleticos Beton-Defensive voll fit antreten. Die Spanier bangten diesbezüglich noch um den Einsatz von Abwehrchef Diego Godin, der Uruguayer will sich das Spiel aber sicher nicht entgehen lassen. Die Bilanz der Madrilenen gegen italienische Clubs lässt sich sehen: Von den jüngsten zehn Partien gegen Serie-A-Vertreter hat Atletico acht gewonnen.

Juve-Trainer Massimiliano Allegri wollte nichtsdestotrotz Zuversicht verbreiten. "Je schwieriger es wird, desto besser", sagte er nach dem Pflichtsieg. Im Vorjahr stand Italiens Serienmeister nach einem 0:3 im Viertelfinal-Hinspiel gegen Real Madrid vor einer sensationellen Wende, siegte in Madrid nach einem späten Ronaldo-Elfer dann "nur" 3:1.

Der Superstar ging im Sommer nach Italien, was als nächster Angriff der Turiner auf die Champions-League-Krone gedeutet wurde. Allegri bemühte sich - das Aus vor Augen - nun, die Relevanz der Trophäe herunterzuspielen. "Die Champions League ist immer ein Ziel, aber es ist falsch, dass es ein Scheitern wäre, wenn Juventus ausscheidet", betonte der 51-Jährige. Unruhe stiftete indes eine Meldung, wonach Pep Guardiola im Sommer das Amt von Allegri übernehmen werde. Der Spanier bemühte sich, dies umgehend zu dementieren.

Keine Sperre nach "Eier-Jubel"

Atletico konnte es nur recht sein. Die "Colchoneros" könnten mit Juve einen Titelfavoriten eliminieren und sich selbst ins engere Rennen hieven. Trainer Diego Simeone schonte in der Liga gegen Leganes (1:0) ebenfalls Kräfte. "Das ist normal, das Spiel gegen Juventus ist sehr wichtig", merkte der Argentinier an.

Simeone kam nach seinem Torjubel im Hinspiel samt Griff in den Schritt um eine Sperre herum. Er könnte in Abwesenheit des gesperrten Diego Costa auf Alvaro Morata im Angriff setzen. Der einst bei Juve nicht glücklich gewordene Angreifer gab sich vor dem Spiel martialisch: "Wir müssen rausgehen und bereit sein für den Krieg."

Klare Sache

Schalke kam ein Champions-League-Spiel selten so ungelegen wie diesmal. Derzeit hat der Revierklub andere Sorgen als den Auftritt in Manchester. Neun Runde vor Saisonende kämpft das Team von Trainer Domenico Tedesco in der Bundesliga um den Klassenverbleib. Sieben Ligaspiele ist das Team mit ÖFB-Teamspieler Guido Burgstaller schon ohne Sieg. Der neue Sportvorstand Jochen Schneider forderte die Profis zu einer engagierten Vorstellung auf: "Das ist es keine Vergnügungsreise. Es ist ein wichtiges Spiel gegen eine der vier besten Mannschaften Europas. Und wir wollen die Herausforderung annehmen."

ManCity liegt in der Premier League knapp vor Liverpool an der Spitze. Die Citizens haben 16 ihrer letzten 18 Pflichtspiele gewonnen und nur eines verloren. Gegen Schalke fehlen die gesperrten Fernandinho und Nicolas Otamendi sowie der verletzte Kevin De Bruyne.