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Sport
03/28/2021

Formel 1, Fußball und Co.: Der heiße Kampf um die TV-Sportrechte

Die Preise für Live-Übertragungen steigen unaufhörlich, für die Fans wird es immer unübersichtlicher.

von Günther Pavlovics

Am Sonntag beginnt ein neues Zeitalter im Fernsehen, erstmals wird ein Formel-1-Grand-Prix nicht live im ORF übertragen. Der Markt für die Live-Rechte von Sportveranstaltungen ist heiß umstritten. Zudem verbannt die Corona-Pandemie die Menschen von den Sport-Veranstaltungen und zwingt sie in die eigenen vier Wände und damit auch zum TV-Konsum.

Unübersichtlich

Je mehr schauen, desto teurer wird es für die Sender. Die Inhaber der Rechte verkaufen verschiedene Rechtepakete an unterschiedliche Sender. Und machen dadurch die Kunden zu Suchenden im Übertragungs-Dschungel. Die Formel 1 wird künftig abwechselnd von ORF und ServusTV live übertragen.

Weitaus unübersichtlicher ist es beim Live-Fußball. In Deutschland hat Sky die Rechte an der Champions League verloren. In Österreich allerdings ist der Pay-TV-Sender der einzige Anbieter, der alle Spiele in allen drei Europacup-Bewerben live überträgt. Wer kein Abo kauft, muss ab Sommer schauen, was ServusTV und ORF übertragen. ServusTV darf in den nächsten drei Jahren ein Mittwoch-Spiel zeigen. Spielt ein österreichischer Klub am Dienstag, gibt es ihn nur auf Sky zu sehen.

File UEFA Champions League

ServusTV darf sich in der Europa League und in der neu geschaffenen Conference League je ein Spiel aussuchen. In beiden Bewerben hat der ORF die zweite Wahl. So ist es sehr leicht möglich, dass in der Europa League nur ein österreichischer Klub spielt – den wird sich wohl ServusTV herauspicken, dem ORF bliebe nur ein Spiel ohne österreichische Beteiligung. Besser sieht es für den ORF in der Conference Legaue aus, die wohl der Bewerb für den einen oder anderen Bundesligaklub werden wird.

Der Verlierer auf dem Fußballrechte-Basar ist Puls4, wo in den letzten drei Jahren die Europa League zu sehen war, mit Superleistungen der österreichischen Klubs und Superquoten für den Sender. Der schaute sich nach Ersatz um und jubelte: „Österreichs jüngstem TV Sender gelingt der nächste Sportrechte-Coup.“ Ab Ende Juli sind neun Spiele der deutschen Bundesliga live zu sehen.

Steigendes Interesse an der Bundesliga

Alle österreichischen Bundesliga-Spiele sind nur auf Sky live zu verfolgen. Der Vierjahresvertrag um 34 Millionen pro Jahr läuft im Sommer 2022 aus, es gibt aber eine Option für weitere vier Jahre um 41 Millionen. Das ist viel für einen kleinen Markt wie den österreichischen, weshalb die Liga wohl verlängern wird. Sky (mit den Zugpferden deutsche Bundesliga und englische Premier League) beobachtete in der Corona-Zeit steigendes Interesse an der österreichischen Liga. Ein internes Papier spricht von fast 25 Prozent mehr Seher der österreichischen Liga.

Mehr Geld erhofft sich auch der ÖFB, der schon letztes Jahr die Rechte für den ÖFB-Cup, Frauenfußball und Nachwuchs-Nationalteams ausgeschrieben hat. Die Angebote wurden abgegeben, aber es gibt noch keine Entscheidung.

FUSSBALL: WM-QUALIFIKATION: TRAINING ÖSTERREICH: FODA /KRISTL

Auch der ÖSV schrieb die Rechte für Ski-Veranstaltungen in Österreich ab 2022 für fünf Jahre aus. Die sind seit jeher ein Quotenbringer für den ORF, besonders in der Corona-Zeit. 1,4 Millionen sahen den Slalom in Schladming, 1,3 Millionen die Abfahrt in Kitzbühel und 1,2 Millionen die Slaloms von Herren und Damen in Flachau.

ORF und Ski

Die Rechte wurden bislang auf über 70 Millionen Euro für den Gesamtzeitraum geschätzt. Dem steht einiges an Einnahmen aus Werbung etc. gegenüber. „Es ist wohl keine allzu große Überraschung, wenn ich bestätige, dass wir ein Angebot abgeben werden“, sagt ORF-Sportchef Hans Peter Trost. Sky hält sich bei Ski zurück. ServusTV stellte fest, „stets an attraktiven Sportrechten interessiert“ zu sein. Das hieß es auch bei der Formel 1 oder der Europa League – diese Rechte teilt sich nun ServusTV mit dem ORF.

Der Mateschitz-Sender setzt mit viel Geld auf viel Sport. Und auch auf seine Athleten. Doch bei Dominik Thiem ist der Tennis-Markt so inhomogen, dass ein bisschen etwas vom Star auf andere Sender abfällt.

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