Dorfleben in Wogo auf der Insel Flores

© Anton Eder

Reise
01/13/2019

Wie ratsam ist es, jetzt eine Reise nach Indonesien zu planen?

Nach den Verunsicherungen durch die Naturkatastrophen hat der KURIER Experten gefragt, ob man das Land derzeit bereisen kann.

von Caroline Kaltenreiner

Geht es um das Partnerland der Ferien-Messe Wien (heute Sonntag, 10–18 Uhr, Messeplatz 1, 1020 Wien), gibt es derzeit einige Verunsicherungen. Auf die Frage, ob es nach den Naturkatastrophen empfehlenswert ist, eine Indonesien-Reise zu buchen, antwortet Anton Eder entrüstet: „Warum denn nicht?“ Der Indonesien-Experte sieht keinen Grund, das abwechslungsreiche Land zu meiden. „Es ist Pech, dass 2018 so viel zusammen gekommen ist, aber das ist nicht normal. Der Mensch hat Angst vor dem, was er nicht kennt. Rund um jeden Vulkan leben Tausende Menschen, die rennen nicht davon. Straßenverkehr ist genauso gefährlich, aber das ist eine Gefahr die wir kennen, davor fürchten wir uns nicht“, erklärt er.

Seit 30 Jahren bereist er jedes Jahr den größten Inselstaat der Welt, spricht Bahasa Indonesisch, und führt exklusiv für Kneissl Touristik Gruppen.

Abwechslungsreich

Spricht er von Indonesien, kommt er ins Schwärmen – über Kultur, Natur, grandiose Landschaften und Tiere. Auf Java sei es vor allem die architektonische Kultur, die ihn fasziniere – der Sultanspalast in Yogyakarta, die buddhistische Tempelanalge Borobudur und der hinduistische Prambanan Tempel. Die traditionellen Häuser auf Sumba und in Nordsumatra seien hochinteressant.

Zahlreiche Nationalparks, wie Komodo oder Tangkoko, locken auf den Inselstaat „es ist aber nicht wie in Ostafrika, man muss mehr Zeit und Geduld mitbringen, um Tiere zu sehen.“

Dass der Tourismus den Einheimischen hilft, glaubt er bedingt: „Der Badetourist auf Bali zahlt zwar das Gehalt von den Hotelmitarbeitern, kauft das eine oder andere Souvenir oder bucht einen Ausflug, aber viel ist das nicht.“ Anders sieht die Sache bei Reisen aus, die Eder selbst leitet – er arbeitet mit lokalen Guides zusammen. Sie führen z. B. nach Sulawesi oder auf die kleinen Sundainseln. „Es gibt Dörfer auf Sumba, wo der Dorfchef Eintritt verlangt. Das finde ich okay und es ist trotzdem authentisch. Das ist eine Region, die selbstbewusst genug ist, um vom Tourismus Geld abzubekommen, auch wenn die Region sonst arm ist“, erklärt er.

Wichtig sei ihm, mit einem Vorurteil aufzuräumen: „Indonesien ist zwar das größte islamische Land der Welt, aber der Islam ist nicht Staatsreligion. Manche konservativen Araber erkennen die Indonesier nicht einmal als Moslems an. Ihr Glaube ist so mit alten Bräuchen durchwoben, dass es kein konventioneller Islam ist.“

Aus dem Archiv: Die sieben bekanntesten Inseln Indonesien

Java ist der Schmelztiegel der Nation. Hier finden sich malaische, indische, muslimische, chinesische und europäische Einflüsse. Es ist zwar die kleinste, aber auch die bedeutendste der Großen Sundainseln. Durch die vielen Vulkane erfreut sich die Insel einer legendären Fruchtbarkeit, Reisfelder und Regenwälder sorgen für satte Grüntöne. Highlights sind Jakarta, Yogyakarta, Borobudur und der Bromo-Tengger-Semeru-Nationalpark.

Bali ist die Insel der Götter und Dämonen, es ist also wenig verwunderlich, dass auf der ganzen Insel, immer und überall, Tempel, Schreine, Pavillons und Pagoden mit Opfergaben präsent sind. Highlights sind Pura Tanah Lot, Ubud und Pura Besakih.

Lombok gilt als das Bali ohne Massentourismus. Das Leben verläuft hier langsamer und hält für Ruhesuchende Strandfans, Taucher und Trekker Überraschungen bereit. Highlight ist Gunung Rinjani.

Sumatra galt früher als exotische Bühne für Naturschauspiele, doch die Zeiten sind "dank" Plantagelandschaften vorbei. Nur in UNESCO-Weltnaturerbe-Schutzgebieten wie dem Gunung-Leuser-Nationalpark haben vom Aussterben bedrohte Tiere wie Orang-Utans, Sumatra-Elefanten oder die zweihörnigen Sumatra-Nashörner Rückzugsgebiete gefunden. Besucher entdecken dennoch landschaftliche Schönheit. Highlights sind der Tobasee und das Hochland von Bukittinggi.

Sulawesi bildet hinsichtlich Flora und Fauna eine Übergangszone zwischen Asien und Australien. Hier gibt es Tierarten, die sonst nirgendwo zu finden sind, wie der Wildzwergbüffel, der Hirscheber oder der stummelschwänzige Schwarze Makake. Highlights sind Tanah Toraja und Pulau Bunaken.

Kalimantan ist Borneos indonesischer Teil. Die tropische Urwalddecke wurde zugunsten von Bodenschätzen wie Erdöl und Erdgas großteils zerstört. Die verbliebenen Gebirgswälder sind aber Heimat einer vielfältigen Tierwelt. Zu den exotischen Vertretern gehören Orang-Utan, Koboldmaki und Flugdrache. Highlight ist Banjarmasin.

Westpapua verdankt der hohen Luftfeuchtigkeit eine üppige Vegetation. Fast drei Viertel der Insel sind von Regenwald bedeckt. Vorsicht: Mit Ausnahme großer Städte kann die Insel nur mit Spezialveranstaltern bereist werden. Highlight ist das Baliem Tal. 

Insel der Götter

Bis 1997 war Indonesien bei österreichischen Urlaubern in, dann kam die Asien-Krise und Einbrüche im Tourismus. Bis heute hat es der Inselstaat nicht geschafft, an die Erfolge von damals anzuknüpfen. Bis auf Bali.

Die „Insel der Götter und Dämonen“ erfreut sich immer noch großer Beliebtheit. Dort kennt sich Robert Koehler bestens aus, seit 30 Jahren betreut er die Gäste von Jumbo Touristik vor Ort. Wer zum Baden nach Bali kommt, sollte seiner Meinung nach unbedingt zwei bis vier Tage für eine Rundreise einplanen, denn: Reisterrassen,Vulkane, Tempel und lokale Dorfkultur sind interessant. Abschließend zwei Nächte Ubud mit tropischer Vegetation, Schluchten und Reisfelder ist es ideal für Wanderungen oder Radtouren.

Was die Strände betrifft, hat der Österreicher gute Tipps parat: „Im Sommer Jimbaran und Seminyak, im Winter Nusa Dua oder auch Sanur“, der jahreszeitliche Unterschied ist wegen Wind und möglicher Strandverschmutzung wichtig.

Die schönsten Strände, weiß Anton Eder, sind aber auf Lombok und den Gilis, „das Problem ist, dass dort die gehobene Hotellerie fehlt.“

Wichtig für Reisen nach Indonesien ist jedenfalls, sich vorab gut über die aktuelle Situation in Indonesien zu informieren. Das Außenministerium empfiehlt, Reiseveranstalter zu konsultieren.

Angebote und Infos

Anreise z. B. mit Eva Air über Taipeh nach Denpasar. www.evaair.com

Sundainseln 17 tägige Rundreise mit Anton Eder: Nusa Tenggara mit Sumba, Flores und Komodo Archipel und spektakuläres Pasola-Fest in Sumba. 22.2.–10.3.2019 inkl. Flug ab  Wien um 3050 €. Buchung und weitere Details: Kneissl Touristik, Tel. 07245/20700,

Bali Deluxe Spa 10 ÜN/F in 5*Spa Hotels, ab 1900 € inkl. Flüge, Tagesausflug VW Safari Westbali. Jumbo Touristik Tel. 01/ 588 00 550,

Sicherheit Aktuelle Infos beim Außenministerium