Ex-Skirennfahrer Marco Büchel und Alpenverein-Direktor Walter Seger sind  als Testimonials die Route von Ruggell bis Balzers abgegangen.

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Reise
05/23/2019

Neue Wanderroute: In fünf Tagen quer durch Liechtenstein

Ein neuer Wanderweg verbindet die schönsten Orte des Landes und bringt dessen Geschichte näher - mit und ohne App.

von Caroline Kaltenreiner

Schroffe Berge, unverbaute Rheintallandschaft und viel Grün: Wer nach Liechtenstein reist, genießt vor allem die Natur, die immerhin zwei Drittel der Landesfläche einnimmt. Zu Ehren der 300-Jahr-Feier des Fürstentums wird am 26. Mai eine neue Wanderroute eröffnet: Der Liechtenstein-Weg führt über 75 Kilometer durchs ganze Land. Der geneigte Wanderer meistert 2.000 Höhenmeter und durchquert alle elf Gemeinden Liechtensteins.

Die Idee ist, mit dem Weg nicht nur die schönsten Orte des Landes zu verbinden, sondern gleichzeitig die Geschichte des Fürstentums mit Hilfe der neuen App „Listory“ zu erzählen und lebendig erlebbar zu machen. Die App führt von einem „Point of Interest“ (POI) zum nächsten und gibt den Verlauf der Wanderung vor. Zusätzlich wird, wie bei „Pokémon Go“, Augmented Reality am Smartphone eingesetzt, um den Erlebnis- und Unterhaltungsfaktor zu erhöhen und jüngeren Generationen Lust aufs Wandern zu machen. Wer das Handy lieber nicht in die Hand nimmt, kann sich auf die guten alten Schilder am Wegesrand verlassen.

Analog oder digital: Die 75 Kilometer können freilich in mehreren Etappen, in beide Richtungen und in beliebiger Reihenfolge gegangen werden.

Die fünf Etappen:

- Balzers–Triesenberg Im äußersten Süden des Landes wartet das erste Highlight – die Burg Gutenberg, die 70 Meter über Balzers thront. Über die Alte Römerstraße geht es durch den alten Dorfteil in Triesen zur ehemaligen Baumwollweberei Jenny, Spörry & Cie. Der Weg führt zur Kapelle St. Mamerten – ein guter Punkt zur Rast mit herrlichem Ausblick. Aufstieg ins Walserdorf Triesenberg auf rund 900 Metern. Die Stadt – im 13./14. Jh. aus einer Walsersiedlung entstanden – hält Geschichte und Tradition in Ehren. (14 km, vier Std. Gehzeit)

- TriesenbergVaduz Vom denkmalgeschützten Gehöft Profatscheng gibt’s einen eindrucksvollen Blick aufs Rheintal. Weiter über einen Wald bis zur Ruine der Burg Schalun, am Quadretschaweg offenbart sich ein Blick auf das Schloss Vaduz. Von dort schlängelt sich der Schlossweg ins Städtle. Im verkehrsfreien Vaduz führt der Liechtenstein-Weg entlang der Museumsmeile (Kunstmuseum, Hilti Art Foundation, Postmuseum, Schatzkammer und Landesmuseum) ins Regierungsviertel der Hauptstadt. Architekturfans sollten einen Blick auf das von Hansjörg Göritz entworfene Landtagsgebäude werfen. Weiter geht’s zur Alten Rheinbrücke und entlang des Rheins zurück ins Vaduzer Zentrum. (zehn km, drei Std. Gehzeit)

- VaduzNendeln Vorbei am Weingut der Hofkellerei des Fürsten führt der Weg durch Alt-Vaduz, weiter über einen Waldpfad zur Universität, zum Murgang und zu den Ruinen eines römischen Kastells bis nach Schaan. In Planken, der kleinsten Gemeinde Liechtensteins, wartet ein herrlicher Blick ins Tal und die Drei-Schwestern-Bergkette. Der Abstieg führt nach Nendeln, wo die Überreste eines römischen Gutshofs sind. (17 km, fünf Std. Gehzeit)

- Nendeln–Ruggell Die Aussicht bei Krest genießen und einem Teilstück des Historischen Höhenwegs folgen. Er führt zum Kirchhügel, der seit 4.000 Jahren besiedelt sein soll. Schon im 6. Jh. dürfte dort eine Kirche gestanden haben. Die Strecke führt von Bendern entlang bis Gamprin. Der Badesee Grossabünt verleitet zum Verweilen. Durch den Kratzera-Wald geht es ins Dorfzentrum von Ruggell, die nördlichste Gemeinde Liechtensteins. (15 km, vier Std. Gehzeit)

- Ruggell–Schaanwald Vom denkmalgeschützten Küefer-Martis-Huus (18. Jh.) geht es in das Naturschutzgebiet Ruggeller Riet. Bei Schellenberg passiert man die Ruinen der Unteren Burg, am Kloster vorbei führt der Weg ins Dorfzentrum. Richtung Hinterschellenberg, nahe der österreichischen Grenze, reicht der Rundblick an schönen Tagen bis zum Bodensee. Die Obere Burg Schellenberg bietet sich für eine Rast an. Ein „Schmugglerpfad“ führt ins Dorfzentrum von Mauren. Weiter bis zur Fallsgass und zum Seidenbaumpfad. Der Name kommt von Maulbeerbäumen, die der Seidenproduktion dienten. Im Vogelparadies Birka sollte man Rast einlegen und die Tiere beobachten. Durch das Maurer Riet kommt man am Schaanwald vorbei bis zum Zollamt an der Grenze zu Österreich.(19 km, fünfeinhalb Std. Gehzeit)