Reise
04/17/2019

Malaysia: Warum sich in Kuching alles um die Katz’ dreht

Malaysia - Auf dem Weg zu den Orang-Utans sollte man einen Stopp in der Hauptstadt Sarawaks einplanen

Bei der Fahrt zum Hotel stechen sie sofort ins Auge. Sind wir in der Partnerstadt von Niederösterreich? Von Kreisverkehren in der malaysischen Stadt Kuching ist die Rede, die, sagen wir, „kunstvoll“ mit verschiedenen Katzenstatuen gestaltet sind.

Natürlich kommt das Katzenthema nicht von irgendwo her, denn Kuching heißt übersetzt so viel wie Katze. Wie es dazu kam, erzählen Touristiker besonders gerne, obgleich Historiker anderer Meinung sind. Wer sich aber gerne unterhalten lässt, glaubt an diese Legende: Als der erste Weiße Raja von Sarawak, James Brooke, einen Einheimischen nach dem Namen der Siedlung gefragt hat, hat er auf den Boden gedeutet, just in diesem Moment ist eine Katze unter ihm vorbei gelaufen. Der Malaie dachte, der Engländer frage nach dem Namen des Tieres – antwortete also Kuching.

Heute ist die Stadt hauptsächlich das Tor zu Regenwald- und Orang-Utan-Trips, einen eigenen Städtetrip hierher macht wohl niemand. Kuching hat sich aber zu einem sehenswerten Stopover gemausert.

Lebensader ist der Fluss Sarawak, der sich durch die Stadt schlängelt und gleichzeitig den Namen des malaysischen Bundesstaates auf Borneo trägt. Bei einer Bootstour zieht man an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten vorbei. Während sich das Geschäftsleben am Südufer abspielt, sind am Nordufer Dörfer angesiedelt. Chinesen und Muslime leben hier großteils getrennt.

Auf dieser Seite des Flusses finden Touristen auch ikonische Gebäude, wie der Astana-Palast, den Charles Brooke 1870 für sich erbauen ließ und der heute als Gouverneurs-Residenz dient oder das Fort Margherita, das ebenfalls von dem Engländer in Auftrag gegeben wurde. Die Befestigungsanlage, die vor Piraten schützen sollte, wurde 1971 zum Polizei Museum umgebaut und beherbergt seit 2016 die Brooke-Gallery, in der das Leben des englischen Abenteurers und die Entwicklung von Sarawak interessant zur Schau gestellt sind.

Gleich nebenan spazieren wir bei freiem Eintritt durch den Orchideen-Garten. 75.000 Pflanzen und 82 Arten sind darin zu bewundern, unter anderem die Landesorchidee Phalaenopsis bellina, die auf Borneo endemisch ist.

Vom Porzellan zum Grab

Von der etwas skurrileren Sorte ist das Katzenmuseum im Nord-Rathaus. Die Exponate reichen in chaotisch und überladener Darstellung von Katzenposter über Porzellanfiguren, Statuen und Grabsteinen für die Haustiere bis hin zu mumifizierten Exemplaren. Ein Schnappschuss bei der Fotowand darf nicht fehlen. Böse Zungen behaupten, dass der Ursprung des Museums die Sammlung der Minister-Gattin war, die zu groß für die privaten Gemächer wurde.

Schauplatzwechsel zum Südufer. Wir flanieren an der Promenade, an der abends Stände aufgebaut werden und Schausteller ihre Künste darbieten. Ignorieren die Cafés und verköstigen uns lieber an den Imbissbuden stadteinwärts und am Sibu Nachtmarkt, wo es sich lohnt, verschiedene Speisen zu probieren. Dort finden sich auch günstige Mitbringsel, wie Kleidung, Elektro-Gadgets oder Handwerk. Viele Gewürze, vor allem Pfeffer, werden feil geboten. Denn seit über 100 Jahren wird in Sarawak Pfeffer angebaut und exportiert, der für sein mild-fruchtiges Aroma bekannt und weniger scharf ist, als der Indische.

Doch wer glaubt, dass man am Markt oder in der Katzenstadt viele Streuner findet, irrt. Die gibt es nur an Hauswänden, in Kreisverkehren oder anders kunstvoll inszeniert.

Info

Anreise z.B. mit singaporeair.com von München oder Frankfurt nach Singapur und weiter nach Kuching. Seit November fliegt condor.com drei Mal wöchentlich von Frankfurt direkt  nach Kuala Lumpur.
 
Beste Reisezeit zwischen März und September zu empfehlen, am besten im April und Juli, tropisches Klima, hohe Luftfeuchtigkeit, Regenzeit Dezember und Jänner.

Unterkunft Riverside Majestic Hotel in Kuching: unbedingt im neuen Astana Wing. Mit netter Sky Lounge und  Bar mit tollem Ausblick über die Stadt. astana.riversidemajestic.com

Essen Tolles Streetfood,  Nationalgericht ist Laksa,eine Kokos-Chilli-Suppe mit Nudeln, Gemüse,  Krabben und je nach Region weiteren Zutaten. Nasi Lemak (Reis, Sambal, gekochtes Ei, Gurke und Erdnüsse) wird von morgens bis abends gegessen.
– Lepau Restaurant: lokale Spezialitäten, nette Atmosphäre

Währung 1 € entspricht ca. 4,6 Malaysische Ringgit  (RM)

Auskunft Tourism Malaysia in Frankfurt, Tel. +49/69 460 9234, www.malaysia.travel